Beer & Brau
23. August 2018

Biergärten-Betreiber in Bayern Paradiesische Saison

Foto Rechenberg

Nach stundenlangem Schwitzen im Büro freuen sich viele auf ein kühles Bier am Feierabend. Die Biergarten-Betreiber profitieren davon - so voll wie diesen Sommer war es lange nicht mehr.

Von Mirjam Uhrich

Die Betreiber der bayerischen Biergärten freuen sich über eine gute Saison. «Der Sommer war einfach nur gut», sagt der Augsburger Wirt Albert Oblinger und spricht in einer dpa-Umfrage damit wohl für alle Biergärten-Betreiber in Bayern. «Wir sind seit April voll im Saft, anders kann man das gar nicht sagen.» Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Bis zu zehn Fässer werden jeden Abend in seinem Biergarten Lug ins Land angezapft. Allein mit Bier habe er bisher doppelt so viel Umsatz gemacht wie im vorigen Sommer, schätzt Oblinger.

So wie in Bayern: Das Alte Zollhaus in Berlin

Auch in den drei Biergärten Landbierparadies in Nürnberg kommen die Wirte kaum mit dem Zapfen nach. «Unsere Bierfahrer sind schon am fluchen», erzählt Uwe Fröhlich. Sie fahren mit ihren Holzfässern noch ganz traditionell von Brauerei zu Brauerei, um das Bier abzuholen. Normalerweise sind sie mit ihrem Lkw ein Mal pro Woche in der fränkischen Schweiz unterwegs, diesen Sommer müssen sie gleich drei Mal wöchentlich los. «In unserem Holzfass-Kühlhaus können wir zwar 1800 Liter Bier lagern, aber das geht momentan auch mal in zwei Tagen weg», sagt Fröhlich.

Nicht mal drei, vier Tage hatten die Biergärten diese Saison geschlossen. «Wenn Schönwetter ist, dann ist's bei uns voll - egal ob es draußen 25 oder über 30 Grad hat», sagt Monika Scheu, Geschäftsführerin der Antonius-Schwaige in Ingolstadt. An so lauen Abenden wie heuer bleiben die Leute auch gern mal länger sitzen. Selbst der Königliche Hirschgarten in München ist jeden Abend rappelvoll, sagt Restaurantleiter Thomas Wagner. Und das mag was heißen - mit 8000 Plätzen ist der Hirschgarten wohl der größte Biergarten in ganz Bayern.

Wer sich abends spontan im Erlanger Biergarten am Röthelheim treffen will, muss schauen, ob er sich noch auf einer Bierbank dazudrängen kann. «Es läuft weit, weit besser als die letzten Jahre», meint Wirt Thomas Lorz. «Geradezu paradiesisch.» Dem kann Karl Krestel von der Lederer Kulturbrauerei in Nürnberg nur zustimmen. Er rechnet mit 25 Prozent mehr Umsatz dieses Jahr. Auch im Biergarten Alte Linde in Regensburg freut man sich über den schönen Sommer. «Letztes Jahr war's ja auch schon so schön, da hat es nur einen Monat später angefangen», sagt Pächter Bernhard Wiesbeck.

Schon letzten Sommer hat Albert Oblinger deshalb eine neue Vollzeitstelle geschaffen. «Die Jahre davor war das ganz einfach: Da hat man mal zehn Tage am Stück geschuftet, dann waren wieder fünf Regentage frei», sagt der Wirt aus Augsburg. Nur dieses Jahr klappe das überhaupt nicht. Deshalb hat er gleich noch eine Person in Vollzeit für den Ausschank eingestellt. «Ich hoffe nur, wir müssen dieses Jahr nicht noch den Bauern Vergütung zahlen», sagt Oblinger schmunzelnd. dpa