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30. November 2011

Campus Cooking in der Uni-Mensa

Deutsche Universitäten lassen für jeweils eine Woche die beiden TV-Köche Stefan Wiertz und Kevin von Holt an den Herd

Von Fabian Müller

Lasagne Bolognese hier, Wiener Schnitzel dort: Kantinen-Essen verkommt allzu oft zum Einheitsbrei. Damit ist in zehn deutschen Universitäten zumindest für fünf Tage Schluss. Die Hochschulen wollen den manchmal bescheidenen Ruf ihrer Mensa mit Sonderaktionen aufpolieren. Beim diesjährigen «Campus Cooking» stellen sich zwei Promi-Köche an den Herd und bekochen die Studenten mit mehr Kreativität und Raffinesse als im schnöden Großküchen-Alltag.

Entsprechend ist die Schlange an der Essensausgabe der Uni-Mensa in Mainz noch länger als sonst. Sebastian, 21, und die 24-jährige Alexandra etwa stehen rund 20 Minuten an, um in den Genuss der neuen Kreationen zu kommen. Vor allem die Neugierde habe sie heute an die Aktionstheke getrieben, sagen beide. Es gibt Käsespätzle mit Feldsalat und Kartoffelsuppe. Klassische deutsche Hausmannskost, raffiniert verfeinert aber vom Spitzenkoch.

In den Tagen des «Campus-Cooking» verlagert sich der Ansturm klar in Richtung der Aktionstheke. Das muss erst einmal koordiniert werden. Zubereitet und serviert werden die Gerichte von den Mensa-Mitarbeitern, allerdings unter Anleitung der zwei TV-Köche Stefan Wiertz und Kevin von Holt.

Die beiden Gaststars arbeiten für je eine Woche getrennt in den Mensen und sorgen dort für den gewissen Pepp, wie Michael Huber vom Studentenwerk der Uni Mainz findet: «Auch das trägt natürlich zum Erfolgskonzept bei». Sein Münsteraner Kollege Andreas Althaus ergänzt, dass nicht nur die Unis von der Aktion profitieren. «Der Koch lernt auch selbst dazu, sieht, wie wir arbeiten und macht seine Erfahrung in der Großküche.»

Unter den Hochschulen, die in diesem Wintersemester am «Campus Cooking» teilnehmen, sind auch Dresden (bis 2. Dezember), Stuttgart (5. bis 9. Dezember) und Bochum (12. bis 16. Dezember). «Aus den Vorjahren wissen wir: Diese Aktion wird riesig angenommen», sagt Huber in Mainz. Sein Arbeitgeber ist zum dritten Mal dabei und sehr zufrieden mit der willkommenen Abwechslung. «Wir merken, dass mehr Leute zu uns kommen, auch Personen, die sonst vielleicht nicht den Weg in die Mensa finden.»

Auch Hubers Kollege Althaus aus Münster unterstützt die Aktion: «Wir wollen unseren Gästen etwas Besonderes bieten, ein kleines Bonbon. Es ist für uns immer wieder ein Highlight.» In Münster macht das «Campus Cooking» ebenfalls schon zum dritten Mal Station - diesmal vom 5. bis 9. Dezember.

Einen erheblich größeren Aufwand müssen die Universitäten dafür nicht betreiben, denn dieses Jahr lautet das Motto «Hausmannskost». Es gibt Klassiker wie Currywurst und Käsespätzle, die auch an normalen Tagen auf dem Mensaplan zu finden sind. «Trotzdem ist es eine große Herausforderung, die Rezepte großküchenkonform anzupassen und den Einkauf zu managen», sagt Althaus. Ungefähr 5000 Gerichte bereiten die Mensen in Münster und Mainz jeweils pro Tag zu; das Angebot wechselt von Theke zu Theke.

Die besten Erfahrungen mit der Mensa haben natürlich die Studenten, von denen manche extra wegen der außergewöhnlichen Küche kommen. Dabei stoßen die Uni-Kantinen bis an ihre Kapazitätsgrenzen, die Schlangen reichen fast bis aus dem Gebäude hinaus. Doch das Warten lohnt sich, meinen zumindest die Mainzer Studenten Alexandra und Sebastian - beide gehen zufrieden nach Hause. Und sie werden sicher wiederkommen. dpa

Weitere Stationen von Campus Cooking:

- Marburg 28.11. bis 02.21.2011, Mensa Lahnberge

- Dresden 28.11. bis 02.12.2011, Mommsenstraße

- Stuttgart 05.12. bis 09.12.2011, Mensa

- Münster 05.12. bis 09.12.2011, Mensa am Ring

- Bochum 12.12. bis 16.12.2011, Mensa RUB

- Passau 12.12. bis 16.12.2011, Hauptmensa