Reise
30. Oktober 2018

Center-Parcs-Anlage eröffnet Jeder verdient eine zweite Chance

Den Start haben sie völlig vermasselt. Wütende Urlauber, ein enormer Imageschaden. Doch beim zweiten Anlauf scheint in der neuen Ferienanlage von Center Parcs im Allgäu alles zu klappen.

Von Thomas Burmeister

Pleiten, Pech und Pannen - so hätte vor vier Wochen das Motto der Eröffnung der Ferienanlage des niederländischen Betreibers Center Parcs im Allgäu lauten können. Nun hat der Park unweit von Leutkirch in Baden-Württemberg an der Grenze zu Bayern nach umfangreichen Reparaturen am Montag erneut seine Pforten geöffnet.

«Der Neustart ist problemlos verlaufen», sagte General-Manager Christoph Muth. «Für die ersten 1600 Gäste nach der Wiedereröffnung ist nun alles vorbereitet, alles funktioniert wie geplant.» Bereits am Vormittag nutzten Besucher - vor allem Familien mit Kindern - das Herzstück des Parks, die tropische Badewelt Aqua Mundo.

Die rund 360 Millionen Euro teure Anlage war eine Woche nach der Eröffnung am 1. Oktober geschlossen worden, weil in vielen der nagelneuen Ferienhäuser vieles nicht funktionierte: die Heizungen, die Warmwasserversorgung, das Fernsehen, das Internet und teils auch die digitalen Türöffnungssysteme.

Mehr als 400 der rund 2800 Gäste waren wegen der Mängel in der Eröffnungswoche abgereist, viele reagierten mit wütenden Kommentaren in sozialen Netzwerken. Als Hauptursache für die Pannen gelten Schäden an der Nahwärmeversorgung, dem Glasfasernetz sowie der Stromversorgung, die ein Baggerfahrer angerichtet hatte. Sie seien zwar repariert worden, jedoch zunächst nicht gründlich genug, räumten die Betreiber ein.

Der ursprüngliche Zeitplan für die Eröffnung der Ferienanlage sei sehr eng gewesen, sagte Leutkirchs Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle (parteilos). Aus einem «ambitionierten Start wurde ein vermasselter Start». Nun werde aber hoffentlich alles reibungslos laufen: «Jeder verdient schließlich eine zweite Chance.»

Weit über Leutkirch hinaus sei die Anlage von wirtschaftlichem Nutzen, sagte der OB. Er hatte von Anfang an zu den eifrigsten Befürwortern des Projekts gehört. Auch die Bevölkerung der unmittelbar betroffenen Region hatte die Standortwahl bei einer Befragung mit deutlicher Mehrheit begrüßt. Um so größer war die Enttäuschung über die Pannen in der Startphase.

Etwa drei Viertel der rund 1000 Jobs im Allgäu-Park - davon 650 Ganztagsstellen - haben Henle zufolge Bewohner der Region bekommen. Zudem kämen rund 30 kleinere und mittelgroße Betriebe aus den Kreisen Ravensburg und Biberach sowie dem benachbarten Unterallgäu in Bayern zum Zuge. «Wir haben mit Center Parcs vertraglich vereinbart, dass zum großen Teil Produkte aus der Region verwendet werden - von den täglich 8000 Brötchen lokaler Bäcker über Gemüse und Mineralwasser bis hin zum Bio-Bier einer Leutkircher Brauerei.» dpa