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15. August 2012

Federweißer startet

foto-dwi

Gute Aussichten für den Federweißen

In der Pfalz ist am Donnerstag der offizielle Startschuss für die Weinlese in Deutschland gefallen: Auf einem Weingut in Steinweiler knipsten Winzer ersten Weintrauben für den Federweißen von den Rebstöcken. «Der Auftakt ist recht früh», sagte Weingutsbesitzer Andreas Winkler beim Ernten der frühreifen Sorte Solaris. Der Jungwein, Federweißer genannt, wird in wenigen Tagen auf den Markt kommen. In Rheinland-Pfalz fließen jedes Jahr zwei bis drei Millionen Liter des ersten Weinlese-Produkts in die Flaschen. Die deutschlandweite Hauptlese beginnt nach Angaben des Deutschen Weininstituts (DWI) in Mainz in etwa vier Wochen.

Dem Weinjahrgang 2012 blickten die deutschen Winzer «sehr optimistisch» entgegen, sagte DWI-Sprecher Ernst Büscher. «Die Weinberge stehen aktuell sehr gut im satten Grün da. Die Trauben sind gesund und die zu erwartenden Qualitäten wie auch die Mengenprognosen sind gut.» Nach derzeitigen Schätzungen sei mit einer bundesweiten Erntemenge von rund neun Millionen Hektolitern zu rechnen - was dem langjährigen Mittel entspreche. 2011 flossen in den 13 deutschen Weinbaugebieten 9,3 Millionen Hektoliter Weinmost in die Fässer.

Auch für eine gute Qualität des Jahrgangs seien die Voraussetzungen gegeben, sagte Büscher. Die moderaten Temperaturen des Sommers hätten die Trauben gleichmäßig reifen lassen. Allerdings sehnten sich manche Winzer derzeit nach ein wenig Regen. «In einigen Regionen, etwa in Franken, wird das Wasser bereits wieder knapp», sagte er.

Nach dem Auftakt der «Federweißenlese» in der Pfalz werden in den nächsten Tagen auch in den anderen Anbaugebieten frühreife Sorten wie Ortega oder Siegerrebe gelesen, hieß es. Bei dem Start der Hauptlese je nach Anbaugebiet Mitte bis Ende September gehöre etwa die Rebsorte Müller-Thurgau zu den Ersten.

Die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz rechnet fürs Land mit einer Ertragsmenge von gut sechs Millionen Hektolitern - was dem Durchschnittswert der vergangenen fünf Jahre entspreche. Über die Qualität des Weines entscheide «ab jetzt allein das Wetter der nächsten Wochen», teilte die Kammer mit. Die Winzer hofften auf einen schönen Altweibersommer und einen goldenen Oktober, hieß es. dpa

Der Federweißer

Federweißer ist ein junger Wein, dessen alkoholische Gärung gerade erst begonnen hat. Seinen Namen trägt er nach Angaben des Deutschen Weininstituts (DWI), weil die Hefen beim Schwenken im Glas wie Federchen tanzen. Für das Getränk mit der milchig-trüben Farbe gibt es je nach Region weitere Bezeichnungen wie Bitzler, Süßer, Sauser oder Rauscher. Der gegorene Traubenmost ist das erste Produkt der Weinlese. Anfangs hat der Federweiße einen Alkoholgehalt von etwa fünf Volumenprozent. Je länger er durchgärt, desto herber und alkoholhaltiger wird er.