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28. März 2014

Frankens neue Weinkönigin

Christin Ungemach, Foto: frankenwein-aktuell.de

Die neue Wein-Botschafterin kommt aus Nordheim am Main und heißt Christin Ungemach

Die Weinbau-Studentin Christin Ungemach aus Nordheim am Main (Landkreis Kitzingen) wurde zur 59. Botschafterin des Frankenweins gewählt. Die 22-Jährige überzeugte in Würzburg eine Jury aus rund 130 Wirtschaftsleuten, Politikern und Journalisten. "Ich bin stolz, für euch das moderne neue Franken repräsentieren zu dürfen", sagte Ungemach, die sich selbst als "wilder Kopf" charakterisierte.

Sie setzte sich bei der Wahl gegen die 21-jährige Bankkauffrau Julia Schneider aus Wipfeld (Landkreis Schweinfurt) durch. Beide Kandidatinnen konnten bereits Erfahrung als Weinprinzessin vorweisen. In mehreren Fragerunden fühlten die Winzer ihnen auf den Zahn - am Ende setzte sich Ungemach durch. Die Veranstaltung mit Weinprobe und zahlreichen lokalen Wein-Hoheiten ist in der Region stets ein großes gesellschaftliches Ereignis, zu dem auch viele Bürgermeister und ehemalige Minister anreisen.

Auf die Kronenträgerin wartet ein straffes Programm: In den kommenden zwölf Monaten wird sie auf etwa 400 Terminen in Deutschland und im Ausland für Wein aus dem Anbaugebiet zwischen Bamberg und Aschaffenburg werben. Ihre Vorgängerin Marion Wunderlich legte nach eigener Rechnung 85 000 Kilometer für den Frankenwein zurück, das Amt führte sie bis ins ferne Asien. "Man kann wirklich nicht mehr nebenbei arbeiten, sondern das nimmt einen voll und ganz ein", sagte die Vermessungstechnikerin.

Ihr Beispiel führt vor, welches Prestige die Weinkönigin in der Region hat. Bei der Kommunalwahl trat Wunderlich erstmals für die CSU im Landkreis Würzburg an, schaffte auf Anhieb den Sprung in den Kreisrat - und überholte dabei mit ihrem Ergebnis prompt manchen altgedienten Lokalpolitiker. dpa

Wilder Kopf voll Fachwissen - Weinkönigin Christin Ungemach

Im Weinberg steht Christin Ungemach schon seit ihrer Kindheit - Müller-Thurgau und Co sind der neuen Fränkischen Weinkönigin Familiensache. Das nötige Fachwissen rund um Gärungsprozess und Oechsle-Grade - also das Mostgewicht - war für die 22-Jährige daher kein Problem, zumal sie aktuell auch noch Weinbau studiert.

Bei ihrer Vorstellung überzeugte Ungemach die Jury denn auch mit detaillierten Kenntnissen zu den Auswirkungen des Klimawandels und zu neuen Trends im Weinbau - aber auch mit der programmatischen Ankündigung, ein «wilder Kopf» zu sein.

Christin Ungemach stammt von einem kleinen Weingut in Nordheim am Main (Landkreis Kitzingen). Sie spielt Saxofon und Klarinette in der Nordheimer Musikkapelle. Wenn sie nun ein Jahr lang als Botschafterin des Frankenweins durch die Welt reist, tritt sie in die Fußstapfen ihrer Mutter: Diese war 1987/88 selbst Fränkische Weinkönigin.