18. Dezember 2010

Frankens Winzer senken CO2-Ausstoß

Bei der Produktion von Lebensmitteln wird klimaschädliches Kohlendioxid ausgestoßen. Das gilt auch für Wein. Frankens Winzer wollen diese Emissionen in den nächsten Jahren verringern

Für die Herstellung von einem Liter Frankenwein werden im Durchschnitt 1,01 Kilogramm klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) in die Luft geblasen. Das errechnete die Münchner Unternehmensberatung ClimatePartner im Auftrag des Fränkischen Weinbauverbandes.

Zum Vergleich: Die Herstellung von einem Liter Bier - das aber auch nur halb so viel Alkohol enthält - erzeuge im Schnitt 0,45 Kilo CO2. Bei Milch sei es ein Effekt von 0,97 Kilo CO2 je Liter, sagte ein Unternehmenssprecher in Würzburg.

Franken arbeitet nach Angaben des Weinbauverbands als erstes deutsches Weinbaugebiet daran, den sogenannten CO2-Fußabdruck der Weinwirtschaft zu verkleinern - sprich: Der CO2-Ausstoß je Liter Frankenwein soll gesenkt werden. «CO2-neutraler Wein lässt sich aber nicht erstellen», erklärte Hermann Kolesch, Leiter der Abteilung Weinbau bei der bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau.

«Zwei Drittel der Winzer können sich vorstellen, regenerative Energien zu nutzen», sagte Ulrich Müller-Steinfahrt von der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt, der an dem Pilotprojekt mitarbeitet. An der Studie beteiligten sich 14 Weinbaubetriebe und Genossenschaften mit einer Gesamtfläche von knapp 2600 Hektar. Sie produzieren jährlich zusammen etwa 21 Millionen Liter Wein - rund 50 Prozent der Gesamtmenge in Franken.

Das meiste Kohlendioxid wird im fränkischen Weinbau nach Analyse der Unternehmensberatung von den Fahrzeugen der Winzer, durch Heizungswärme, Strom sowie die Produktion von Flaschen und Verschlüssen erzeugt. «Wir werden darüber nachdenken, welche alternativen Verpackungsformen es gibt», sagte Verbandsgeschäftsführer Hermann Schmitt.

Mit Vertretern des Weinlandkreises Kitzingen soll im Januar über Windkraft und die Nutzung von Sonnenenergie gesprochen werden, um so Strom zu erzeugen. Weinbauern sollen dafür gewonnen werden, beispielsweise Elektrofahrzeuge zu nutzen. dpa

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