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13. November 2012

Gault Millau Restaurants Brandenburg 2013

Alexander Dressel aus Potsdam und Philipp Liebisch aus Senftenberg steigen auf - Marco Giedow in Reichenwalde und Stefan Russ in Bad Saarow bleiben dran - Oliver Heilmeyer abgewertet

In die Klasse der Köche mit hoher Kochkunst und Kreativität verbessern sich Alexander Dressel vom Friedrich-Wilhelm in Potsdam und Philipp Liebisch vom Sandak in Senftenberg in der jetzt erscheinenden Deutschlandausgabe 2013 der französischen Gourmet-Bibel Gault&Millau.

Dressel beeindruckte durch Kaninchenrücken mit ausgefeilter Tomatenbegleitung plus kleinem Gin-Drink oder rohen Kaisergranat mit Gurken und Joghurt als attraktive, in sich ruhende Tellerlandschaft. Bei Liebisch gefielen modische Kontraste wie die Schaumsuppe von rotem und gelbem Paprika mit Schwarzkümmel und einem Stück gebackenem Kalbskopf am Tellerrand oder gebratener Kaisergranat mit Hahnenkämmen, Kichererbsen und Mango. Für solch inspirierte Gerichte erhalten beide im Guide, der nach dem französischen Schulnotensystem urteilt, 16 von 20 möglichen Punkten.

15 Punkte und damit jene Klasse, in der nach Gault&Millau-Verständnis Kochen zur Kunst wird, erreichen Marco Giedow von der Alten Schule in Reichenwalde (weltläufig das Schwarzfederhuhn mit Tiroler Speck und Mohnöl-Hollandaise) und Stefan Russ von der Villa am See in Bad Saarow (originell der marinierte Pulpo mit roter Paprika, Passepierre-Algen und Chorizo).

Platz 1 der kulinarischen Hitparade des Gault&Millau in Brandenburg hält mit 17 Punkten Oliver Heilmeyer vom 17fuffzig in Burg/Spreewald für das hohe Niveau der Küche von der Spreewälder Rotkohlsuppe mit Strudel vom Kanincheneisbein bis zu edlem Bretonischem wie Hummer, Seeteufel und Jacobsmuschel oder des Spreewald-Gartenmenü als vorbildlicher vegetarischer Speisefolge. Heilmeyer wird jedoch von 18 auf 17 Punkte herabgestuft, weil er die perfekte Brandenburger Ente in extrem salzigen Heufond servierte und für das handwerklich tadellose Blaubeergratin mit Mandelquark geschmacksneutrale Zuchtbeeren nahm.

Ihre 16 Punkte aus dem Vorjahr verteidigt Carmen Krüger von Carmens Restaurant in Eichwalde mit ihrer intelligenten Art zu kochen, bei der jedes Gericht auf das Notwendigste reduziert und im Ergebnis einfach gut ist – wie das Filet vom Brandenburger Kräuterschwein, mit Parmesan paniert, kross, innen wunderbar rosa, dazu geschmolzene Tomaten.

Die Tester beschreiben und bewerten dieses Jahr insgesamt 17 Restaurants in Brandenburg. 13 Küchenchefs zeichnen sie mit einer oder mehreren Kochmützen aus, wofür die Könner am Herd mindestens 13 von 20 möglichen Punkten erreichen müssen, was einem Michelin-Stern nahe kommt. Das schaffen auch die neu eröffneten oder erstmals bewerteten Lokale Seehotel in Großräschen mit 14 Punkten, weil es die in dieser Gegend naturgemäß von Skepsis geprägten Erwartungen auf beachtlichem Niveau übertrifft sowie Kochzimmer in Beelitz mit 13 Punkten für entspannte Landküche voller Enthusiasmus.

Für unterwegs gibt es den Gault&Millau auch als App fürs iPhone, iPad und bald auch für Android (7,99 ). Die App enthält den gesamten Inhalt der Buchausgabe und bietet Zusatzfunktionen zur Suche, Anfahrt und direkten Anwahl interessanter Restaurants. Gault&Millau Deutschland 2013 - Der Reiseführer für Genießer 30. Jahrgang, Jubiläums-Ausgabe, 808 Seiten, Euro 29,95 Christian Verlag München

Die 12 besten Restaurants des Gault&Millau in Brandenburg

17 Punkte 17fuffzig** in Burg/Spreewald

16 Punkte Carmens Restaurant in Eichwalde Friedrich-Wilhelm* in Potsdam Sandak* in Senftenberg

15 Punkte Goldener Hahn in Finsterwalde Juliette und Speckers Landhaus in Potsdam Alte Schule* in Reichenwalde Villa am See* in Bad Saarow

14 Punkte Seehotel* in Großräschen Vier** in Luckenwalde Klostermühle in Madlitz

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