19. November 2010

Gault Millau Weine aus Rheinhessen 2011

Rheinhessen: Keller und Raumland punkten mehrfach

Die Natur bot den rheinhessischen Winzern in 2009 alle Möglichkeiten, fantastische Weine zu erzeugen. Allerdings waren Spitzenweine trotz der idealen Bedingungen längst keine Selbstverständlichkeit. Denn wie in den Vorjahren hatten nur die Weine den letzten Kick, deren Trauben von der spannenden Phase des Herbstes ab Mitte Oktober profitierten. Wer 2009 zu sorglos und unbekümmert bei bester Witterung und sommerlichen Temperaturen erntete, fuhr zwar ganz gute Weine ein; mehr aber auch nicht. Das ist das Fazit von Manfred Lüer und dem Chefredakteur des Gault Millau WeinGuide, Joel Payne, nach umfangreichen Verkostungen.

Die besten Weine hat wieder einmal Klaus Peter Keller aus Flörsheim-Dalsheim erzeugt. Er ist der einzige Winzer Rheinhessens, der auf der Bundesfinalprobe Weine platzieren konnte. An der Spitze steht das phänomenale Große Gewächs aus der Westhofener Abtserde, das mit 96 Punkten souverän zum besten trockenen Riesling Deutschlands aus dem Jahrgang 2009 gekürt wurde. Kellers GMax steht diesem Wein aber nur wenig nach und belegte am Ende den dritten Rang. Auch unter den besten Auslesen und Edelsüßen des Landes ist Keller mehrfach vertreten.

Mit diesem fulminanten Auftritt konnte beim Finale nur ein Betrieb aus Rheinhessen mithalten: das Sekthaus Raumland, auch in Flörsheim-Dalsheim zuhause. Sage und schreibe vier Sekte von diesem Ausnahme-Betrieb schafften den Sprung in die Top Ten der besten Winzersekte des Landes. Platz eins, zwei, fünf Seite 12 von 14 und sieben gingen an Raumland. An der Spitze steht der 1997er Pinot Brut aus dem Dalsheimer Bürgel, dicht gefolgt vom Chardonnay Brut Prestige aus 2004, beides Sekte, die es mit Spitzen-Champagner aufnehmen können. Nach dieser grandiosen Vorstellung verlieh die Redaktion Raumland die dritte Traube.

Alleine ganz vorne in der Region steht Keller unverändert mit fünf Trauben. Philipp Wittmann in Westhofen hat sich an die Spitze der Vier-Trauben-Betriebe gesetzt. In diese Gruppe gehört auch Wagner-Stempel in Siefersheim. Sie hat nun Verstärkung bekommen, nachdem das Weingut Kühling-Gillot in Bodenheim aufgestiegen ist. H.O. Spanier und Carolin Gillot haben ihren bis dato besten Jahrgang von der Rheinfront eingefahren.

Groß ist erneut die Zahl der Aufsteiger in diesem Jahr. So konnten sich neben dem Sekthaus Raumland auch Hofmann, Peth-Wetz, Thörle und Arndt F. Werner auf drei Trauben verbessern, Becker Landgraf, Bettenheimer, Bischel, Gysler, Karl May und Schätzel sich jeweils über die zweite Traube freuen. Nach wie vor sprießen zahlreiche talentierte Jungwinzer wie Pilze aus dem Boden. So wurde wieder ein stattliche Zahl an ersten Trauben vergeben.

Insgesamt 89 Trauben-Betriebe werden ausführlich beschrieben. 57 weitere sind als »empfehlenswert« eingestuft, darunter einige Neulinge.

Die Sieger Gault Millau Deutschland 2011