BERLIN
09. Juli 2016

Gelato Festival Berlin Limetten-Eis trifft Möhre

Gelato Festival Berlin

Schoko, Vanille, Erdbeere: Die Zeiten, in denen die Wahl der Eissorte leicht war, sind vorbei. Was geschmacklich alles möglich ist, lässt sich noch bis Sonntag in der Arena Berlin entdecken.

Von Markus Plüm

Rund acht Liter Eis isst jeder Deutsche jährlich. Knapp 5000 Eisdielen gibt es bundesweit laut Statistik. Klassisches Eis-Land ist Italien. Beim Gelato Festival gibt es in der Arena Berlin Eis, das im Glücksfall in Italien ausgezeichnet wird. Eigens für diesen Wettbewerb um die besten kalten Kugeln wurden neue Sorten kreiert, wie die Organisatoren mitteilten.

Seit Donnerstag präsentieren sich sechs Eismacher. Sie kommen aus Berlin und dem Umland, aber auch aus Bad Tölz - und stellen sich dem Urteil des Publikums und einer Fachjury. Ihre Kreationen heißen etwa "Crazy Choc" oder "EisQueen Summer Garden". Zwei Sieger dürfen mit ihrem Produkt schließlich am Finale in Florenz teilnehmen. Dort treffen sie auf die Sieger der anderen Stationen des wandernden Festivals, darunter Turin, Rom, Valencia und London. Neun Städte sind es binnen fünf Monaten.

Eis ist in und Eismacher gelten als die neuen Päpste der Food-Szene. Den Ideen werden keine Grenzen gesetzt - es gibt auf dem Festival auch Herausforderungen für die Geschmacksnerven: Da trifft Limettensorbet auf ein Topping aus Möhren und Aprikose, in einer anderen Kreation vermischt sich griechischer Joghurt mit Cranberries und Nüssen.

Lakritz, Gemüse oder Kräuter wie Basilikum und Thymian: Bei den Geschmacksnoten von Eis gibt es längst keine Grenzen mehr. Das beweist auch Eismacherin Karolina Stich: Bei ihr trifft Limette auf kandierte Möhren - ein ungewöhnlicher Mix, der aber aufgeht. "Die Idee war, ein erfrischendes Sorbet zu entwickeln und dazu etwas Gegensätzliches zu kombinieren, was aber geschmacklich harmoniert", sagt Stich. Sie ist Geschäftsführerin der Eisqueen GmbH in Rangsdorf (Brandenburg), die zwölf Eiscafés beliefert, unter anderem in Berlin, Dresden und Halle. Zum Schluss gibt Stich über ihr Eis "Eisqueen Summer Garden" noch eine Soße aus Karotte und Aprikose, die ganz ohne Zucker auskommt.

Erfrischend muss es sein und auf der Zunge sowohl süß als auch säuerlich schmecken. Das hat Eismacher Gianni Toldo mit seiner Eissorte gut getroffen: Griechischer Joghurt, durchzogen von Cranberrysoße und gehackten Walnüssen. "Joghurt geht zu jeder Tageszeit", erklärt Toldo seine Wahl. Er führt eine Eisdiele in Kirn (Rheinland-Pfalz) und stellt seine "Verführung der Aphrodite" betitelte Kreation ebenfalls in Berlin vor. Auf dem Gelato Festival präsentieren sechs Eismacher aus ganz Deutschland ihre Eissorten und lassen sie von einer Fachjury und den Besuchern bewerten. Die Sieger fahren am Ende zum Finale nach Florenz.

Marco Vazzola hat auf den Geschmacks-Klassiker gesetzt: Schokoladeneis, in das aber ein Himbeersorbet untergemischt ist. Garniert ist seine Sorte "Crazy Choc" mit Browniestücken und einer Schokoladensoße mit 75 Prozent Kakao. "Zuerst schmeckt man die Schokolade, aber dann kommt die Himbeere durch", sagt Vazzola, der ein Eiscafé in Birkenfeld (Rheinland-Pfalz) betreibt.

Ebenfalls probiert werden können auf dem Festival ein Mandeleis mit einer Creme aus Pistazien, garniert mit einem Krokant aus verschiedenen Nüssen und Zitronenschale, ein Zitroneneis mit Ingwer und Blaubeeren sowie ein Pistaziensorbet mit Orangenblütenaroma, Olivenöl, Karamellsoße und geröstetem Mandelkrokant.

Der Andrang auf das Gelände direkt neben dem Badeschiff in der Spree ist groß, auch wenn der Eingang ein wenig versteckt liegt. Für ein stimmungsvolles Ambiente sorgen ein Produktionstruck, ein Verkaufsanhänger, genügend Sitzmöglichkeiten und ein schöner Ausblick. Die Besucher probieren sich durch die Angebotspalette. Wer 13 Euro bezahlt, darf acht Portionen genießen und sein Urteil fällen.

Im Finale in Florenz Anfang September treffen die Berliner Sieger dann ebenfalls auf ausgefallen Konkurrenz: Zum Beispiel auf den Gewinner der Londoner Etappe, "Top". Hinter diesem schlichten Namen verbirgt sich eine Sahnecreme mit gesalzenen Erdnüssen und dunkler Schokolade. Im Kampf um die Eismacher-Krone ebenfalls noch im Rennen ist die Sorte "Araminta" (Orange mit Zitronat und Zimt), deren Schöpfer sich bei der Vorausscheidung in Florenz durchsetzen konnte.

Wer es dann doch klassisch mag, kann sich beim Gelato Festival auch am Stand eines Sponsors bedienen. Dort gibt es fünf verschiedene Sorten Schokoladeneis - genaue Information über die Herkunft der Kakaobohne natürlich inklusive.

Das Gelato Festival dauert noch bis zum 10. Juli und findet in der Arena, Eichenstraße 4 in 12435 Berlin statt. Die Besucher können zwischen 12.00 und 00.00 Uhr alle Eissorten probieren und ihre Stimme für die beste Geschmacksrichtung abgeben. Mit der Gelatocard können bis zu zehn Eissorten probiert werden. Eine Karte kostet 13 Euro, zwei Karten 18 Euro und drei Karten 25 Euro. dpa