24. Oktober 2010

Grün & Wild: Essbare Wildpflanzen

Essbare Wildpflanzen mit Markus Strauß: Selbstversorgung und gesunder Genuss zum Nulltarif (2)

Essbare Wildpflanzen bieten das ganze Jahr über eine gesunde und kostenlose Bereicherung des Speiseplans. Voraussetzung für den Einsatz dieser wertvollen Nahrungsmittel in der Küche ist lediglich das sichere, zweifelsfreie Erkennen von essbaren wilden Pflanzen und Wildfrüchten sowie das Wissen, wann und wo welche Teile der Wildpflanzen gesammelt und verwertet werden können.

Wildpflanzen müssen sich, ohne die schützende Hand eines Gärtners oder Bauers, alleine auf sich gestellt an ihrem Standort gegen Wind und Wetter, die Konkurrenz anderer Pflanzen und eventuelle Fraßfeinde aus dem Tierreich behaupten. Ergebnis dieses Prozesses ist eine im Gegensatz zu unseren Kulturgemüsesorten unglaubliche Vitalität und Widerstandskraft.

Daher enthalten essbare Wildpflanzen im Vergleich zu den gezüchteten Kulturgemüsesorten oft das Vielfache an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Außerdem sind sie reich an so genannten sekundären Pflanzenstoffen wie ätherischen Ölen, wertvollen Bitterstoffen und Enzymen. Essbare Wildpflanzen sind folglich ein echter Schatz unserer einheimischen Natur!

Auf Wildpflanzen ist Verlass - sie gedeihen jedes Jahr: Bodenvorbereitung, Aussaat, Bewässerung, pikieren, düngen, hacken und jäten - das alles entfällt, man muss lediglich wissen, was man wann und wo ernten kann.

Was ist nötig? Gar nicht so viel, wie Sie vielleicht denken. In erster Linie die Bereitschaft, öfters hinaus in die Natur zu gehen und diese noch einmal mit anderen Augen anzusehen. Wichtig dabei ist, einen Bezug zu Ihren essbaren Wildpflanzen in Ihrer unmittelbaren Heimat herzustellen, deren Werden und Vergehen im Ablauf der Jahreszeiten genau kennen zulernen, um so zu wissen, wann sie an welcher Stelle junge Blätter, Sprosse, Blüten, Samen, Wurzeln oder Früchte sammeln können.

Am besten sie schauen sich einfach in Ihrer direkten Umgebung noch einmal neu um: was wächst dort unter dem Gebüsch, am Wegrand oder in der Hecke? Welche "Unkräuter" in meinem Garten kann ich in Zukunft einfach essen? Wachsen in Ihrem Rasen Löwenzahn, Gänseblümchen und Breitwegerich?

Die Auswahl der im ersten Band der Reihe Natur & Genuss bei Hädecke vorgestellten 12 wichtigsten essbaren Wildpflanzen orientierte sich an folgenden Kriterien:

- die Pflanzen sind leicht und sicher zu erkennen,

- nahezu überall im deutschsprachigen Raum in großer Anzahl zu finden und

- sie zeichnen sich durch eine lang andauernde Erntesaison aus oder stehen dem Sammler mit unterschiedlichen Pflanzenteilen sogar ganzjährig zur Verfügung.

Fleißigen Sammlern ist es daher möglich, ihren Bedarf an Lebensmitteln zu überwiegenden Teilen aus der Natur zu decken: Die vorgestellten Wildgemüse bieten eine Fülle an Vitalstoffen und sind zum Teil auch reich an leicht verdaulichen Proteinen und Fetten.

Besonders im Zusammenhang mit den im Folgeband vorgestellten Verwendungen der Früchte des Waldes wie Eicheln, Bucheckern und Esskastanien wird deutlich: eine Ernährung auf Basis von essbaren Wildpflanzen ist nicht nur gesund, sondern auch vollwertig und reichhaltig, kann abwechslungsreich gestaltet werden und geschmacklich außerordentlich befriedigen.

Esst mehr Wildpflanzen!

Euer Markus Strauß

www.dr-m-strauss.de

Zu Teil 1