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09. Januar 2014

Hamburg droht Imageschaden

Dehoga: Hamburg droht wegen Gefahrengebiet Imageschaden bei Touristen

Das Gefahrengebiet in Hamburg könnte nach Einschätzung des regionalen Hotelverbandes Touristen abschrecken. Der Branchenverband Dehoga Hamburg fürchtet wegen der Sperrzone einen Imageschaden der Stadt. Seit dem 4. Januar gehören einige Bereiche der Stadt zu einer Zone, in der die Polizei jeden ohne Anlass kontrollieren darf.

Zunächst zählten größere Gebiete in den Stadtteilen Altona, St. Pauli und Sternschanze dazu. Am Donnerstagnachmittag verkleinerte die Polizei die Zone. Vom Abend an sollten nur noch um die Polizeiwachen Lerchenstraße, Davidwache und Mörkenstraße in der Zeit zwischen 18.00 Uhr und 06.00 Uhr kontrolliert werden. Anlass für das Gefahrengebiet waren Krawalle in der Nähe des besetzten Kulturzentrums «Rote Flora».

In der Gastronomie gebe es vereinzelte Klagen über mangelnde Auslastung, sagt Gregor Maihöfer vom Dehoga. Diese könnten aber eher mit der Jahreszeit zusammenhängen und seien nicht zwingend eine Folge der Ausschreitungen. «Januar ist nicht der Reisemonat», sagt Maihöfer. Die Tourismus-Zentrale hat für 2014 mindestens 12 Millionen Übernachtungen in der Stadt prognostiziert. Für 2013 rechnete sie mit dem Rekordwert von rund 11,5 Millionen Übernachtungen, abschließende Zahlen liegen noch nicht vor. Bis Ende Oktober 2013 buchten ausländische Gäste rund ein Fünftel der Übernachtungen in der Hansestadt.

Am Dienstag wurde bekannt, dass die US-Botschaft per E-Mail eine Warnung an Landsleute verbreitet hat, die in Hamburg leben oder die Stadt in den nächsten Tagen besuchen möchten. Sie sollten in der Sperrzone Vorsicht walten lassen, «besonders in der Nähe von großen Versammlungen, Protesten oder Demonstrationen».

Bewohner und Touristen müssen in den betroffenen Gegenden damit rechnen, dass sie ohne konkreten Anlass von Polizisten kontrolliert werden. Darauf weist die Hamburger Polizei hin. Das kann etwa bedeuten, dass ihre Taschen durchsucht werden oder dass sie ihren Ausweis vorzeigen müssen. dpa