Hotels
12. Dezember 2013

Hotelkette Hilton mit Rekord-Börsengang

Der Börsengang ist bislang der größte der Branche überhaupt - auch den Konkurrenten Hyatt stellt das in den Schatten

Es ist der bislang größte Börsengang einer Hotelkette: Das Debüt von Hilton auf dem Parkett hat das Potenzial, bis zu 2,7 Milliarden US-Dollar einzuspielen. Damit wird der rund 1,1 Milliarden Dollar schwere Börsengang des Konkurrenten Hyatt aus dem Jahr 2009 deutlich übertroffen.

Am Finanzmarkt kam die Hilton-Aktie am Donnerstag gut an. Das Papier startete mit einem deutlichen Plus. In der Spitze stand ein Aufschlag von 9,58 Prozent auf 21,915 Dollar auf dem Kurszettel. Der Eigentümer Blackstone nutzt den Börsengang zum teilweisen Ausstieg und holt sich damit schon mal einen Teil des investierten Geldes zurück.

Sollte der Finanzinvestor auch die restlichen Anteile auf diesem Niveau loswerden, winkt Blackstone ein dicker Gewinn. Bei Kursen ab 22,11 Dollar wäre es mit mehr als 10,1 Milliarden Dollar sogar der größte absolute Ertrag, den eine Investmentgesellschaft je erzielt hätte. Den bisherigen Rekord hält der Blackstone-Konkurrent Apollo, der mit dem Verkauf des Chemiekonzerns LyondellBasell rund zehn Milliarden verdiente.

Die HiltonPapiere wurden zu 20 Dollar das Stück auf den Markt gebracht, wie die Kette am Mittwochabend mitteilte. Die Preisspanne hatte bei 18 bis 21 Dollar gelegen. Es wurden 117,6 Millionen Papiere verkauft - rund fünf Millionen mehr als anfänglich geplant. Damit bringt der Börsengang 2,35 Milliarden Dollar ein. Inklusive einer Mehrzuteilungsoption sind bis zu 2,7 Milliarden Dollar drin. Zum Ausgabepreis liegt der Börsenwert der Hotelkette bei knapp 20 Milliarden Dollar.

Mit dem Geld aus der Kapitalerhöhung will Hilton einen Teil seiner Schulden zurückzahlen. Blackstone wird im besten Fall rund die Hälfte des Erlöses bekommen. Der Finanzinvestor hatte Hilton 2007 kurz vor dem Platzen der Immobilienblase in den USA und dem Ausbruch der Finanzkrise für den Rekordpreis von damals 26 Milliarden Dollar gekauft - wobei rund 6,5 Milliarden Dollar eigenes Geld waren. Der Rest wurde über Schulden finanziert. Nach dem Börsengang hält Blackstone noch rund drei Viertel der Hilton-Aktien.

Zu dem 1919 von Conrad Hilton gegründeten Konzern gehören heute nach eigenen Angaben 4080 Hotels und Resorts mit 672 000 Zimmern in 90 Ländern. Insgesamt zehn Hotelmarken sind unter dem Dach vereint: Luxusherbergen wie das Waldorf Astoria genauso wie Unterkünfte für Geschäftsreisende mit der Marke DoubleTree bis hin zu günstigen Bleiben wie Hampton. 2012 machte Hilton 9,3 Milliarden Dollar Umsatz und 352 Millionen Dollar Gewinn. dpa