Honza Klein unterwegs
21. November 2011

Im Four Seasons Hotel Beirut im Libanon

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Beirut ist zurück: Große Hotelketten ziehen wieder an den Strand des Libanon. So wie das neue Four Seasons Hotel

Diese Hotelgeschichte beginnt mit einem Resümee. Als Freund guter Cigarren ist man in Beirut im gelobten Land. Vielleicht rührt daher auch die Cigarrenleidenschaft von Avon Uvezian. Schließlich wurde er 1926 in Beirut geboren. Schon bei der Ankunft auf dem modernen Flughafen wird man beim Warten auf seine Koffer von den Auslagen im Cigarshop in den Bann gezogen.

Vor allem Kuba hat seine Produkte platziert. Eine ebensolches reichhaltiges Angebot findet man noch einmal beim Abflug in einem der größten La Casa del Habano, die ich jemals auf einem Flughafen gefunden habe. Nebst großem begehbaren Humidor. Und das Beste: man kann seine cigarrophilen Schätze sogar auf dem Flughafen genießen. Rauchverbot Fehlanzeige. Doch Beirut ist mehr als der Flughafen - also auf in die Stadt, in das Anfang vergangenen Jahres eröffnete Four Seasons Hotel.

Als ich dem Taxifahrer mein Ziel nenne, meint er nur kurz, doch mit hörbarer Bewunderung und vielleicht auch ein wenig Stolz auf seine Stadt: "Oh, das beste Hotel in Beirut." Nun gut, wer schon einem in einem Four Seasons sein Haupt gebettet hat, den wird das kaum überraschen.

Die Fahrt geht durch über einen Highway hinein in das einstige Paris des Orients. Vorbei an etwas in die Jahre gekommenen Häusern, vorbei and Häusern die die Spuren des Bürgerkrieges tragen, hinein in das schicke Viertel am Yachthafen unweit des City. Dort ragt der Tower des Four Seasons in den Himmel. Rings herum erinnert man sch als Berliner ein wenig an die 90iger Jahre des vergangenen Jahrhundert in der eigenen Stadt - Kräne, abermals Kräne, Baugruben.

So betrete ich die großzügige Lobby des Hauses der kanadischen Hotelgruppe welches noch einen weiteren Bezug zu Berlin und den 90igern hat. Stefan Simkovics, der in dieser Zeit dem Berliner Four Seasons am Gendarmenmarkt vorstand, lenkt nun die Geschicke am Mittelmeer. Sein einstiges Berliner Domizil wurde nach seinem Weggang von der Spree von der Regent-Gruppe übernommen. So wanderte der Hotelier über China und die USA nach Beirut, von wo er die Expansion seiner Firma, die zu den weltweit besten Hotelketten zählt, fortsetzt. "Ich fühle mich aber auch sehr wohl hier", sagt der Österreicher. Damit dürfte er im Einklang mit seinen Gästen liegen.

Service ist eines der Merkmale der Kanadier. "Bei einem Hotel ist nicht in erster Linie wichtig, wie viele oder ob es goldene Wasserhähne oder dergleichen gibt. Der Service für den Gast hat Priorität", sagt Simkovics. Und das spürt man eigentlich bei jedem seiner Mitarbeiter. Das Hotel selbst ist ganz im Four Seasons Stil. Man fühlt sich zu Hause und merkt doch, dass man im Orient ist.

Die Innendesigner haben in den modernen Bau einheimische Elemente integriert, ohne dass es museal wirkt. Die Bar lädt zu gemütlichen Drinks und wie schon erwähnt kann man genussvoll eine Cigarre entzünden. Einzig bei den modernen Technologien scheint man bei Four Seasons etwas verschlossen zu sein. In etlichen Hotels weltweit - sei es in Schottland oder der dominikanischen Republik in Frankreich, Deutschland oder der Schweiz - ist die W-Lan-Verbindung obligatorisch und kostenfrei. Bei den Kanadiern zahlt man dafür 25 Dollar pro Tag.

Atemberaubend ist die Anlage des Pools. Auf dem Dach des Towers, 26 Etagen über dem Meer genießt man die mediterrane Sonne und en Blick über Beirut bis zum Libanon Gebirge. Dahinter erstreckt sich die Bekaa-Ebene mit der weltweit größten erhaltenen römischen Tempelanlage in Baalbek. Eine Fahrt dorthin sollte unbedingt auf dem Programm eine Libanon Aufenthalts stehen. Und wieder zurück in der quirligen Hauptstadt bleibt dem Besucher vielleicht noch Zeit den modernen Suq unweit des Four Sesaons Hotels zu besuchen, wo es neben den üblichen Edelmarken-Boutiquen auch eine gut sortiertes Cigarrengeschäft gibt. Ebenso wie in Boulevardbereich unweit des Regierungssitzes.

Aber wie gesagt - auch am Abflugterminal ist die Auswahl an braunem Gold riesig. Und dort auf dem Flughafen kann man noch einmal einen Blick in die jüngere Geschichte werfen. Vorher-/Nacher-Bilder finden sich in einer Ausstellung und zeigen die enormen Aufbauleistungen nach den Zerstörungen des Bürgerkrieges. Rings um das Four Sesaons waren diese Zerstörungen besonders groß. Einige Hotelruinen zeugen noch heute davon. Eine Stadt im Aufbruch und vielleicht deshalb gerade wieder so anziehend.

Bin dann wieder mal unterwegs.

Euer

Honza Klein

Four Seasons Hotel Beirut, 1418 Avenue Professor Wafic Sinno, Tel: +961 1 761 000, fourseasons.com/beirut