Honza Klein unterwegs
15. Mai 2013

Kaffee mit Zeus

Fotos Honza Klein

Die Urlaubsregion Olympische Riviera in Griechenland

Beim Thema Griechenland als Urlaubsdestination denken sicherlich die Meisten zunächst Inseln wie Kreta, Rhodos, Santorin oder Mykonos und natürlich Athen mit seiner Akropolis. Doch wer beispielsweise mir Aegean Airlines den Flug nach Athen antritt, legt eine Zwischenlandung in Thessaloniki ein.

Aussteigen lohnt sich. Von der Stadt, in der übrigens der türkische Staatsgründer Kemal Atatürk geborgen wurde und die nach Aussage meines griechischen Reiseleiters die schönsten Frauen Griechenlands beherbergt, gelangt man nach etwa zwei Stunden Fahrt immer am Ufer der Ägäis entlang zur olympische Riviera am Fuße des Götterberges Olymp.

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Ein mächtiges Bergmassiv das sich bis fast 3000 Meter in den Himmel reckt. Ein beliebtes Gebiet für Wanderer. Ausgangspunkt dafür ist am besten der kleine Ort Litochoro. Allerdings sollte man doch eine angemessene Ausrüstung (Kleidung) dabei haben. Der Berg ist nicht unbedingt etwas für Sonntag-Nachmittags-Wanderer, wenn man den Gipfel in 2918 Meter erreichen möchte.

Oft verschwindet der Berg hinter pittoresken Wolken. Das lässt sich am Einfachsten aus einem Liegestuhl am Strand der Riviera beobachten. Oder man sitzt in einer kleinen Taverne eines der Bergdörfer mit Blick auf Berg auf der einen und Meer auf der anderen Seite. "Ich trinke jeden Tag Kaffee mit Zeus", meinte meine Reiseleiterin.

Die in der Hauptstadt der Region Katerini wohnt. Keine große Stadt, aber für Urlauber der nächste gelegene Shoppingpunkt für Zwischendurch. Bei mir war es übrigens eher Ouzo, mit dem ich Zeus ein Jamas (Prost) zugerufen haben. Erst vor 100 Jahren wurde der Olymp erstmals bestiegen, was im Juni 2013 nun mit allerlei Veranstaltungen gefeiert wird.

Doch wie gesagt. All zu viele Deutsche Urlauber werden daran wohl nicht teilnehmen. "Wir befürchten einen Ausverkauf der Region", erzählt Costas Panteris, Chef von Syrtaki Travel. Er arbeitet unter anderem als Partner für alltours. "Einige deutsche Reiseveranstalter haben das gebiet schon aufgegeben", sagt er.

Die UI etwa sei ganz weg, Lufthansa hat seine Flüge an den Star Alliance Partner Aegean übergeben. Es gäbe immer wenige Flüge, was die Preise erhöhe. Ein anderer Grund für die Skepsis mancher Urlauber - die Russen haben die Region für sich entdeckt. Von 40 Hotels mit mehr als 200 Betten, sind bereits zehn in russischem Besitz. Tendenz steigend.

Anderseits sind die Russen für den Fremdenverkehr der Gegend unverzichtbar. Dies gilt übrigens für ganz Griechenland. Kamen etwa 2011 gut 140.000 Besucher allein mit alltours in das Land waren es im Sommer 2012 gerade mal noch 80.000. Inzwischen steigen die Zahlen wieder. Besonders Kreta und Rhodos erleben ein Comeback. Doch die Region Zeus schwächelt.

"Ohne die Russen hätten wir dies nicht Kompensieren können", meint Panteris. Jedoch sei den eher skeptischen Urlaubern gesagt, die Urlauber aus den Ländern der einstigen Sowjetunion sind längst nicht mehr die der Nachwendezeit. Diese Erfahrung habe ich übrigens kürzlich auch an der türkischem Riviera rings um Antalya gemacht. Ein deutscher Kegelklubausflug ist als Gast auch nicht die reine Freude. Doch das nur nebenbei.

Wie schon erwähnt gibt nur 40 Hotels mit mehr als 200 Zimmern an der etwa 70 Kilometer langen Olympischen Riviera. Die ist gerade für Ruhe suchende Touristen ein Vorteil. Breite Sandstrände, blaues Meer bieten den Rahmen für entspannte Urlaubstage. Außerdem bietet die Region die Möglichkeit zu einem Ausflug zu einer der vielleicht spektakulärsten Klosteranlagen der Welt.

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Zwei Stunden Fahrt nach Norden und man ist bei den Meteora Klöstern. Für jeden James Bond Fan ein Muss. Roger Moore jagte hier in For Your Eyes Only Bösewichte. Das Stephanskloster ist das einzige, das direkt mit dem Auto erreicht werden kann. Alle anderen erfordern einige hundert Treppenstufen. Eine Art Rundweg führt zu immer wieder spektakulären Aussichten auf die Klöster entweder von unten hinauf oder von oben.

Allerdings kann es für die einsam lebenden Mönche und die Nonnen in den zwei Frauenklösten recht laut werden in ihrer selbst gewählten Einsamkeit. Bis zu 4500 Besucher kommen in der Saison pro Tag. Auf dem Rückweg sollte man unbedingt die Familie Gertsou besuchen. Die Großmutter steht in ihrem Restaurant Meteora hinter riesigen Topfen und man sucht sich direkt in der Küche köstlichstes Lamm-, Hühner- oder Schweinefleisch oder Fisch aus.

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Anschließend sitzt man mit Blick auf die Felsen und genießt. Auch wenn das mit dem griechischen Wein dazu doch eher eine Schlagerlegende ist. So recht kann ich auch nach etlichen Reisen mit dem Traubensaft der Region nicht warm werden. Aber es gibt ja Ouzo. Ein weiterer Ausflug könnte die Ausgrabungsstätte von Dion sein. Nicht weit von Litochoro entfernt. Eine Palastanlage aus dem 5. Jahrhundert vor Christi.

"Ich habe einen Freund aus Deutschland, der kommt seit Jahren immer wieder hierher", erzählt Costas Panteris zum Abschied, "und jedes Mal sagt er mir, dass er wieder etwas neues entdeckt hat."

Ich bin dann mal wieder unterwegs

Honza Klein