21. Oktober 2014

Kolumne Gartentipp Sanddorn

Gartentipp Sanddorn

Der Gartentipp von Brigitte Goss aus der Bayerischen Gartenakademie: Sanddorn – ein Alleskönner für den Garten

Ob für steinige, nährstoffarme Böden in einer Gartenecke oder als Heckenpflanze, als Wildobst oder als Vogelnährgehölz – der Sanddorn (Hippophae rhamnoides) ist vielfältig einsetzbar, anpassungsfähig und hat einen großen Zierwert. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie verraten mehr über das Wildobst.

Männlein und Weiblein auf unterschiedlichen Pflanzen
Eine der meist gestellten Fragen zu Sanddorn ist: Warum fruchtet meine Pflanze nicht? Hauptgrund ist die botanische Besonderheit: die Zweihäusigkeit. Das heißt, es gibt rein männliche und rein weibliche Pflanzen. Will man Früchte ernten, braucht man mindestens zwei Sträucher - nämlich mindestens einen weiblichen zusammen mit einem männlichen Sanddorn. Wollen Sie eine Sanddornhecke pflanzen? Dann reicht eine männliche auf fünf weibliche Pflanzen, um eine gute Befruchtung zu erzielen.

Die Sorten
Die weiblichen Sorten unterscheiden sich durch Fruchtfarbe und Reifezeit. Die bekannte Sorte ´Leikora´ fruchtet spät und ist kräftig bedornt. Ihre Früchte hängen bis Januar. ´Hergo ´ist früher dran. Sie kann schon im August bis September geerntet werden. Ihre Früchte lösen sich leicht von den Zweigen. ´Pollmix´ ist der "Standardmann", stattlich mit bis zu 3 Metern Höhe. Ein männlicher bis zu einem Meter großer Zwerg ist die Sorte ´Hikul´. Der Kleine mit dem kugeligen Wuchs, ist salzverträglich und kann sogar als Hecke in innerstädtischen Problemzonen eingesetzt werden. Beide tragen im Herbst natürlich keine Früchte.

Ohne männliche Befruchtersorte kommt die zierliche Sorte ´Friesdorfer Orange´ aus. Sie ist selbstfruchtbar. Allerdings trägt sie besser, wenn zwei Exemplare dieser Sorte gepflanzt werden.

Da passt der Sanddorn hin
Der Boden für den Sanddorn sollte sandig bis lehmig sein und gut durchlässig. Sanddorn kommt mit fast allen Standorten zurecht, nur stauende Nässe und Schatten verträgt er nicht. In seinen Nährstoffbedürfnissen ist er ebenfalls sehr anspruchslos. Seinen Stickstoff produziert er mit Hilfe eines Strahlenpilzes selbst. Will man also eine pflegeleichte Hecke anlegen oder braucht eine Hangbefestigung, bietet er sich als geeignetes Gehölz an. Den Platz für den Sanddorn sollte man recht großzügig wählen, da er sich über Wurzelausläufer ausbreitet. Wird er zu breit, kann man die Ausläufer regelmäßig abstechen oder abschneiden.

Die Pflanzung
Im Frühjahr ist die beste Pflanzzeit für diesen Alleskönner, da der Boden genügend Feuchtigkeit zum Anwachsen bietet. Ist er fest eingewurzelt, kann dem Sanddorn keine Trockenphase mehr etwas anhaben. Deshalb wird er auch als Pioniergehölz verwendet, wenn es darum geht, Dünen oder Böschungen zu festigen.

Gehaltvolle Sanddornbeeren
Die Sanddornfrüchte sind Gesundheitsbomben und reich an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen wie Bor, Eisen und Mangan. Besonders zu erwähnen ist der hohe Gehalt an Vitamin C. Er liegt bis zum Siebenfachen über dem Vitamin C-Gehalt von Zitronen. Verwendet wird Sanddorn vor allem in Gelees, Mischfruchtmarmeladen und Mischgetränken. In der Kosmetikindustrie wird Sanddornöl ebenfalls häufig eingesetzt. Die rohen Früchte sind frisch vom Strauch genießbar. Sie schmecken säuerlich nach einer Mischung aus Orangen und Zitronen.

Die Ernte ist nichts für Feiglinge
Eine Herausforderung ist das Ernten, weil die Triebteile mit Dornen bewehrt sind. Die beste Erntemethode ist das Abschneiden der früchtetragenden Zweige. Zum besseren Ablösen der Früchte friert man die Zweige in eine Plastiktüte verpackt einige Tage ein. Danach lassen sich die Früchte einfach abschütteln und weiterverarbeiten. Das Abschneiden der Triebe hat zudem den Vorteil, dass der Strauch nicht verkahlt, sondern verzweigt und buschig bleibt.

Winterfrüchte
Im Winter besuchen Vögel den Sanddorn gerne. Die Früchte bleiben sehr lange am Strauch hängen und sind auch wahre Vitaminleckerbissen für diese Tiere. Für den Menschen bietet der Sanddorn in dieser Jahreszeit einen kräftigen orangefarbenen Farbtupfer im sonst eher tristen Garten.

Zum Gartentipp: Gemüse im Garten überwintern

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie(at)lwg.bayern.de

Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

www.lwg.bayern.de/gartenakademie