KNIGGEALARM
17. September 2016

Kolumne Knigge-Alarm Ehrengäste

Knigge-Alarm Ehrengäste, Foto © fotolia / tournee

Babette Gott über Tischordnung und die Formen des Umgangs mit Gästen

Es ist immer schön, Freunde im eigenen Heim zu bewirten. Aber auch routinierte Gastgeber stellen immer wieder Fragen zur Tischordnung. Worauf gilt es zu achten achten? Früher galt: Man soll Ehepaare nicht nebeneinander platzieren, um die Kommunikation am Tisch zu fördern. Diese Regel gilt heute nicht mehr grundsätzlich. Die meisten Menschen sind berufstätig und sehen ihren Ehepartner eher wenig, sodass man ihnen heute den "gemeinsamen Abend" lassen will. Dass die Eheleute nicht am Tisch über Schulprobleme der Kinder oder andere ganz private Themen miteinander diskutieren, ist natürlich selbstverständlich. Das Gastgeberpaar sollte jedoch nicht nebeneinander sitzen, damit sie ihre Gunst möglichst weit verteilen können, denn auch heute noch sind die Plätze nah am Gastgeber die wertvollsten.

Als Ehrenplatz wird der Platz rechts neben dem Einladenden gesehen und zwar sowohl neben dem männlichen als auch dem weiblichen. Im allgemeinen sitzt ja die Tischdame rechts von ihrem Tischherrn, der ihr besonders viel Aufmerksamkeit schenkt. Da die Gastgeberin jedoch diejenige ist, die sich um den Gast kümmert, wird der männliche Ehrengast auch bei ihr an die rechte Seite gesetzt. Der zweitbeste Platz ist links vom Einladenden.

Nicht immer gibt es einen wirklichen Ehrengast. Dann sollten diese besonderen Plätze den Gästen angeboten werden, die neu in der Runde sind oder vielleicht etwas schüchtern oder besonderer Unterstützung bedürfen. Die besten Freunde, die man häufig sieht und die sich im Haushalt gut auskennen, muss man nicht neben sich platzieren. Hier sollten diejenigen sitzen, die man nicht so oft trifft.

Ein wichtiges Kriterium bei der Tischordnung ist auch die Gespächsfreudigkeit der Gäste. Diejenigen, die gern sprechen werden möglichst an verschiedene Stellen der Tafel gesetzt. Sind Ausländer dabei, die kein Deutsch verstehen, müssen sie einen Tischnachbarn haben, mit dem sie sich in einer anderen Sprache verständigen können. Kinder gehören zu ihren Eltern, wenn man nicht einen extra Kindertisch hat oder alle an einem Teil der Tafel sammelt, was ab Grundschulalter in jedem Fall sinnvoll ist.

Wenn alle Gäste dann optimal platziert sind, bleibt nur noch zu hoffen, dass Sie Ihr Dinner perfekt vorbereitet haben. Denn der leere Stuhl des Gastgebers, der ständig in der Küche zu tun hat, ist einfach kein guter Gesprächspartner ...

Knigge-Alarm Geschenke

Babette Gott, Dipl. Betriebswirtin
Trainerin für Business-Etikette (IHK)
Vorstandsmitglied der
Deutschen Knigge-Gesellschaft
www.kniggealarm.de