01. März 2015

Kolumne Knigge-Alarm Serviette

Knigge-Alarm Serviette, Foto: pitopia/PRILL

Babette Gott über die Formen des Umgangs mit der Serviette

 

Das Wort "Serviette" kommt aus dem Französischen und bedeutet ursprünglich etwa "Gegenstand, der beim Servieren benötigt wird". Es gibt die Handserviette des Obers, die z.B. zum Tragen von heißen Tellern benötigt wird und die Mundserviette für den Gast. Sie wird im Allgemeinen auf den Platzteller oder statt des Platztellers auf den Tisch gelegt – oder gesetzt, denn es gibt durchaus raffinierte Falttechniken.

Sollte Ihnen so eine Servietten-Skulptur die Sicht auf Ihren Begleiter nehmen oder aus anderen Gründen stören, können Sie die Serviette gleich auf Ihren Schoß legen. Im Normalfall bleibt sie jedoch so lange liegen bis das Essen serviert wird. Dann allerdings gehört sie auf den Schoß – einmal gefaltet mit der offenen Seite zu Ihnen. So können Sie sich mit der Innenseite der oberen Lage den Mund abwischen, ohne dass nachher die schmutzige Seite Ihre Kleidung berührt.

So bleibt sie auch liegen bis das Essen beendet ist. Erst dann kommt sie locker gefaltet – möglichst links – neben den Teller. Dahin gehört sie auch, falls Sie zwischen den Gängen mal aufstehen müssen. In Deutschland legt man die Serviette dann nicht auf den Stuhl, wie es in den USA üblich ist.

Sie benutzen die Serviette immer bevor Sie einen Schluck trinken und wenn Sie es für nötig halten, aber bitte nur für den Mund und nicht etwa um Schweißperlen von der Stirn zu wischen oder das Augenmakeup zu korrigieren.

Das alles gilt gleichermaßen für Stoff- wie auch für Papierservietten.

Nur als Pensionsgast mit einer namentlich zugeteilten Stoffserviette, die wiederverwendet wird, gehen Sie beim Zusammenfalten am Ende der Mahlzeit mit Ihrem "Serviergegenstand" etwas sorgfältiger um.

Knigge-Alarm Suppe

Babette Gott, Dipl. Betriebswirtin
Trainerin für Business-Etikette (IHK)
Vorstandsmitglied der
Deutschen Knigge-Gesellschaft
www.kniggealarm.de