16. Januar 2015

Kolumne Knigge-Alarm Suppe

Knigge-Alarm Suppe, Foto: Stella Gott

Babette Gott über die Formen des Umgangs mit Suppe

Ein deftiger Eintopf, eine klare Wild-Consommé, das Kürbiscremesüppchen und die Bouillabaise – alles ist Suppe, wird aber doch verschieden gehandhabt.

Eine Gemeinsamkeit ist, dass alle mit dem Suppenlöffel gegessen werden. Er sollte nicht zu voll genommen werden, damit die Suppe nicht herunterpladdert und er wird mit der Spitze zuerst zum Mund geführt. In manchen Ländern – wie z.B. in England – wird er mit der Seite an die Lippen gesetzt.

Der klassische deutsche Suppenlöffel ist spitz zulaufend und die erste Wahl für Suppen, die in Suppentellern serviert werden. Daneben gibt es noch die runde Löffelform, die bei Suppentassen vorzuziehen ist.

Grundsätzlich gilt, dass klare Suppen in der Tasse und Cremesuppen im Teller serviert werden. Das ist deshalb sinnvoll, weil aus der Suppentasse auch getrunken werden darf – nämlich dann, wenn die Einlage ausgelöffelt ist und nicht mehr viel Suppe in der Tasse ist.

Beim Suppenrest auf dem Teller herrscht im Etikette-Bereich Unstimmigkeit, ob man den Teller nun anheben darf oder nicht. Wenn überhaupt sollte er zur Tischmitte hin geneigt werden. Da aber das Zurechtrücken des Tellers durch den Gast immer zu vermeiden ist – denn in der gehobenen Gastronomie wird der Teller vom Kellner korrekt platziert und ist gegebenenfalls angewärmt – empfehle ich, auch den Suppenteller nicht anzuheben, sondern den nicht auflöffelbaren Rest einfach übrig zu lassen.

Falls doch einmal eine Einlage zu groß ist, darf man sie mithilfe von Messer und Gabel mundgerecht zerkleinern. Das Besteck kann anschließend auf dem Teller unter dem Suppenteller abgelegt werden.

Für Muscheln und Krustentiere in der Suppe müssen manchmal die Finger gebraucht werden. In diesem Fall sollten unbedingt eine Finger-Schale und ein Ablageteller bereitgestellt werden. Wurde das vergessen, scheuen Sie sich bitte nicht danach zu fragen.

Und nun viel Spaß beim Auslöffeln dessen, was Ihnen ein hoffentlich guter Koch "eingebrockt" hat.

Knigge-Alarm Kaviar

Babette Gott, Dipl. Betriebswirtin
Trainerin für Business-Etikette (IHK)
Vorstandsmitglied der
Deutschen Knigge-Gesellschaft
www.kniggealarm.de