10. Februar 2012

Küchenmaschinen als Wunderautomat zum Kochen

Moderne Küchenmaschinen können inzwischen weit mehr als Teig kneten und Gemüse pürieren: Sie kochen, braten, backen und kühlen sogar

Die schnellen Helfer in der Küche werden noch multifunktionaler. Mikrowelle und Küchenmaschine kommen mit immer mehr Funktionen auf den Markt: Teig kneten, Gemüse raspeln oder Essen aufwärmen allein sind neben einem eleganten Design längst nicht mehr genug.

«Multifunktionalität ist immer ein großer Vorteil - es spart einfach Platz, wenn anstatt vier oder fünf nur noch ein Gerät in der Küche steht», sagt Ralf E. Meneghini, Experte für Großküchentechnik beim Verband der Köche Deutschlands in Frankfurt. «Und nach meiner Erfahrung muss man mit den Kombigeräten auch keine Abstriche machen.»

Möglich ist hier so einiges, vor allem bei den Küchenmaschinen: Philips hat beispielsweise kürzlich die Küchenmaschine «HR7762» in den Handel gebracht. Sie kann auch Eis zerkleinern und Smoothies herstellen, außerdem gibt es eine Mühle, um Pesto herzustellen. Die Maschine nimmt, anders als das bisherige, etwas kleinere Gerät, auch das Zubehör nach getaner Arbeit gut verpackt auf.

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Butter oder Schokolade schmelzen oder Zwiebeln anbraten, während das Rührwerk sich dreht: «Cooking Chef» von Kenwood vereint ein Rühr- mit einem Induktionskochsystem. Auch ein Hefeteig kann laut Hersteller bei niedriger Hitze schonend gehen. Die Temperatur ist von 20 bis 140 Grad regelbar, und über 35 Zubehörteile ermöglichen 60 verschiedene Funktionen.

Den Trend zu immer mehr in einem Gerät und zu kompakteren Anlagen hat Prof. Rainer Stamminger, Experte für Haushaltstechnik an der Universität Bonn, schon seit einigen Jahren im Blick. «In vielen Teilen der Welt werden die Wohnungen immer kleiner, immer weniger Leute essen gemeinsam, für weniger wird gekocht», erläutert er. «Diese Haushalte brauchen keinen Herd, keinen Backofen - das erledigt dann so ein Multifunktionsgerät.»

Manche Kombigeräte sparen in der Tat den Platz für einige größere Geräte: Sharp verbindet bei der «AX-1100» einen Dampfgarer, einen Grill und eine Mikrowelle in einem Gerät. Ein integrierter Wasserbehälter erspart den Wasseranschluss. Das Produkt erzeugt auf Wunsch puren Dampf ohne Mikrowellenenergie in zwei Temperaturbereichen. Zusätzlich ausgestattet mit einem Infrarotgrill können hier Speisen auf zwei Ebenen gegart werden.

LG bietet einen Kompaktbackofen mit integrierter Mikrowelle, Heißluft-Funktion und einem Grill an. Die Garprogramme sind mit einer Gewichtsautomatik für die Lebensmittel ausgestattet. «Omnipro» von Samsung kann mit 37 Automatikprogrammen aufwärmen, dünsten, grillen und backen. Laut Hersteller ermittelt das Produkt mit Sensoren Gewicht und Feuchtigkeit der Lebensmittel, schlägt dann unterschiedliche Zubereitungsarten vor und berechnet die Garzeit.

Kommuniziert wird über ein Display. Das Gerät sagt seinem Besitzer, welche Einsätze er wählen muss und wann es Zeit ist, das Stück Fleisch zu wenden.

Doch Stamminger warnt davor, zu viel von Kombigeräten zu verlangen: «Diese Geräte sind immer ein Kompromiss. Die Dampfgarfunktion ist eben nicht so gut wie bei einem Dampfgarer. Für einfache Gerichte aber reicht das völlig aus.» Auch müsse abgewogen werden, ob das Gerät tatsächlich benutzt werden wird oder ob es nur Platz im Regal wegnimmt.

«In Deutschland werden die elektrischen Kleingeräte oft verschenkt und landen dann im Keller oder auf dem Dachboden. Das ist in Süd- und Osteuropa anders», sagt Stamminger. Dort werde nicht nur noch mehr aufwendig gekocht, Gemüse geschnippelt und frisches Fleisch verwendet. «Dort wird auch noch mehr gebacken als bei uns oder bei unseren Nachbarn in Holland, wo noch mehr Fertigprodukte eingesetzt werden. Dazu brauchen Sie eben keine Küchenmaschine.»

Der Koch Meneghini rät, Geräte zu kaufen, die trotz vieler Funktionen einfach zu bedienen sind und geringe Größe und Gewicht haben. «Einfache Reinigung ist ein weiterer wichtiger Punkt. Das Gerät sollte keine Ecken und Kanten haben, an denen sich Fett und Rückstände sammeln.» dpa