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07. März 2011

Kulinariker: Nein zur Enten- und Gänsestopfleber

Umfrage des Kulinariker: 68 Prozent gegen Stopfleber

"Stopfleber - Leckerbissen oder Lustmord?" - diese Frage richtete das Genussmagazin KULINARIKER vom 31. Januar bis zum 1. März 2011 an seine Leser.

Das Ergebnis ist so eindeutig wie überraschend: Von den insgesamt 545 Teilnehmern der Online-Umfrage plädierten knapp 68 Prozent der Gourmets dafür, die Gänsestopfleber von den Tellern der Gastronomie zu verbannen. Nur 32 Prozent votierten durch ein "Auf den Teller damit!" für den weiteren Verbleib dieses umstrittenen Leckerbissens auf den Menükarten.

Mittlerweile ist in den meisten europäischen Ländern, auch in Deutschland, das Stopfen von Gänsen und Enten durch Tierschutzgesetze verboten oder zumindest stark reglementiert. Der Verkauf, die Verarbeitung und der Verzehr allerdings nicht.

Dies prangert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, an und sieht im Abstimmungsergebnis einen Trend bestätigt: "Die Abstimmung zeigt zweifellos, dass immer mehr Menschen Stopfleber nicht als Feinkost sehen, sondern das Leid der Tiere und die grausamen Haltungsbedingungen der Gänse und Enten, die für das Luxusprodukt gequält wurden. Der Deutsche Tierschutzbund fordert schon seit vielen Jahren ein europaweites Verbot der Zwangsmast und ein Importverbot von Stopfleberprodukten für Deutschland. So lange aber immer noch Stopfleber legal angeboten wird, sollten die Verbraucher auf den Konsum dieser Ware verzichten."

Ähnlich sieht es auch die Tierschutzorganisation PETA, deren Vertreterin Sabine Weick die Verbraucherverantwortung betont: "PETA freut sich, dass sich die Menschen für die Herstellungsprozesse ihrer Lebensmittel interessieren und sich so deutlich gegen die Tierquälerei auf ihrem Teller aussprechen! Mit dem guten Gewissen geht auch der Genuss einher. Rein pflanzliche Spitzenküche wird zunehmende zum Trend in der Gastronomie - und die steigende Nachfrage bestätigt das."

Hintergrund: Enten- oder Gänsetopfleber ist eine der ältesten kontinuierlich genossenen kulinarischen Spezialitäten der Welt. In der Massentierhaltung wird angestrebt, den Anteil der fetthaltigen Zellen in der Leber möglichst schnell zu erhöhen. Am schnellsten geht das durch Zwangsernährung, bei der übermäßig viel Nahrung durch eine Röhre oder einen Gummischlauch direkt in den Magen der Tiere gepumpt wird. Manchmal mit Hilfe von Pressluft. Und das mehrmals am Tag, mehrere Kilo Futterbrei pro Durchgang. Durch diese radikale Mast verfettet die Leber innerhalb weniger Wochen und schwillt auf das fünf bis 13-fache des Normalgewichtes an. Auf bis zu zwei Kilogramm. Beim Menschen würde es die Leber eines Erwachsenen durch diese Art der der Mast leicht auf satte 19 Kilogramm bringen.

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