Honza Klein unterwegs
05. April 2012

Kurztripp durch das alte Madrid

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Spanische Hauptstadt bietet Hotels und Restaurants mit Patina

Ein Klassiker der Restaurants in Madrid mit Patina ist das Botin. Eine Fassade die den Spaziergänger inne halten lässt. Nicht weit entfernt vom Plaza Mayor und damit im Herzen der Altstadt, umgeben von etlichen Tapasbars und weiteren Restaurants, und doch so etwas wie ein Leuchtturm.

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Schwer hier einen Tisch zu bekommen, ohne vorher reserviert zu haben. Trotz mehrer Etagen, großen und kleinen Gasträumen, einer kleinen Bar am Eingang. Jackie Kennedy war zu Gast, Astronaut Neil Armstrong, Claudia Cardinale, Toni Curtis, Elke Sommer, Melanie Griffith, natürlich König Juan Carlos mit Königin Sofia, Ava Gardner, an einer Wand hängt ein Dankschreiben von Nancy Reagan und Frank Sinatra wollte das Gasthaus sogar kaufen.

Doch nichts da. Die Eigentümer blieben eisern. Immerhin handelt es sich laut Guinness Buch der Rekorde um das älteste Restaurant der Welt. Eröffnet 1725. Nun ja so ganz sicher bin ich da nicht. Habe ich doch vor einigen Jahren im Schwarzwald das Hotel Adler besucht. 1446 eröffnete dort die Familie Riesterer ihr Gasthaus. Noch immer ist es in Familienbesitz. Doch das nur nebenbei.

Im hier und jetzt ist es egal, welche Urkunde da im Schaufenster des Botin hängt. Es ist jedenfalls ein urgemütlicher Ort. Fast so eine Art Museum. Spezialität des Hauses: sehr, sehr knuspriges Spanferkel.

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In den Gassen rings um das Botin gibt es etliche weitere durchaus empfehlenswerte Tavernen. Allein die Inneneinrichtungen machen einen Blick durch die Tür bei den meisten zur Pflicht. Nicht weit vom Plaza Mayor der guten Stube Madrids entfernt landet man im Mercado de San Miguel. Eine Markthalle wie es sie in Deutschland kaum noch gibt. Hier kann man noch um Mitternacht einen Wein und Tapas genießen, bevor es zum touristischen Muss dem Flamencoabend geht.

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Den nächsten Tag beginnt man vielleicht - es ist Sonntag - auf dem größten Trödelmarkt der Stadt. Ebenfalls mitten im Zentrum. Wobei ich an dieser Stelle einfügen muss, dass Madrid in dieser Hinsicht eine sehr praktische Stadt ist. Man kann so gut wie alles zu Fuß erledigen. Außer vielleicht den Besuch in einer Stierkampfschule am Rande der Stadt. Doch dahin ist man schnell mit der U-Bahn gefahren. Nach dem Trödel dann doch auch zur Hochkultur. Wohl kaum eine andere europäsche Stadt bietet auf so engem Raum so viele Museen. Natürlich Prado, Museo Tyssen, Centro de Arte Reina Sofia.

An der Museeumsmeile liegt übrigens auch eines der schönsten Hotels der spanischen Hauptstadt. Das Ritz. Mit einer Gästepolitik die man sich mitunter auch heute noch manchmal wünschte. Noch bis zur Mitte des vergangen Jahrhunderts durften Schauspieler und Stierkämpfer das Haus nicht betreten. Eine andere Anekdote bietet gleich neben dem Plaza Mayor das Hotel Posada del Peine.

Es war einst ein Anlaufpunkt für die in der Mitte der Stadt ankommenden Postkutschen. Peine ist der Kamm und damit sich die Gäste erst einmal herrichten konnten lag auf jedem Zimmer ein solcher. Irgendwann war der Verbraucht an Kämmen jedoch so groß, die Gäste nahmen die Kämme einfach mit, dass man das Utensil anbinden musste.

Womit ich bei der Frage bin - wo schlafen. Wie gesagt gibt es in der Stadt einiges. Ein wirklich guter und preiswerter Tipp ist eines der Häuser der Fiesta Hotel Group (fiestahotelgroup.com). Etwa das Ayre Grand Hotel Colon (ayrehotels.com). Eine Viersternebleibe mit üppigen Frühstucksbüffet und ruhigen großen Zimmern.

Je nachdem wie kunstbeflissen man ist - ein Besuch in den Museen kann locker zwei Tage fressen - sollte man drei bis vier Tage für die Stadt einplanen. Natürlich dann auch mit Besuch des Königspalastes, gegen den etwas Sanssouci oder Schloss Charlottenburg wie eine Remise wirken. Besonders die Inneneinrichtung ist von unsagbarer Pracht und wohl dem einstigen spanischen Weltreich zu verdanken.

Vieles gibt es noch zu entdecken. Etwa die Taberna La Bola, wo Fleisch, Kartoffeln, Gemüse und Vorsuppe in einem einzigen Topf am Tisch serviert werden, um dann spritzend auf dem Tellern verteilt zu werden. Gewöhnungsbedürftig. Aber am Sonntagmittag bis auf den letzten Platz gefüllt.

Bin dann mal wieder unterwegs

Euer

Honza Klein

insidersmadrid.com