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18. April 2015

Mindestlohn Protest auf Wasen in Stuttgart

Wasen eröffnet: 4000 Gastronomen protestieren am 27. April auf Wasen gegen Mindestlohn-Bürokratie

Jetzt fließt das Bier wieder in Strömen: Stuttgarts Erster Bürgermeister Michael Föll hat mit sieben Schlägen das erste Fass Bier angezapft und das Stuttgarter Frühlingsfest eröffnet. Föll wünschte am Samstag im Festzelt «Göckelesmaier» allen Besuchern ein besonnenes und friedliches Fest und dankte den Schaustellern, wie ein Sprecher der Veranstaltungsgesellschaft sagte. Das Frühlingsfest auf dem Cannstatter Wasen findet zum 77. Mal statt.

Schon am ersten Tag hätten sich viele Frauen in bunten Dirndln unter den Besuchern getummelt, sagte der Sprecher. Etliche Männer seien in karierten Hemden und Lederhosen gekommen. Bereits eineinhalb Stunden vor dem Fassanstich hätten die Besucher Schlange vor den Zelten gestanden. Das nach eigenen Angaben größte Frühlingsfest Europas dauert bis zum 10. Mai. Die Veranstalter hoffen auf rund 1,5 Millionen Besucher, so viele wie im vergangenen Jahr. Insgesamt sind 240 Schausteller, Wirte und Krämermarkthändler auf dem Wasen zu finden.

Mehr als 4000 Gastronomen und Hoteliers aus Baden-Württemberg wollen Ende des Monats gegen zu viel Bürokratie beim Mindestlohn protestieren. Wie der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga mitteilte, kommen sie am 27. April zu einer politischen Kundgebung auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart.

Die Branche will damit auf die aus ihrer Sicht negativen Auswirkungen des Mindestlohns hinweisen. Der Minimallohn von 8,50 Euro gilt seit Jahresbeginn bundesweit.

«Wir sind nicht gegen die 8,50 Euro», betonte ein Dehoga-Sprecher auf Anfrage. Probleme bereite den Gastronomen aber die Dokumentationspflicht der Arbeitszeiten. «Das erzeugt bürokratischen Mehraufwand.» Auch andere Unternehmer haben das bereits beklagt.

Baden-Württembergs Dehoga-Präsident Fritz Engelhardt erwartet zu der Veranstaltung unter anderem Finanzminister Nils Schmid (SPD), Agrarminister Alexander Bonde (Grüne), CDU-Landtagsfraktionschef Guido Wolf und FDP-Landechef Michael Theurer. dpa