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03. November 2012

Neue Württemberger Weinkönigin

foto-weinbauverband-wuerttemberg.de

Neue Württemberger Weinhoheiten kommen aus Leingarten und Schwaikheim

Nina Hirsch aus Leingarten (Kreis Heilbronn) ist die neue Württemberger Weinkönigin. 30 Jurymitglieder wählten die 27-Jährige am Freitagabend in Heilbronn zur Nachfolgerin der Stuttgarterin Petra Hammer. Neue Weinprinzessin wurde die 29 Jahre alte Stephanie Knapp aus Schwaikheim (Rems-Murr-Kreis).

Die beiden setzten sich nach Angaben des Weinbauverbands Württemberg bei der 49. Wahl gegen vier Konkurrentinnen durch. Hirsch und Knapp zählen Lemberger zu ihren Lieblingsweinen.

Weinköniginnen sind raffinierte Werbestrategie

Die neue Württembergische Weinkönigin wird ein Jahr lang den Weinen der Region ein Gesicht verleihen und auf Veranstaltungen für sie werben. Warum diese womöglich altbacken wirkende Tradition nach wie vor eine gute Werbestrategie ist, erklärt der Marketingprofessor Dominik Papies von der Universität Tübingen.

Was verspricht sich der Weinbauverband Württemberg von einer königlichen Repräsentantin?

Papies: «Die Idee dahinter ist die gleiche wie bei vielen Werbekampagnen, bei denen Produkte mit prominenten Personen beworben werden - etwa mit Models, die allgemein als attraktiv empfunden werden. Als Konsument hat man positive Assoziationen mit diesen Personen. Im Idealfall übertragen sich die auf das Produkt, mit dem sie gemeinsam vermarktet werden. Es ist auch eine Frage der Zielgruppe: Eine jugendlich wirkende Weinkönigin kann ein Produkt jünger erscheinen lassen, was ansprechend sein kann für reifere Zielgruppen. Letztlich muss aber das Produkt gut sein: Auch eine perfekte Weinkönigin kann keinen schlechten Wein vermarkten.»

Was sind die Vorteile einer ehrenamtlich tätigen Weinkönigin mit Bezug zum Produkt gegenüber einer klassischen Werbekampagne?

Papies: «Dass der Markenbotschafter in diesem Fall auch etwas mit der Marke - also mit Wein - zu tun hat, und außerdem aus der Region kommt, erhöht natürlich die Glaubwürdigkeit. Man weiß, wofür diese Person steht und dass sie den Job macht, weil sie hinter dem Produkt steht, und nicht für Geld.»

Inzwischen gibt es verschiedenste Produktköniginnen, etwa vom Hotel- und Gaststättenverband. Läuft das Konzept Gefahr, sich abzunutzen?

Papies: «Ja, irgendwann dehnt man das Konzept ein bisschen zu weit. Wenn der fünfzigste Verband eine Königin krönt, wird es irgendwann zu Abnutzungserscheinungen kommen. Beim Wein und anderen saisonalen und regionalen Produkten hat das ja eine gewisse Tradition, da ist das glaubwürdiger als bei anderen Produkten. Insofern erschließt sich mir zum Beispiel beim Thema Hotel nicht, warum da eine solche Vertreterin geeignet sein sollte. Ein anderer Typ Markenbotschafter wäre da vielleicht besser.» dpa