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19. Juli 2015

Neues Sozialexperiment im ZDF Schöne harte Welt mit Christian Rach

Christian Rach, Tim Niedernolte (v.l.) auf Thunfischfang in Indonesien, © ZDF / Nils Laschin

Im ZDF begibt sich Christian Rach mit prominenten Begleitern in die harte, weltweite Lebensmittelproduktion

In vier Folgen ab Mittwoch, 22. Juli 2015, 23.15 Uhr, tauschen die Protagonisten eine Woche lang ihr Leben im Rampenlicht gegen ein Gastarbeiter-Dasein in Indien und Indonesien. Sie leben und arbeiten in den Herkunftsländern der Grundnahrungsmittel - unter identischen Arbeitsbedingungen wie die Einheimischen, was Bezahlung, Arbeitsleistung und familiäre Verantwortung angeht.

Anna Kraft und Ingo Naujoks (v.l.) beim Teepflücken in Darjeeling, Indien, © ZDF / Nils Laschin

In den ersten beiden Folgen versuchen Christian Rach, Schauspielerin Gesine Cukrowski, ZDF-Sportmoderatorin Anna Kraft und Schauspieler Ingo Naujoks auf einer Teeplantage in Darjeeling im Norden Indiens zu bestehen. Die Prominenten erleben am eigenen Leib, wie viel Arbeit und Mühe in der Herstellung nur eines Beutels Schwarztee steckt. Sie übernachten in einfachen Verhältnissen bei den Teepflücker-Familien und erfahren, was es heißt, wenn der karge Lohn gerade einmal für das Nötigste reicht.

Ingo Naujoks, Anna Kraft, Gesine Cukrowski, Christian Rach (v.l.) zu Beginn der Dreharbeiten zu "Schöne harte Welt" auf einer Teeplantage in Darjeeling, Indien, © ZDF / Nils Laschin

In den Folgen drei und vier arbeiten Christian Rach, TV- und Hörfunkmoderatorin Miriam Pielhau, Ex-Olympia-Turnerin Magdalena Brzeska sowie ZDF-Moderator Tim Niedernolte in der indonesischen Thunfischindustrie. Seite an Seite mit den Einheimischen schuften die Prominenten auf einem traditionellen Thunfischboot und in der Fischfabrik, wo der frische Fang zu Thunfisch in Dosen verarbeitet wird. Hitze und Akkordarbeit - die Umstände sind anstrengend und hart, die Bezahlung gering.

Wie werden die Prominenten mit den Arbeitsbedingungen zurechtkommen? Werden sie den Wert unserer Grundnahrungsmittel anschließend mehr zu schätzen wissen? Antworten darauf gibt 'Schöne harte Welt'.

 

"Schöne harte Welt" - Rachs vorerst letzter Job für das ZDF

Von Ulrike Cordes

Das eher blasse ZDF-Intermezzo des einstigen RTL-Stars Christian Rach geht zu Ende. Bevor er im Herbst in "Rach Undercover" wieder beim Privatsender loslegt, ist er diese Woche nochmal im Zweiten zu sehen.

Christian Rach (58) geht unter die Gastarbeiter. Der TV-Star und langjährige RTL-"Restauranttester" legt damit sein viertes und erst einmal letztes Projekt für das ZDF vor. Im Doku-Vierteiler "Schöne harte Welt" (Start: Mittwoch um 20.15 Uhr) begibt sich der Ernährungsexperte in Asien auf die Herkunftsspur der beliebten billigen Grundnahrungsmittel.

Dafür schuftet er in den ersten beiden Folgen eine Woche lang unter Originalbedingungen auf einer Teeplantage in Darjeeling in Nordindien - gemeinsam mit den Schauspielern Gesine Cukrowski und Ingo Naujoks sowie Sportmoderatorin Anna Kraft. Am eigenen Leibe wollen die Europäer erleben, wie viel Arbeit in der Herstellung auch nur eines Beutels Schwarztee steckt.

Die vier übernachten in einfachsten Verhältnissen bei Teepflücker-Familien und erfahren, was es heißt, wenn der karge Lohn nicht einmal für das Nötigste reicht. In Folge drei und vier rackert der Hamburger Sternekoch in der indonesischen Fischindustrie. Dann mit den Moderatoren Miriam Pielhau und Tim Niedernolte sowie Ex-Olympiaturnerin Magdalena Brzeska unterwegs, geht er auf ein traditionelles Thunfischboot und in eine Fabrik, wo der frische Fang in Dosen verarbeitet wird. Auch hier sind die Umstände anstrengend und die Bezahlung dürftig. "Schöne harte Welt" soll nicht nur zeigen, wie Promis aus dem Westen mit den Arbeitsbedingungen zurechtkommen.

Die Sendung soll auch dazu bewegen, dass die Zuschauer den Wert unserer Grundnahrungsmittel mehr zu schätzen wissen.

Damit findet dann Rachs Anfang 2014 begonnene, bislang wenig quotenträchtige Tätigkeit für das Zweite ihr Ende. Was anfangs als Coup gefeiert worden war, begeisterte weder Publikum noch Kritik wirklich.

So wurde für den Hamburger im vergangenen Jahr entworfen das ungewöhnliche Showformat "Rach tischt auf" und nach vier Sendungen beerdigt. Im April lief eine dreiteilige "Terra X"-Dokumentation zur Kulturgeschichte des Essens - und war ebenfalls kein Renner. Seit Mai ist mit dem einst Erfolgsgewohnten die Reihe "Rach und die Restaurantgründer" zu sehen - bei geringen Quoten der Auftaktsendung mit 2,49 Millionen Zuschauern und 8,1 Prozent Marktanteil.

Noch im Frühjahr hatte der Fernsehprofi im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa erklärt, dass er seinen Wechsel von dem privaten zum öffentlich-rechtlichen Mainzer Sender nicht bereue. "Das ist wie in einer älteren Beziehung - man muss Strukturen ab und zu mal lösen", sagte er im März, "es ging mir allein um den Reiz der neuen Aufgabe." Bereits im Juni hatte RTL allerdings dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" die Rückkehr seines Ex-Lieblings angekündigt. Eine RTL-Sprecherin erklärte, dass er ab Herbst im Format "Rach undercover" mit einem Kamerateam Lokale besuchen werde.

Anders als beim "Restauranttester", den längst Steffen Henssler moderiert, werde Rach Lokale checken, die auf Internetportalen schlechte Noten erhalten haben. Der Experte wolle herausfinden, ob die negativen Bewertungen gerechtfertigt seien oder nur böswillige Menschen dem Ruf des Hauses schaden wollten. Bleibt nur zu hoffen, dass sich damit wieder Erfolge einstellen, zu denen auch die RTL-Reihen "Rachs Restaurantschule" und "Rach deckt auf" gehörten. dpa