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04. Dezember 2010

Neues Steillagenzentrum an der Mosel

Neues Steillagenzentrum an der Mosel eröffnet

Das neue Steillagenzentrum in Bernkastel-Kues an der Mosel ist am Freitag eröffnet worden. Es bietet Forschung, Lehre und Beratung rund um den Weinbau in steilen Lagen und will Steillagenwinzer in Rheinland-Pfalz die Arbeit leichter machen. Das Land hat das Zentrum in den vergangenen zwei Jahren für 5,8 Millionen Euro gebaut. «Der Steillagenweinbau ist uns wichtig und wertvoll», sagte Weinbauminister Hendrik Hering (SPD). Das neue Zentrum werde bei der Unterstützung der Winzer «eine tragende Rolle spielen». Es gilt als bundesweit einmalig.

In dem Neubau sind eine Versuchskellerei, ein weinchemisches Labor und die Berufsbildende Schule Weinbau vereint. Experten arbeiten hier an Neuerungen, mit denen Steillagenwinzer kostengünstiger produzieren können. Dazu zählen Geräte wie eine Traubensortier-Maschine für faule und gesunde Trauben oder ein Steillagen-Vollernter, sagte der Leiter des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum Mosel, Hubert Friedrich, zu dem das neue Zentrum gehört. Die meisten der rund 40 Mitarbeiter sind bereits Anfang November eingezogen.

Die Bundesregierung werde die dortige Forschung in den nächsten zehn Jahren mit drei Millionen Euro fördern, kündigte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesagrarministerium, Julia Klöckner (CDU), an. «Ziel der Forschung muss insbesondere sein, den Winzern im Steillagenweinbau Zukunftsperspektiven zu eröffnen», ergänzte die rheinland-pfälzische CDU-Chefin. Im fünftgrößten deutschen Anbaugebiet Mosel zählt fast die Hälfte der rund 9000 Hektar Weinberge zu Steillagen mit einer Steigung von mehr als 30 Prozent.

In einem an die Einrichtung angegliederten Staatsweingut Mosel werden auch neue Pflanzenschutzmittel erprobt. «Neue mediterrane Schädlinge, die mit der Klimaerwärmung nach Deutschland kommen, kommen zuerst in die Steillage, weil es da wärmer ist», erklärte Friedrich. Mit 900 bis 1300 Arbeitsstunden pro Hektar und Jahr braucht ein Steillagenwinzer zwei- bis dreimal so viel Zeit für die Bewirtschaftung seines Weinbergs wie ein Kollege in der Ebene. dpa