BEER & BRAU
22. September 2012

Ozapft is!

Oktoberfest in München im Regen gestartet

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude hat das Oktoberfest mit nur zwei Schlägen für das erste Bierfass eröffnet. Das Festbier besitzt mit 13,8 Prozent Anteil eine höhere Stammwürze als die meisten anderen Biere und damit auch einen höheren Alkoholanteil. Das Hofbräu-Festzelt ist dieses Jahr zum sechzigsten Mal auf der Wiesn vertreten. Es bietet knapp 10 000 Besuchern Platz.

Beim Münchener Oktoberfest steigen die Bierpreise von Jahr zu Jahr. 9,32 Euro kostet 2012 im Durchschnitt eine Maß. Doch für viele ausländische Besucher ist das ein Schnäppchen. Laut dem Personalberatungsunternehmen ECA International ist der Gerstensaft vor allem für Norweger billig. Eine Maß kostet sie in München weniger als die Hälfte von einem Bier in der Heimat. Australier bekommen fünf Maß zum Preis von vier daheim, Italiener sparen immerhin 13 Prozent.

Verlierer sind dagegen Spanier und Österreicher: Sie zahlen pro Liter auf dem Oktoberfest 35 beziehungsweise 15 Prozent mehr als zu Hause. Am tiefsten in die Tasche greifen müssen jedoch die Südafrikaner. Der Liter Gerstensaft kostet sie auf der Wiesn nämlich genau das Doppelte von einem Bier daheim. dpa/GW

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Für jeden das richtige Zelt

In dem einen Bierzelt feiern die Schönen und Reichen, im nächsten die Schwulen, im dritten die Touristen. Wer auf das Oktoberfest geht, sollte wissen, in welcher Gesellschaft er seine Maß Bier trinkt. Eine kleine Zeltkunde:

ARMBRUSTSCHÜTZENZELT Das Armbrustschützenzelt stand schon im Jahr 1895 auf dem Oktoberfest, die Boxen und Balkone sind nach heimischen Tieren benannt: von A wie Adler bis W wie Wildsau. Hier wird die Schützen- Tradition hochgehalten. In einem Zeltanbau gibt es eine 30 Meter lange Schießbahn, auf der seit 1935 während der Wiesn die Deutschen Armbrust-Meisterschaften stattfinden.

AUGUSTINER Im Zelt der ältesten Münchner Brauerei feiern vor allem Münchner sich selbst und die bayerische Gemütlichkeit. Nur hier wird das Bier noch aus Holzfässern gezapft, den Hirschen.

BRÄUROSL Das Pschorr-Traditionszelt Bräurosl ist nach der Tochter des früheren Brauereibesitzers Pschorr benannt. Auch dort geht es weitgehend urig und gemütlich zu - am ersten Wiesn-Sonntag feiern hier tausende Homosexuelle den «GaySunday».

FISCHER VRONI Bei der Fischer Vroni feiern gerne ältere Gäste, aber auch Touristen. In diesem vergleichsweise kleinen Zelt gibt es eine bayerische Spezialität: Steckerlfisch, das ist gegrillter Fisch am Spieß.

HIMMEL DER BAYERN Ziemlich jugendlich ist das Publikum im Hacker-Festzelt «Himmel der Bayern». Mit seiner weiß-blauen Decke und kleinen Wölkchen gilt es als eines der schönsten Zelte auf der Wiesn.

HIPPODROM Das Hippodrom steht direkt am Haupteingang zur Wiesn und versteht sich als Promi-Zelt. Hier liegen Decken auf den Tischen und alles ist etwas schicker. Hier kuschelt Schlagersänger Heino mit seiner Hannelore, und vor dem Eingang steht das Volksmusik-Ehepaar Marianne und Michael mit dem gemeinen Volk Schlange.

HOFBRÄU-ZELT Es ist eines der größten und vermutlich das lauteste Zelt: Im Hofbräu-Festzelt treffen sich vor allem Touristen aus aller Welt, die das Bier schon im Hofbräuhaus kennen und lieben gelernt haben. Aus dem Zelt dröhnt schon am Morgen Grölen über den Festplatz.

KÄFER-ZELT Nirgendwo geht es exklusiver zu als in Käfer's Wiesnschänke. Fußballstars vom FC Bayern, Boris Becker und Ralph Siegel - die Promi-Dichte ist dort hoch. Im Käfer-Zelt gibt es neben Bier auch Wein und Champagner.

LÖWENBRÄU-FESTHALLE Ein großer Löwe über dem Eingang brüllt «Löööööwenbrääääu» und zieht damit Einheimische und «Zuagroaste» gleichermaßen an. Mit mehr als 8000 Plätzen gehört die Festhalle zu den größeren Zelten.

OCHSENBRATEREI In der Ochsenbraterei geht es zünftig zu. Seinen Namen hat das Zelt von dem großen Ochsen am Spieß, der nicht nur Dekoration über dem Eingang, sondern auch die wichtigste Attraktion im Innern dieses Festzelts ist. Seit fast 130 Jahren werden hier ganze Ochsen gebraten.

SCHOTTENHAMEL Im Schottenhamel wird die Wiesn traditionell eröffnet. Der Münchner Oberbürgermeister sticht dort das erste Fass an. Von der Empore der Ratsboxe aus schaut Politprominenz aus Bayern, aber auch aus Berlin zu. In den Tagen danach strömen vorwiegend junge, feierfreudige Menschen aus München und Umgebung in das Zelt.

SCHÜTZENFESTZELT Im Schützenzelt werden urbayerische Gemütlichkeit und Feierfreude in Ehren gehalten. Gern kommt auch die Schickeria. Zum Löwenbräu-Bier wird die Spezialität des Hauses serviert: in Malzbier gebratenes Spanferkel.

DAS WEINZELT Im Weinzelt liegt der Fokus - wie der Name schon sagt - nicht auf dem Bier. Dort gibt es kein Helles in Maßkrügen, sondern nur Weißbier, Wein und Champagner.

WINZERER FÄHNDL Zur Jubiläums-Wiesn 2010 leistete sich die Paulaner-Brauerei einen kompletten Neubau. Als erstes Festzelt bekam das Winzerer Fähndl eine zentrale Bierversorgung: Eine Ringleitung im Boden garantiert, dass der Bierfluss nicht ins Stocken gerät. Inzwischen ahmen das andere Zelte nach. dpa