16. März 2011

Rothenburg und der Japan-Tourismus

Die wegen ihrer Mittelalteridylle geschätzte Stadt Rothenburg rechnet wegen der jüngsten Katastrophen mittelfristig mit deutlich weniger japanischen Reise-Touristen

«Wir befürchten für 2011 einen Einbruch im Japangeschäft», sagte Johann Kempter von der örtlichen Tourismuszentrale. «Ein großer Veranstalter hat bereits größere Stornierungen gemeldet» berichtet Kempter. In den kommenden Monaten müsse mit weiteren Absagen gerechnet werden.

«So wie ich die Mentalität der Japaner kenne, werden viele Leute sagen: Jetzt müssen wir erst mal wieder unser Land aufbauen und verzichten auf Reisen», meint der Rothenburger Tourismusmanager. Japanern aus dem vom Erdbeben stark betroffenen Norden Japans werde ohnedies das Geld für teure Fernreisen fehlen.

Anders stelle sich möglicherweise die Lage für Japaner aus den weitgehend verschont geblieben Großstädten Osaka und Nagoya im Süden Japans dar. Aus diesen Regionen stamme ohnedies der größte Teil der japanischen Rothenburg-Besucher.

Da die Bedeutung des Japan-Tourismus in Rothenburg nicht mehr den Stellenwert habe wie etwa im Jahr 2000, hält Kempter den vorübergehenden Einbruch für verkraftbar. Japanische Touristen hätten im vergangenen Jahr rund zwölf Prozent aller Besucher gestellt.

Insgesamt seien 2010 rund 110 000 Japaner nach Rothenburg gekommen; 56 0000 Übernachtungen entfielen im Vorjahr auf diese Besuchergruppe. Die Boomjahre seien allerdings vorbei. Noch im Jahr 2000 seien in der früheren freien Reichsstadt mehr als 200 000 japanische Besucher gezählt worden. dpa