13. Juli 2011

Sommerlinde für die Küche

Wilde Pflanzen und ihr Nutzen: Heute die Sommerlinde

Erkennungsmerkmale

Sommerlinden werden bis zu 35 m hohe und bis zu 1000 Jahre alte Bäume. Der Name plathyphyllos bedeutet mit breitem Blatt: die weichen, herzförmigen Blätter sind größer als bei der anderen heimischen Art, der Winterlinde. Die Blätter stehen wechselständig, haben einen einfach gesägten Rand uns sind lang gestielt. Die Blätter fühlen sich weich und flauschig an, da sie behaart sind. Auffallend sind die in den Winkeln der Blattnerven an der Blattunterseite in weißen Büschelchen stehenden Haare. Jeweils 3-5 der kleinen gelblich-weißen Blüten hängen gemeinsam an einem Blütenstil nach unten. Ein mit dem Blütenstil verwachsenes Hochblatt dient im Herbst als Flugsegel und hilft die Samen, kleine Linden-Nüsschen, zu verbreiten.

Sammeltipps

Sommerlinden zählen zu den Edellaubhölzern und gedeihen von Natur aus auf nährstoffreichen Böden in wintermilden und eher feuchten Lagen. Die Sommerlinde ist ein weit verbreiteter Zier-, Park- und Alleebaum. Vom Frühjahr bis in den Herbst hinein gibt es an der Sommerlinde immer wieder etwas wertvolles zu sammeln: von April bis Ende Juni die jungen Blätter, Blütenknospen von Mai bis Mitte Juni, die Blüten selbst etwa Ende Juni, junge Früchte ca. zwei Wochen nach der Blüte und schließlich die reifen, ölhaltigen Nüsschen im Oktober.

Inhaltsstoffe

Lindenblüten enthalten ätherische Öle, Flavonoide, Schleim- und Gerbstoffe. Lindenblütentee wird bei Erkältungskrankheiten verordnet. Er lindert den Hustenreiz, wirkt schweißtreibend und fördert den Schlaf. Die Früchte der Linde, kleine Nüsschen, enthalten 20-28 Prozent fettes Öl und lassen sich daher auch zur Speiseölgewinnung nutzen.

Verwendung in der Küche

Die jungen Blätter schmecken als Salat und eigenen sich auch zur Zubereitung von einem spinatartigen Lindenblatt-Gemüse. Die Blütenknospen lassen sich ebenfalls im Salat und auch als Gemüse zubereiten. Aus den frisch aufgeblühten Blüten lässt sich nicht nur der bekannte Tee herstellen, sondern auch Lili - erfrischende Linden-Limonade. Die jungen Früchte der Linde kann man, in Balsamico- oder Estragonessigwasser gekocht, als Linden-Kapern einlegen, um diese später als Antipasti zu genießen. Mittels einer Ölpresse kann man aus den ausgereiften kleinen Nüsschen ein sehr schmackhaftes, zitronenfarbenes Speiseöl gewinnen. 6-8 kg Nüsschen ergeben 1 Liter Öl.

Hinweis: Die Sommerlinde wird in Band 2 der Reihe Natur&Genuss mit einem eigenen Kapitel ausführlich vorgestellt: Botanik, Inhaltsstoffe, Verwendung von Blüten und Blättern, Rezepte.

zur Kolumne Grün & Wild

(Dr. M. Strauß: Köstliches von Waldbäumen: bestimmen, sammeln und zubereiten, Hädecke Verlag 2010, www.simply-wild.de