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09. Februar 2011

The Squaire am Frankfurter Flughafen bezugsfertig

Fotos-copyright-The-Squaire/euroluftbild

Fotos: The Squaire

Walfisch am Airport: Mit fast 700 Metern Länge gilt das Squaire am Frankfurter Flughafen als das größte liegende Hochhaus der Welt. Nun sind die ersten Mieter in den Büro-, Restaurant- und Hotelkomplex eingezogen

Von ferne sieht es so aus, als sei ein riesiger silbrigglänzender Walfisch an Deutschlands größtem Airport gestrandet. Nicht nur das Äußere des Squaire, direkt über dem Fernbahnhof gebaut, wirkt ungewöhnlich. Auch sonst bietet das neue Gebäude Superlative: Büros, Restaurants, Arztpraxen sowie zwei Hotels finden in dem 660 Meter langen und nur 65 Meter breiten Bau Platz.

Rund 10 000 Menschen sollen künftig im «Schiff», wie der Volksmund das schlauchartige Gebäude nennt, arbeiten und flanieren. Als erste ist die Beratungsfirma Arthur D. Little eingezogen.

Vier Jahre nach Baubeginn und etlichen Verzögerungen erhält das Squaire, früher unter dem Namen «Airrail Center» bekannt, im Innern den letzten Schliff. Die Vermarktung des neunstöckigen Objekts, das weltweit zu den größten Büro-Immobilien gehört, läuft bereits seit Jahren. 66 Prozent der 140 0000 Quadratmeter Nutzfläche sind inzwischen vermietet, wie der Immobilienkonzern IVG am Mittwoch berichtete. Hauptmieter mit 33 000 Quadratmetern und mehr als 2000 Beschäftigten ist die Firma KPMG. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft will ihre Londoner Zentrale nach Frankfurt verlegen.

Das Squaire - eine Verballhornung aus «square» (Platz) und «air» (Luft) - will sich dem künftigen Arbeiten anpassen. Global agierende Unternehmen sollen dort, wenige hundert Meter vom Flughafen-Gate entfernt, ihre «Satellite-Offices» eröffnen. Die gestressten Manager könnten dabei vor allem Zeit sparen. «New Work City» haben die Marketing-Strategen von IVG das getauft. «Die Zeit ist einer der wichtigsten "Rohstoffe" unseres Jahrhunderts geworden», meint dazu IVG-Vorstandssprecher Gerhard Niesslein.

Der an der Börse notierte Bonner Immobilienriese ist schon aus wirtschaftlichen Gründen beim Squaire zum Erfolg verdammt. Das Gebäude hat die stolze Summe von einer Milliarde Euro verschlungen - einst waren mal 660 Millionen Euro veranschlagt. Die Spitzenmieten im Squaire liegen bei rund 30 Euro pro Quadratmeter, das entspricht dem Niveau der Frankfurter City. Mit im Boot sitzt der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport. Denn das Squaire ist Teil des neuen Konzepts «Airport City», mit dem Frankfurts Airport im harten Konkurrenzkampf mit anderen Großflughäfen den Dienstleistungssektor stärken will.

Wer am Flughafen arbeiten und konferieren will, der sollte sich dort auch wohlfühlen: Für das Feelgood-Ambiente sollen im Squaire zwei neue Hilton-Hotels, ein Business-Club sowie mehrere gehobenere Restaurants sorgen. Eines davon soll Starkoch Johann Lafer betreiben - offiziell will das aber IVG noch nicht bestätigen. In den Atrien des Gebäudes ist ein «hängender Garten» und ein «Kunsthof» geplant.

Von April an sollen Einzelhandel und Restaurants einziehen. Darunter ist auch ein ganz normaler Supermarkt, der nur nachts zwischen ein und vier Uhr schließen will. Wenn dann Ende des Jahres alle drin ist, ist eine große offizielle Eröffnungsparty geplant. (Thomas Maier, dpa)

thesquaire.com