18. Oktober 2010

Urlaub am Bodensee bleibt beliebt

Der Ferienregion Bodensee konnte auch das miese Augustwetter nichts anhaben

Bis Ende August sind die Übernachtungen um 2,2 Prozent gestiegen, berichtete die Internationale Bodensee Tourismus GmbH (IBT). Das war mehr als erwartet, denn nach dem Boomjahr 2009 war man eher von einem Ergebnis plus-minus Null ausgegangen, wie Geschäftsführerin Daniela Pahl-Humbert sagte. In den Schwarzwald kamen im August wegen des schlechten Wetters zwar weniger Touristen als sonst. Die Sommersaison insgesamt lief aber gut, sagte eine Sprecherin der Schwarzwald-Tourismus-Gesellschaft.

Der am Bodensee besonders wichtige Ferienmonat August hinterließ gleichwohl negative Spuren. So liegt man bei der Insel Mainau unter den Besucherzahlen von 2009. Aber mit einem guten Herbst will man die Planzahlen von 1,2 Millionen Besuchern auf der Blumeninsel erreichen, sagte ein Sprecher.

Im Schwarzwald hat der bisher oft sonnige Herbst der Bilanz gut getan, sagte Tourismussprecherin Ulrike Lehmann in Freiburg. In der diesjährigen Sommersaison profitierten vor allem Städte: Freiburg, Baden-Baden und Karlsruhe verzeichneten zweistellige Zuwachsraten.

Gäste aus dem Ausland sorgten im Schwarzwald für ein Plus von 6,5 Prozent: Vor allem stiegen die Zahlen von Urlaubern aus China, Polen und Großbritannien. Zu den Hauptländern gehören weiterhin die Schweiz, Niederlande und Frankreich. In der Gesamtbilanz rechnet der Schwarzwald damit, die Zahlen des Vorjahres erreichen zu können: 6,5 Millionen Urlaubsgäste mit mehr als 30 Millionen Übernachtungen.

Auch die Schifffahrt am Bodensee hatte mit dem wechselhaften Frühlings- und Sommerwetter zu kämpfen. «Aufgrund der häufig schlechten und kalten Witterung sind im bisherigen Saisonverlauf deutlich weniger Fahrgäste auf unseren Schiffen unterwegs», sagt Sprecherin Silke Rockenstein von den Bodensee Schiffsbetrieben (BSB). Die Gastronomie ärgert sich ebenfalls über den August, der besonders den Biergärten den Umsatz verhagelte.    

Aber es gibt auch Gewinner: So konnte sich das Napoleon-Museum am schweizerischen Bodenseeufer im August vor Besuchern kaum retten. Auch andere Museen rund um den See freuten sich über einen ungewöhnlichen Besucheransturm, weil das Bad im See ausfallen musste.    

Die Freibäder waren im August bei Bibbertemperaturen oft gähnend leer, dafür lockten die beheizten Thermen große und kleine Wasserratten. Das Bodensee-Therme-Trio in Meersburg, Überlingen und Konstanz zählte jeweils weit über 40 000 Besucher allein im August. In Konstanz gab es mit 49 000 Gästen sogar einen neuen Rekord.

Der Konstanzer Bäderchef Georg Geiger erinnert aber auch daran, dass nicht alle Urlauber Grund hatten, über das Wetter zu klagen. Zwar hatten die Baden-Württemberger und Bayern mit ihren späteren Sommerferien Pech. «Wer aber aus Nordrhein-Westfalen im Juli zu uns gekommen ist, hatte einen tollen Sommerurlaub», sagte Geiger. Da waren übrigens auch die Freibäder brechend voll. dpa