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26. Juni 2013

Von Sterneköchen und Grandhotels

Sternekoch Kolja Kleeberg, Foto Xamax

Bildungsprojekt von Sternekoch Kleeberg ausgezeichnet - Finanzamt lässt Restaurant von Starkoch Arola versiegeln - Lichtblick für Schlosshotel Bühlerhöhe: Kaffee-Terrasse öffnet

 

Bildungsprojekt von Sternekoch Kleeberg ausgezeichnet

Das Projekt «Kleebergs Kräutergärten für Berliner Schulen» des singenden Sternekochs Kolja Kleeberg (Foto) wird in einem bundesweiten Wettbewerb als «Idee für die Bildungsrepublik» geehrt.

Seit 2010 unterstützt der Inhaber des Restaurants VAU am Gendarmenmarkt gemeinsam mit der Bürgerstiftung Berlin Schulen dabei, Kräutergärten einzurichten. Nach Angaben der Stiftung vom Mittwoch können mittlerweile fast 60 Schulen selbst Kräuter ernten.

«Kindern zu zeigen, wie einfach gutes Essen sein kann und wie nahe wir der Natur dabei sind, ist mir als Koch ein besonderes Anliegen», wurde Kleeberg zitiert.

Der Wettbewerb wird vom Bundesbildungsministerium und der Vodafone Stiftung gefördert. Aus 1000 Bewerbungen wurden in diesem Jahr 52 Projekte ausgewählt, von denen von September an wöchentlich jeweils eines geehrt werden soll.

Finanzamt lässt Restaurant von Starkoch Arola versiegeln

Das spanische Finanzamt hat ein Restaurant des Starkochs Sergi Arola in Madrid wegen Steuerschulden versiegeln lassen. Wie die Madrider Presse am Mittwoch berichtete, hatten Finanzbeamte am Vortag das Weinlager und die Cocktailbar mit Siegeln versehen, während in dem Zwei-Sterne-Lokal 40 Gäste zu Mittag aßen.

«Wegen der Gäste wurde der Speisesaal verschont, sonst wäre der Raum ebenfalls versiegelt worden», sagte Arolas Ehefrau Sara Font, die das Lokal leitet, der Zeitung «El País».

«Wir weigern uns nicht, die Steuerschulden zu begleichen. Aber das Finanzamt ließ sich nicht auf eine flexible Regelung ein.» Das Restaurant werde vorerst geschlossen bleiben. Nach Medienberichten schuldet Arola dem Finanzamt und der Sozialversicherung insgesamt 300 000 Euro. Der 45-jährige Katalane Arola, ein Schüler von Ferran Adrià, gehört zu den bekanntesten Köchen in Spanien.

Lichtblick für Schlosshotel Bühlerhöhe – Kaffee-Terrasse öffnet

Das ehemalige Luxushotel Bühlerhöhe will trotz der unklaren Perspektiven ums Überleben kämpfen. Deshalb wird in der kommenden Woche - wie im vergangenen Jahr - die Kaffee-Terrasse geöffnet. «Wir wollen damit zeigen, dass die Bühlerhöhe lebt», sagte Reto Schumacher am Mittwoch.

Er wird das Haus in der Übergangsphase weiter leiten. Das Fünf-Sterne-Hotel mit 90 Zimmern und einer grandiosen Sicht über die Rheinebene steht seit drei Jahren leer. Gegen die Gesellschaft des ukrainischen Eigentümers Igor Bakai war vor zwei Wochen Insolvenzantrag gestellt worden, weil er dem früheren Besitzer, dem SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp, noch 14,5 Millionen Euro schuldet und die Unterhaltskosten nicht bezahlt hatte.

Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Ferdinand Kießner von der Kanzlei Schultze & Braun (Achern) prüft Bakai zurzeit, ob er die Verbindlichkeiten begleichen kann. Eine Entscheidung erwarte er bis zum nächsten Gespräch am 15. Juli. «Dann wird sich zeigen, ob das Verfahren vom Tisch ist oder vor Gericht kommt.» Bakai und sein Geflecht aus Gesellschaften in Zypern müsse einen glaubwürdigen Finanzierungsplan vorlegen.

Auch im Falle eines Insolvenzverfahrens macht sich Kießner wenig Sorgen um das Haus. Er geht davon aus, dass es zahlreiche Interessenten gibt. Der Preis könnte sich durchaus in dem Rahmen bewegen, den Bakai 2010 bezahlt hat: 32,5 Millionen Euro. Davon müsste dann Hopp ausbezahlt sowie weitere Verbindlichkeiten von etwa 150 000 Euro beglichen werden. Das Hotel sei in einem guten Zustand.

«Die Bühlerhöhe verrottet nicht, sondern liegt lediglich im Dornröschenschlaf. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob und wie wir sie aus diesem Schlaf erwecken können.»

Schumacher geht davon aus, dass der ukrainische Geschäftsmann an dem Hotel festhalten wird. Der Sanierungsbedarf des Gebäudes mit 1900 Quadratmeter Grundfläche, sei weit geringer als viele erwarten. «Wir könnten eigentlich sofort wieder öffnen», sagte der Hotelier.

Allerdings müssten die Zimmer, die zwischen 38 und 180 Quadratmetern groß sind, technisch und modisch auf den neuesten Stand gebracht werden.
Schätzungen gehen davon aus, dass dafür mindestens 20 Millionen Euro nötig sind.

Die Räume, in denen das meiste Mobiliar unter weißen Leinen geschützt wird, wirken etwas angestaubt. Doch es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, wie sich hier einst Bundeskanzler Konrad Adenauer erholte. Das 1912 als Offiziersgenesungsheim erbaute Gebäude hat schon viel Prominenz gesehen wie Englands Fußballnationalmannschaft während der Fußball-WM 2006, Südafrikas Nationalheld Nelson Mandela, Ex-US-Präsident Bill Clinton und Ex-Tennisspieler Boris Becker.

«Die Bühlerhöhe hat einen Riesen-Namen», sagte Schumacher. Er bekomme immer noch Reservierungsanfragen. Allerdings könne man sich nicht ewig auf den früheren Lorbeeren ausruhen. «Wir sollten das Hotel jetzt schnell wieder in Betrieb nehmen.» Mit der Öffnung der Terrasse von Donnerstag bis Sonntag,
11.00 bis 18.00 Uhr, setze das Haus jetzt ein Signal.

Im vergangenen Jahr hat Schumacher mit rund zehn Angestellten im Schnitt
60 Gäste pro Tag bewirtet. «Das reicht für schwarze Zahlen und maßvolle Gewinne», sagte Kießner und fügte mit einem Schmunzeln hinzu: «Das Haus werden wir damit allerdings nicht retten können.»

dpa