Honza Klein unterwegs
14. Dezember 2011

Wein aus Lanzarote

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Eine Reise zwischen Vulkanen und Meer

Irgendwie so muss wohl Weinanbau auf dem Mond vorstellbar sein. Dunkelgrauer bis schwarzer Lavaboden, Vulkane im Hintergrund, Geröll. Im Sommer, wenn der heiße Wüstenwind von der Sahara herüber bläst, kann man mitunter mehr als 50 Grand Celsius auf dem Thermometer ablesen.

Ich bin ziemlich in der Mitte von Lanzarote. La Geria heißt die Gegend. Richtung Westen sind die Vulkanberge des Timanfaya Nationalparkes zu sehen. 1730 begann dort der letzte große Ausbruch. Sechs Jahre hielten die Eruptionen an und vergrößerten durch tausende Tonnen sich im Meerwasser abkühlender Lava die Fläche der Insel. 1824 spuckten die Berge noch einmal kurz. Jetzt ist Ruhe. "Für die nächsten 150 Jahre", sagen die Experten. Doch noch heute beträgt Temperatur nur zwei Meter unter der Erde 260 Grad. Geht man auf sieben Meter sind es schon 380 Grad. Bei der Fahrt durch die Landschaft denkt man an die Erschaffung der Welt, die Filmkulisse von Mad Max oder eben an den Mond.

Jedoch nicht daran, dass nur wenige Kilometer entfernt das größte Weinanbaugebiet der Insel liegt, das außerdem zu einem der ältesten Spaniens gehört. Noch dazu das einzige weltweit, wo Wein in Kuhlen kultiviert wird. Zwei bis drei Meter tief, acht Meter im Durchmesser sind die Löcher, die halbkreisförmig von einer Stenmauer geschützt sind. "Das schützt vor dem Wind", erzählt der alltours-Reisefüher. "Das fein poröse Vulkangestein speichere die Feuchtigkeit der Nacht und ist außerdem sehr Mineralstoffreich", erfahre ich noch. Die sieht man übrigens auch auf den anderen landwirtschaftlichen Flächen des Islands. Ein ungewohntes Bild, wenn aus dem dunklen Boden Gemüse wächst.

Genauso ungewohnt der Anblick der auf dem Boden liegenden Reben. Schon im Juni wird geerntet. Vor allem Malavsia-Trauben, die aus Südgriechenland eingeführt wurden. Aber auch Moscatel findet sich und einige Rotweinsorten finden sich. Keine großen Weine, aber zum Fisch oder sonstigem Meeresgetier zum Bespiel in El Golfo, dort in einem kleinen Restaurant mit Blick hinaus auf den Atlantik, durchaus passend. Und eben etwas wirklich Besonderes. Nirgendwo sonst gibt es Wein der auf Vulkanasche gedeiht. Weil er schon im Juli geerntet wird haben wir jetzt im Dezember schon den 2011er Jahrgang auf dem Tisch. "Der lanzaroter Heurige", scherzen meine Wiener Kollegen.

In El Golfo findet sich übrigens eine der wenigen farbigen Sehenswürdigkeiten dieser Kanareninsel. Der Lago de los Chicos. Er leuchtet in einem Grün, dass man denkt täglich würde jemand einen Eimer Farbe in den in einer kleinen Bucht versteckten See schütten. Aber es ist eine Alge, die sich auf dem Grund festgesetzt hat und für diesen Farbtupfer sorgt. Künstlerische Tupfer findet man überall auf der Insel. Dafür sorgte Lanzarotes vielleicht größter Sohn - César Manrique. Parks, Aussichtspunkte, Monumente sind mit seinem Schaffen verbunden und er sorgte dafür, dass der Tourismus in ökologischen Bahnen blieb. Lange bevor das Wort Ökologie zu einer Mode verkam.

Davon profitieren die Touristen in den Anlagen zwischen Playa Blanca (Süden) und Costa Teguise (Osten). Dort hat auch alltours etliche Angebote. Alles Hotelanlagen die eher wie kleine Dörfer daher kommen. Viel Grün, kleine nicht mehr als drei Etagen messende Häuser, Oasen gleiche Poollandschaften. Allsun, die zu dem Duisburger Reiseveranstalter gehörende Hotelgruppe ist dabei einer der führenden Namen.

Und auch wenn fast alle Reiseangebote wirklich gute All-Inclisive-Aufenthalte bieten: Eine Tour über die Insel, zum Wein, den Vulkanen und den Werken Manriques sollte auf jedem Urlaubsplan stehen.

Bin dann mal wieder unterwegs

Euer

Honza Klein