BERLIN
13. Februar 2017

Berlin-Tourismus Mehr als 31 Millionen Übernachtungen

Dehoga: Die Zeit zweistelligen Wachstums im Berlin-Tourismus scheint vorbei zu sein. Die Hotels sind aber gut ausgelastet. Inzwischen lassen sich auch die Folgen des Anschlags an der Gedächtniskirche einschätzen.

Der Berlin-Tourismus ist im vergangenen Jahr möglicherweise nur noch schwach gewachsen. «Wir gehen fest davon aus, dass wir 31 Millionen Übernachtungen überboten haben», sagte der Berliner Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), Thomas Lengfelder, dem Berliner Radiosender 105'5 Spreeradio über das vergangene Jahr. Schon 2015 waren 30,3 Millionen Übernachtungen erreicht worden.

Damit dürfte die Wachstumsrate 2016 zum vierten Mal in Folge gesunken sein. «Wir gehen von circa zwei Prozent Zuwachs aus», sagte Lengfelder dazu der Deutschen Presse-Agentur. 2015 hatte das Plus noch bei 5,4 Prozent gelegen. «Die Zeit der zweistelligen Wachstumsraten ist vorbei», sagte Lengfelder. «Wir haben aber auch ein irrsinnig hohes Niveau erreicht.» Auch im Januar 2017 lägen die Zahlen leicht über dem Vorjahr. «Eine Stagnation sehen wir nicht.»

Das Amt für Statistik will noch in diesem Monat die Tourismus-Bilanz für 2016 vorlegen. Bis September war die Zahl der Übernachtungen um 2,4 Prozent auf 23,3 Millionen gestiegen. Übernachtungen in privaten Ferienwohnungen zählten dabei nicht mit. Die Gästezahl erreichte 9,5 Millionen, ein Plus von 2,5 Prozent.

Die Hotelkapazität wächst in ähnlichem Maße. Nach Dehoga-Angaben sind weitere 3700 Betten geplant. «Jetzt haben wir 140 000 Betten und einen Auslastungsgrad von 78 Prozent, in einigen Häusern sogar darüber», sagte Lengfelder. Überkapazitäten fürchtet der Verband offensichtlich nicht. Viele Städte wünschten sich eine solche Belegung, betonte Lengfelder.

Keine spürbaren Auswirkungen auf den Tourismus hatte nach Beobachtung des Dehoga der Terroranschlag an der Gedächtniskirche am 19. Dezember. Die Wochen ab Ende Dezember sind für die Berliner Hotellerie traditionell eher umsatzschwach. Zudem habe der friedliche Jahreswechsel mit der Silvesterparty am Brandenburger Tor wieder ein positives Bild Berlins in die Welt gesendet, sagte Lengfelder. dpa