BERLIN
31. Dezember 2011

Berlin zu Silvester

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Städtereisen zu Silvester sind ein teures Vergnügen - die Kulturhighlights in Berlin 2012

Berlin spielt in der Liga der international bedeutendsten Reiseziele: Der amerikanischen Kunstzeitschrift Smithsonian Magazine zufolge gehört die deutsche Hauptstadt zu den 43 Places to See Before You Die und zählt zu den Destinationen, die man wenigstens einmal im Leben aufgesucht haben sollte.

Für einen Kurztrip über Silvester in eine europäische Metropole müssen Partytouristen zum Teil tief in die Tasche greifen. Wer den Jahreswechsel in Berlin mit einer Million erwarteten Besuchern auf der Festmeile zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule feiern will, bezahlt für die Übernachtung im Hotel im Schnitt knapp 127 Euro - und damit rund 46 Prozent mehr als im Jahresschnitt, wie das Hotelportal HRS in Köln errechnet hat.

Saftig ist auch der Aufschlag in Hamburg: Mit gut 136 Euro verlangen die Hoteliers 41 Prozent mehr. Und knapp 123 Euro für ein Zimmer in Köln bedeuten ein Plus von rund 32 Prozent.

Einen anderen Vergleich, aber das gleiche Fazit hat Trivago gezogen. Für ein Doppelzimmer in Berlin am Silvesterwochenende errechnet das Buchungsportal durchschnittlich 159 Euro, 83 Prozent mehr als der Durchschnittspreis im Dezember. Geringer fallen bei diesem Vergleich die Aufschläge in Hamburg (plus 29 Prozent) und Köln (plus 24 Prozent) aus. Dafür verzeichnet Trivago für Dresden an Silvester einen Zimmerpreis von 150 Euro und damit 46 Prozent mehr als im Dezemberschnitt.

Noch heftiger fällt die Preisexplosion in Prag aus. Kostet ein Doppelzimmer in der Hauptstadt Tschechiens im Dezember 98 Euro im Schnitt, so müssen Besucher für die Neujahrsnacht 361 Euro bezahlen - also gut das Dreieinhalbfache. Für Edinburgh errechnet Trivago einen Anstieg auf das Dreifache: Von der Silvesterfeier erholen sich Besucher dort im Hotelzimmer für durchschnittlich 352 Euro.

Weniger exorbitant erscheinen die Aufschläge im Vergleich von HRS. Knapp 203 Euro pro Nacht in London bedeuten hier 45 Prozent mehr als im Jahresschnitt. Und wer das Feuerwerk von Paris am Eiffelturm sehen möchte, bezahlt knapp 180 Euro und damit einen Aufpreis von rund 41 Prozent. Günstig schläft man dagegen nach dem Feiern in Budapest: Mit knapp 63 Euro sind Hotelzimmer in der Hauptstadt Ungarns 12 Prozent billiger als im gesamten Jahr 2011. dpa

Kulturhighlights 2012 in Berlin

Experimentelle Kunst, 775 Jahre Stadtgeschichte, der 300. Geburtstag des Preußenkönigs Friedrich II. und altes Ägypten - das Berliner Kulturjahr 2012 wird ereignisreich. Eine Auswahl von visitberlin.de:

Pergamon - Panorama der antiken Metropole

Das antike Pergamon wird auf der Museumsinsel zum Live-Erlebnis. Bis zum 30. September lässt ein 22 x 100 Meter großes Rundpanorama mit Tag- und Nachtsimulation, Musik und Geräuschen den Alltag in der antiken Stadt aufleben. Zeitgleich wird im Museum die erste große Gesamtschau zur antiken Metropole Pergamon gezeigt.

Die 62. Berlinale

Auf der Berlinale wird jeder Kinobesuch zu einem besonderen Erlebnis. Besonders, wenn man die Stars vor dem Film auf dem roten Teppich bewundern kann. Die Berlinale 2012 bietet großes Kino und lockt internationale Stars nach Berlin: US-Schauspieler Tom Hanks und der indische Filmstar Shah Rukh Khan werden im Februar beim Festival erwartet.

Gerhard-Richter-Retrospektive

Gerhard Richter ist der bekannteste und stilistisch wandlungsfähigste Maler, Bildhauer und Fotograf der Gegenwartskunst. Auf der Weltrangliste der lebenden Künstler steht er unangefochten auf Platz 1. Anlässlich seines 80. Geburtstages am 9. Februar veranstaltet die Neue Nationalgalerie Berlin gemeinsam mit dem Londoner Tate Modern und dem Pariser Centre Pompidou eine Retrospektive seines Oevres. Die Ausstellung umfasst 150 Gemälde und vermittelt einen umfassenden Eindruck von Richters facettenreichem, im Umgang mit Farbe, Form und Leinwand genialem Schaffen. Eigens für die Ausstellung realisiert der Künstler das 200 Meter lange Werk 4900 Farben.

7. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst

Die Berlin Biennale zählt weltweit zu den wichtigsten Ausstellungen für zeitgenössische Kunst. Alle zwei Jahre präsentieren internationale Nachwuchskünstler ihre experimentellen Werke an verschiedenen Orten der Stadt. Vom 27. April bis 1. Juli versammelt die Biennale die Kreativszene wieder in Berlin. Die 7. Biennale wird von dem polnischen Künstler Artur Zmijewski kuratiert und steht ganz im Zeichen des sozialen Aktivismus.

Der Alte Fritz wird 300

2012 jährt sich der Geburtstag Friedrich des Großen zum 300. Mal. Im Themenjahr des Preußenkönigs gewähren zahlreiche Ausstellungen wie Friederisiko und Veranstaltungen in Berlin und Potsdam Einblicke in das Leben und Schaffen einer der facettenreichsten Persönlichkeiten Europas. In Berlin würdigt u.a. das Deutsche Historische Museum den Alten Fritz mit der Ausstellung: Friedrich der Große - verehrt, verklärt, verdammt. Am 24. Januar wird im Konzerthaus am Gendarmenmarkt ein grandioses Geburtstagsfest begangen. 

Berlin feiert 775. Geburtstag

Vor 775 Jahren wurde Berlin erstmals urkundlich erwähnt. Zum Jubiläum rückt Berlin die Stadt im Mittelalter in den Fokus. Beim historischen Stadtfest am 28. Oktober versetzen Feuershows und mittelalterliche Klänge das Nikolaiviertel in die Zeit zurück, als es noch das gesamte Stadtgebiet ausmachte. Unter dem Titel Stadt der Vielfalt wird den Berlinern eine Open-Air-Ausstellung gewidmet. Auch die Lange Nacht der Museen am 25. August und der Tag des offenen Denkmals am 8. und 9. September widmen sich der Stadtgeschichte.

Nofretete - seit 100 Jahren die schönste Berlinerin

Altes Ägypten im Neuen Museum: Seit 100 Jahren lockt die schöne Nofretete Kunstliebhaber aus aller Welt in die deutsche Hauptstadt. Die Büste der Pharaonen-Königin wurde 1912 am östlichen Nil-Ufer entdeckt und 1913 nach Berlin transportiert. Zur Feier des Jubiläums lässt das Neue Museum gemeinsam mit der Papyrussammlung das Alte Ägypten wieder auferstehen. Eine Sonderausstellung zur Amarna-Zeit widmet sich dem Kunst- und Theologieverständnis sowie dem Alltagsleben der Pharaonen.

Ein Jahrhundert Operngeschichte

Seit ihrer Gründung im Jahr 1912 ist die Deutsche Oper Berlin zur modernsten und zweitgrößten Oper der Nation avanciert. Sie gilt als eine der wichtigsten Spielstätten für die Opern Wagners. Zur Feier des 100-jährigen Jubiläums im Herbst 2012 wird eine Neuproduktion des Wagnerschen Parsifal aufgeführt.