LIFESTYLE
24. Januar 2017

Beste Tipps zur Hochzeit Wie Paare sparen können

Kleid, Ringe, Torte, Einladungskarten: Bei einer Hochzeit kommt einiges an Planung zusammen - und die Feier kann Unsummen an Geld verschlingen. Tipps, die die Nerven und den Geldbeutel schonen und Alternativen zur Hochzeitstorte.

Von Sabine Meuter

Es soll ein ganz besonderer Tag werden, wenn ein Paar im Beisein von Verwandten und Freunden «Ja» zueinander sagt. Damit die Kosten für die Hochzeit überschaubar bleiben, lohnt es sich, so früh wie möglich mit der Planung anzufangen. Dann hat das Paar genug Zeit, Angebote einzuholen und Preise zu vergleichen.

- Planung früh beginnen: «Mindestens ein Jahr, besser jedoch anderthalb Jahre vor dem Hochzeitstermin sollte ein Paar mit der Planung beginnen», sagt Sonja Schulz vom Hochzeitsportal24. Als erstes sollte man sich überlegen, was man in welchem Rahmen möchte. «Hierfür kann es hilfreich sein, dass Paare andere erlebte Hochzeitsfeiern gedanklich durchgehen und festhalten, welche Elemente ihnen gefallen haben und sie vielleicht auch bei ihrem Fest dabei haben möchten», erklärt Friederike Mauritz, 1. Vorsitzende des Bunds deutscher Hochzeitplaner.

- Den passenden Zeitpunkt wählen: Die Wahl des Wochentags, an dem geheiratet wird, kann erhebliche Auswirkungen auf die Kosten haben. «Beispielsweise sind oft die Preise für Räumlichkeiten oder Gaststätten unter der Woche mit Abstand günstiger als an den beliebten Tagen Freitag und Samstag», erklärt Schulz.

- Den richtigen Ort finden: Wo die Feier am besten stattfindet, ist natürlich auch von der Jahreszeit abhängig. Im Frühjahr oder Sommer kann das Paar die Hochzeit im Garten feiern. «Ein paar Pavillons, Stühle und Tische kann man preiswert mieten», erklärt Jens Thielen vom Portal Hochzeits-finanzierung.de. Wichtig bei einem Gartenfest: Es muss einen Plan B geben, damit die Feier bei Regen nicht ins Wasser fällt

- beispielsweise ein großes Zelt. Aber auch wetterunabhängige Vereinsheime oder Gemeindesäle bieten sich zum Feiern an. Wer eine bestimmte Location im Auge hat, sollte dort früh anfragen - sonst besteht die Gefahr, dass sie ausgerechnet an dem Tag ausgebucht ist.

- Das Budget im Blick behalten: «Eine Hochzeitsfeier kostet im Schnitt zwischen 10000 und 13000 Euro», erklärt Schulz. Manche richten aber auch mit einem Budget von nur 3000 Euro ein Fest aus, ergänzt sie. Nach oben gibt es kostenmäßig keine Grenzen - alles eine Frage der Wünsche und des vorhandenen Geldes. «Damit Paare später keine Kostenexplosion erleben, ist es wichtig, von vornherein mit realistischen Preisen zu kalkulieren», rät Mauritz. Völlig logisch: Je weniger Gäste das Paar einlädt, desto günstiger wird es.

- Einladungskarten und Deko er- oder bestellen: Sparen kann das Paar, wenn es Deko, Einladungen oder Menükarten selber gestaltet. «Allerdings ist das oft mit viel Aufwand verbunden und sieht auch im Ergebnis oftmals nicht so schön aus, wie man es sich vorgestellt hat», erklärt Mauritz. Wer für so etwas kein Händchen hat, sollte Freunde fragen oder die Preise von mehreren professionellen Anbietern vergleichen. «Für eine Einladung besonders hübsch und im Porto preiswerter als ein Brief ist ein Foto des Brautpaares, das man als Postkarte verwenden kann», erklärt Thielen.

- Brautkleid und Anzug finden: Brautkleider sind in vielen Preisklassen zu haben. Allerdings rät Schulz davon ab, ein Kleid über einen Onlineshop in Asien zu bestellen. Oft sei die Qualität des Stoffes und eine gute Verarbeitung nicht gewährleistet. «Günstige Brautkleider sind in Second-Hand-Geschäften zu haben», erklärt Mauritz. Gleiches gilt auch für den Festtagsanzug. Allerdings, schränkt Mauritz ein, sei die Auswahl an Größen in Second-Hand-Läden oft nicht allzu groß.

- Musik aussuchen: Ein DJ ist oft günstiger als eine Band. Günstige Hilfe kann sich das Paar etwa über einen Studentenjobservice vermitteln lassen, sagt Thielen. «Allerdings kann ein günstiger DJ auch ein Fehlgriff sein, weil er vielleicht nur wenig Erfahrung hat», gibt Mauritz zu bedenken. Thielen fügt hinzu: «Notfalls reicht die eigene Stereoanlage oder die von Freunden auch völlig aus.»

- Essen servieren: Die Verpflegung bei einer Hochzeitsfeier ist oft ein großer Kostenfaktor. Anstelle von Snacks bei einem Sektempfang bieten sich aus Sicht von Thielen etwa Obstteller an - das können je nach Jahreszeit frische Erdbeeren oder geeiste Melonenstücke sein. Die Hochzeitstorte kann beim besten Konditor, aber auch bei Bäckereien geordert werden, die sich auf Torten spezialisiert haben - «das ist oft günstiger», erklärt Thielen.

Für das Abendessen bietet sich ein kalt-warmes Buffet an. Das Paar kann Angebote von Partyservices, aber auch von Metzgereien und Betriebskantinen einholen. Noch ein Spartipp: Selbst gekauftes Brot vom Bäcker kann günstiger sein, als wenn es der Caterer liefert.

- Getränke preisgünstig organisieren: Auch bei den Getränkekosten können Paare sparen. «Manche Caterer und Partyservices bieten eine Pauschale an», sagt Schulz. Äußerst günstig ist es häufig, Getränke auf Kommission zu kaufen. Dann bezahlt das Paar nur das, was sie und ihre Gäste konsumieren - der Rest geht zurück. Wenn Paare sparen wollen, sollten sie überlegen, ob sie nicht eventuell darauf verzichten wollen, Spirituosen anzubieten - die können auch ganz schön ins Geld gehen. dpa

Es muss nicht immer Sahnecreme sein - Alternativen zur Hochzeitstorte

Wenn die Hochzeitstorte angeschnitten wird, geht oft ein Raunen durch den Raum. Viele Brautpaare suchen mittlerweile aber nach Alternativen zum Dessert-Klassiker. Und davon gibt es viele.

Petit Fours: «Die kann man individuell gestalten», sagt Katrin Knopp, Bäckerin bei der Confiserie Reichert in Berlin. Außerdem könne man die kleinen quadratischen Törtchen stapeln, beispielsweise zu Herzen oder zu einem Nachbau der Chinesischen Mauer - für den Fall, dass sich das Paar in China kennengelernt hat.

Cupcakes: Sie entsprechen ebenfalls dem Trend «bunt und handlich», sagt Knopp. Auf Etageren lassen sich die winzigen Küchlein schön anrichten. Manch ein Brautpaar wünscht sich sogar regelrechte Cupcake-Bars mit Bedienung auf der Feier.

Naked Cake («Nackter Kuchen»): Er ist derzeit sehr gefragt bei Brautpaaren. Bei der Trendtorte fehlen Marzipandecke und Zuckerguss, sie sieht schlicht und schick aus. Laut Knopp lässt aber ihr Geschmack zu wünschen übrig. Denn damit die Torte mit den meist hohen Stockwerken nicht zerfließt, muss mit viel Sahnesteif und Gelatine gearbeitet werden. Das Ergebnis sei «sehr schwer und sehr fest».

Obstsalat und Schokobrunnen: Es muss nicht immer etwas Gebackenes sein. Oft wird die Hochzeitstorte zu Mitternacht angeschnitten - nach einem Tag, an dem alle Gäste ohnehin schon sehr viel gegessen haben. Obstsalat ist da eine leichte Alternative. Mit einem Schokobrunnen kombiniert machen die Früchte auch wahre Fans des Süßen glücklich.

Pralinen: Sie können mit darauf gedruckten Fotos individualisiert und als hübsches Gastgeschenk verteilt werden.

Herzhafte Torten: Sie sind wirklich originell, so Knopp. Sie bestehen beispielsweise aus Brotteig und sind mit Kräuter-Frischkäse gefüllt.