LIFESTYLE
29. Dezember 2012

Champagne Academy - die Magnum

foto-hotel palace

Die Champagne Academy der Gourmetwelten: Heute Teil 5 mit Gunnar Tietz, Chef-Sommelier des Sterne-Restaurants First Floor im Hotel Palace in Berlin

Der Silvester-Countdown: Jede Woche präsentieren die GOURMETWELTEN in Zusammenarbeit mit Piper-Heidsieck die Champagne Academy von erfahrenen Sommeliers mit Tipps und Tricks zum Champagner.

Heute Teil 5: Gunnar Tietz, Chef-Sommelier des Sterne-Restaurants First Floor, über die Unterschiede zwischen Magnum- und regulären Flaschen

Wichtigste Unterschiede

Champagner aus einer Magnumflasche ist immer von höherer Qualität, da er aufgrund der größeren Abfüllmenge resistenter gegen Umwelteinflüsse wie Temperaturschwankungen und Lichteinfall ist. Durch die Freisetzung von Schwefelverbindungen bzw. Schwefelwasserstoff entwickelt Champagner - wie andere Schaumweine auch - den so genannten "Lichtgeschmack". Deshalb sollte man Champagner am besten im Dunkeln lagern.

Ein weiterer positiver Aspekt der Magnumflasche ist die langsamere Alterung des Champagners; ein Prozess, den man übrigens auch durch die Lagerung im Dunkeln verlangsamen kann. Generell empfehle ich, Champagner ohne Jahrgang nach zwei bis drei Jahren zu trinken, da oftmals Alterstöne entstehen und die Perlage zurückgeht.

Qualität und Geschmack

Die Flaschengröße hat einen klaren Einfluss auf die geschmackliche Qualität des Inhalts: Champagner aus der Großflasche wirkt am Gaumen nachhaltiger, denn im Vergleich zu einer Abfüllung aus der 1/1-Flasche schmeckt die gleiche Cuvée aus der Magnumflasche harmonischer und reift besser.

Es gibt aber auch einen Nachteil bei Großflaschen: Der Verschluss besteht aus Naturkorken, und dieser weist verschiedene miteinander verklebte Schichten von unterschiedlicher Korkqualität auf. Meist befindet sich unter drei qualitativ hochwertigen Korkscheiben ein größeres Korkstück von minderer Qualität, das unter Umständen mit dem Champagner in Berührung kommen kann.

Reifung

Champagner aus Magnumflaschen reift länger und ist länger lagerfähig, daher weist er eine bessere Qualität auf. Das liegt am leeren Raum unter dem Korken - je kleiner der im Verhältnis zum Volumen des Inhalts ist, desto haltbarer wird der Champagner. Allerdings sollte der Inhalt nach dem Öffnen möglichst bald getrunken werden. Prinzipiell gilt, dass eine halbvolle Flasche gekühlt und mit einem speziellen Druckverschluss versehen rund 24 Stunden ohne große Qualitätseinbußen genießbar ist.

Im Restaurant First Floor schenken wir momentan verstärkt Champagner aus Magnumflaschen aus, da das Luxusprodukt zur festlichen Jahreszeit gerade in dieser Form sehr gefragt ist.

Teil 1: Shahab Jalali - die Lagerfähigkeit

Teil 2: Gerhard Retter - die ideale Trinktemperatur

Teil 3: Nils Hoyer - das Servieren

Teil 4: Marco Franzelin - der Jahrgang