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29. Dezember 2010

Champagner und Sekt im Warentest zu Silvester

Foto: DWI

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Rechtzeitig vor Silvester hat die Stiftung Warentest Champagner und Sekt getestet

Beim Champagner waren Piper Heidsieck (26 Euro) und Lanson Black Label (30 Euro) die besten, beim Sekt Adam Henkell Chardonnay Brut Jahrgangssekt 2005 (12 Euro) und Rotkäppchen Weißburgunder Sekt b. A. Saale/Unstrut (16 Euro).

15 Champagner, darunter ein Bio-Champagner, und 7 Sekte aus traditioneller Flaschengärung wurden im Test sensorisch beurteilt und auf Schadstoffe untersucht. Ein test-Qualitätsurteil gab es, wie immer bei alkoholischen Getränken, nicht. Das sensorische Ergebnis kann sich sehen lassen: Beim Champagner gab es neben den beiden sehr guten lauter gute Produkte - nur der Fleury Demeter Champagne Brut (Bio) für 28,90 Euro war fast überreif und deshalb befriedigend.

Die Discounter-Champagner Veuve Monsigny von Aldi-Süd und Comte de Brismand Champagne von Lidl lagen im guten Mittelfeld und kosten mit jeweils 11,50 Euro nur einen Bruchteil der teuren, aber sehr guten Testsieger.

Beim Sekt fanden die Tester neben den zwei sensorisch sehr guten Produkten fünf gute. Auch hier müssen sich die Verbraucher entscheiden, ob sie es lieber frischer mögen, oder gereifter - beim Champagner sorgt die Reife etwa für ein süßliches Brioche-Aroma durch die lange Lagerung auf der Hefe.

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Ein Tipp: Schaumwein immer kühl lagern und nicht zu lange. In hohen, engen Gläsern perlt er länger. Sehr junge Champagner kann man durchaus dekantieren oder trinkt sie aus großen Gläsern.

Zum Test:

Viele Weinkenner halten wenig von diesen Handelsmarken - zu erkennen am Kürzel MA (für Marque d'acheteur) auf dem Etikett. Der Test zeigt jedoch: Die Champagner von Aldi (Süd), Edeka, Lidl und Penny schnitten in der Blindverkostung gut ab. Kleine Abstriche gab es nur beim Veuve Durand von Aldi (Nord): Er schmeckte ganz leicht pilzig - an Champignon oder Waldboden erinnernd. Eine Besonderheit war übrigens der Lidl-Champagner Comte de Brismand: Er kam aus dem renommierten Haus Vranken.

Andere bekannte Namen sind Moët & Chandon, Veuve Clicquot oder Pommery. Sie kosten pro Flasche mindestens das Doppelte wie Champagner vom Discounter. Bei Markenchampagnern ist aber auf einen gewissen Wiedererkennungswert Verlass: Die großen Häuser lagern viele Jahrgänge und verschneiden bis zu 70 verschiedene Grundweine. So erreichen sie jedes Jahr ihren typischen Markengeschmack. Die beiden Champagner Piper Heidsieck Brut für 26 Euro pro Flasche und Lanson Black Label Brut für 30 Euro überzeugten die Tester besonders: Beide waren sehr körperreich und vielschichtig.

Sie unterscheiden sich allerdings in ihrer Reife beziehungsweise Frische und stehen damit jeweils für einen Stil: Einsteigern dürften eher spritzig-frische Schaumweine wie Lanson, weniger die eher gereiften Vertreter wie Piper Heidsieck gefallen. Zu reif - also oxidiert - war keiner der getesteten Tropfen.

Der ausführliche Test Champagner und Sekt ist in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift test und online unter www.test.de/schaumwein veröffentlicht.