22. März 2011

Deutsche Winzer exportieren wieder mehr

Die deutschen Winzer exportieren wieder mehr Wein

2010 nahm die Menge der ausgeführten Qualitätsweine um acht Prozent zu, der Umsatz damit wuchs im Vorjahresvergleich um sechs Prozent auf 285 Millionen Euro. Das teilte das Deutsche Weininstitut (DWI) anlässlich der Leitmesse ProWein (27. bis 29. März) in Düsseldorf mit.

Die Qualitätsweinexporte erreichten demnach im vorigen Jahr wieder das Niveau von 2007. «Wir haben uns insbesondere in den Überseeländern von der Wirtschaftskrise erholt», sagte DWI-Geschäftsführerin Monika Reule. Im laufenden Jahr seien - wegen der geringen Erntemengen des Weinjahrgangs 2010 - aber erneut Exportrückgänge möglich.

Glanzlicht ist derzeit der US-Markt. Mit 94 Millionen Euro wurde dort im vergangenen Jahr ein Drittel des gesamten Exportumsatzes erzielt. Der Absatz wuchs um 19, der Umsatz um 17 Prozent. Vor allem Riesling-Weine stehen bei Amerikanern hoch im Kurs.

Auf Rang zwei bei den Ausfuhrmärkten schoben sich die Niederlande. Hier stiegen die exportierten Mengen um sechs Prozent, aber der Umsatz ging leicht um drei Prozent auf 30 Millionen Euro zurück. Auf dem drittwichtigsten Auslandsmarkt Großbritannien gab es Umsatzverluste von 16 Prozent und Absatzrückgänge von sieben Prozent. Norwegen belegt den vierten Platz - gefragt sind Weißweine und hier vor allem Rieslinge.

Auf dem Heimatmarkt blieben die deutschen Anbieter laut DWI mit großem Abstand Marktführer. Trotz eines leichten Rückgangs erzielten die Winzer Anteile von 46 Prozent bei der verkauften Weinmenge und von 52 Prozent am gesamten Umsatz.

Unterdessen haben die Discounter in Deutschland ihre Position beim Weinverkauf gestärkt. Hier wurden im vergangenen Jahr etwa 48 Prozent aller Weine gekauft, teilte das DWI unter Bezug auf das GfK-Haushaltspanel mit. Zusammen mit den übrigen Einkaufsmärkten kam der Lebensmittelhandel damit auf einen Anteil von 74 Prozent am Weinverkauf.

Bei Weinen deutscher Anbieter liegt dieser Anteil dagegen bei 61 Prozent. Denn wichtige Vertriebswege blieben der Direktbezug beim Erzeuger und der Fachhandel, erklärte das DWI. «Dort werden zusammengenommen über ein Drittel des Absatzes und die Hälfte des Umsatzes mit deutschen Weinen getätigt», sagte Reule.

Bei der Düsseldorfer Fachmesse ProWein präsentieren sich 3600 Aussteller, fast 800 - und damit die meisten - kommen aus Deutschland. Insgesamt sind an die 50 Nationen vertreten, darunter Weinbauländer wie Italien, Frankreich und Österreich, aber auch Indien, Brasilien und Japan. Erwartet werden 36 000 Fachbesucher. In der zentralen Verkostungszone werden etwa 1000 Weine ausgeschenkt. dpa