02. März 2012

Deutschland als Reiseziel immer beliebter

Urlaub in Deutschland im Trend

Bei den Übernachtungen verzeichnete die Tourismusbranche 2011 ein Plus von 3,6 Prozent auf 394 Millionen Nächte - ein neuer Rekord. Gemessen an den absoluten Zahlen liegt Deutschland damit noch vor Spanien mit 389,5 und Italien mit 373,3 Millionen Nächten europaweit auf Platz eins, wie der Deutsche Tourismusverband (DTV) am Donnerstag in Berlin im Vorfeld der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) mitteilte.

Für 2012 erwarte er weiteres Wachstum, sagte DTV-Präsident Reinhard Meyer. Erstmals könnte die «magische Grenze» von 400 Millionen Übernachtungen in gewerblichen Betrieben inklusive Camping überschritten werden.

Innerhalb Deutschlands war die Entwicklung unterschiedlich: Im Trend liegen insbesondere die Großstädte: Berlin (plus 7,5 Prozent), Bremen und Hamburg (jeweils plus 6,5 Prozent) legten deutlich zu, aber auch andere Länder wie Baden-Württemberg (plus 4,8) und Bayern (plus 4,0) hatten Zuwächse. Bescheidener war nach den Daten des Statistischen Bundesamtes die Entwicklung in Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit plus 2,5 und 0,2 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern gingen die Übernachtungszahlen sogar um 0,2 Prozent zurück. Schuld daran ist dem DTV zufolge das schlechte Wetter.

Mit 2,9 Millionen Beschäftigten und 100 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung gehöre der Tourismus in Deutschland zu den Top Ten der Wirtschaftszweige, sagte Meyer. Eine Herausforderung für die Branche sei allerdings der demografische Wandel. Einerseits steige der Anteil älterer Urlauber mit besonderen Ansprüchen zum Beispiel an die Ausstattung von Hotels. Andererseits werde der prognostizierte Bevölkerungsrückgang in Deutschland auch negative Folgen für den Tourismus haben. «Wir müssen den Anteil ausländischer Gäste erhöhen, wenn wir diesen Rückgang kompensieren wollen», sagte Meyer.

Schon jetzt mache sich zudem Fachkräftemangel bemerkbar. Vor allem der ländliche Raum leide darunter, dass qualifizierte Fachkräfte auf der Suche nach attraktiven Jobs in die Großstädte ziehen. Sorgen macht sich der DTV ferner um die Bereitschaft von Ländern und Kommunen, weiter in touristische Infrastruktur und Marketing zu investieren, sagte Meyer. dpa