Genussgipfel Österreich
21. März 2014

Falstaff Restaurant Guide 2014

Fotos: Falstaff/apa

Döllerer erstmals Österreich-Sieger, fünf Bundesländer mit neuen Gewinnern, Filippou Neueinsteiger des Jahres, Robert Huth Gastronom des Jahres und Margarethe und Heinz Reitbauer für das Lebenswerk geehrt

Die Gäste haben das Wort – und sie haben es genutzt. Über 220.000 Votings der 17.000 Gourmetclubmitgliedern gelangten bei Falstaff ein und resultieren im druckfrischen Falstaff Restaurantguide 2014. Dabei gibt es einige Überraschungen: Erstmals konnte Andreas Döllerer mit Heinz Reitbauer vom Steirereck im Stadtpark und Thomas Dorfer vom Landhaus Bacher gleichziehen und ist einer der drei ex aequo Österreich-Gesamtsieger, mit jeweils 99 von 100 möglichen Punkten.

»Der Falstaff Restaurantguide bietet den größten Überblick über die heimische Gastronomieszene. Der Dank dafür gebührt vor allem den 17.000 hochmotivierten Falstaff Gourmetclubmitgliedern, die bei ihren Restaurantbesuchen regelmäßig die Bereiche Essen, Service, Wein- und Getränkekarte sowie Ambiente bewerten«, sagte Falstaff-Herausgeber Wolfgang Rosam. Insgesamt gibt es in der österreichischen Gastronomie einiges an Neuerungen: Der Pfeil zeigt für Aufsteiger 557-mal nach oben, allerdings auch 283-mal nach unten. Und gleich fünf Bundesländer haben neue Sieger: In Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Kärnten und Tirol wurden die besten neu definiert.

Die Österreich-Sieger:

Döllerer, Landhaus Bacher & Steirereck im Stadtpark Die auch letztes Jahr mit dem Österreichsieg ausgezeichneten Restaurants Steirereck im Stadtpark und Landhaus Bacher sind ex aequo mit dem Restaurant Döllerer in Golling, Salzburg, auf Platz eins.

Das Döllerer konnte sich zum Vorjahr um einen Punkt verbessern und wird erstmals mit dem Österreich-Gesamtsieg prämiert. Mit seiner »Cuisine Alpine« hat der erst 35-jährige Andreas Döllerer eine ganz persönliche Stilistik kreiert und in den letzten Jahren perfektioniert. Der aufwändige Restaurant-Umbau hat für volle Punktzahl beim Ambiente gesorgt. Thomas Dorfer konnte mit seinem unglaublichen Fingerspitzengefühl den ersten Rang für das Landhaus Bacher verteidigen. Das Phänomen Steirereck geht weiter - Heinz Reitbauer bestätigt seinen Sieg mit konkurrenzloser Beständigkeit auf Top-Niveau und verdient würdig die Bezeichnung »Weltklasse«.

Die Bundesland-Sieger:

Wien (und Österreich-Sieger): Steirereck im Stadtpark (99 Punkte)

Niederösterreich/Mautern (und Österreich-Sieger): Landhaus Bacher (99 Punkte)

Salzburg/Golling (und Österreich-Sieger): Döllerer (99 Punkte)

Burgenland/Schützen: Taubenkobel (97 Punkte)

Steiermark/Trautmannsdorf: Steira Wirt (94 Punkte)

Oberösterreich/Neufelden: Mühltalhof (95 Punkte)

Kärnten/Velden:Schlossstern (96 Punkte)

Tirol/Kirchberg: Simon Taxacher im Rosengarten (97 Punkte)

Vorarlberg/Lech: Griggeler Stuba (97 Punkte)

Robert Huth ist Gastronom des Jahres

Alles, bloß kein Schnickschnack. Robert Huth ist ein Gastronom, der auf klare Konzepte setzt. Und das funktioniert hervorragend. Mit seinem fünften Restaurant wuchs Robert Huths Gastro-Imperium wieder ein Stück weiter. 2001 hat Robert Huth sein erstes Innenstadtlokal in Wien eröffnet, er führt in der Schellinggasse neben dem gutbürgerlichen Wirtshaus Huth Gastwirtschaft auch das vis-à-vis liegende Huth Grill House da Max sowie das gleich daneben beherbergte Huth da Moritz. Damit hat er das Kunststück geschafft, eine Gasse gastronomisch zu beleben, ohne sich selbst Konkurrenz zu machen. Der jüngste Neuzugang ist das Huth Stadtgasthaus mit Wiener Küche in der Weihburggasse. Ein Restaurant fällt nicht nur namenstechnisch aus dem Rahmen: die Pizzeria Eatalico in der Praterstraße. Einst als Experiment eröffnet, ist es heute eines der erfolgreichsten Lokale des Huth-Imperiums. Nicht nur deshalb ist Falstaff sicher: Vom experimentierfreudigen Gastronomen wird man noch viel hören!

Alexander Koblinger ist Sommelier des Jahres

Bereits zum zweiten Mal wird im Zuge der Vöslauer-Falstaff-Awards der Sommelier des Jahres ausgezeichnet. Mit Alexander Koblinger wird ein Master-Sommelier geehrt, ein Titel, den derzeit weltweit nur 214 Personen führen – im deutschsprachigem Raum sogar nur drei Kollegen neben ihm. Er ist seit 2005 für die Weine in einem der besten kulinarischen Häuser Österreichs verantwortlich: im Hotel-Restaurant von Rudi und Karl Obauer in Werfen, Salzburg. Die Dorfstub’n seiner Eltern in Hinterstoder war seine erste Wirkungsstätte, danach sammelte er Erfahrung im In- und Ausland. Die Weinauswahl der Dorfstub’n ist dennoch immer noch Angelegenheit von Alexander Koblinger – erfreuen Sie sich daher an der exzellenten Weinauswahl.

Lebenswerk für Margarethe und Heinz Reitbauer

Von der Kegelbahn zum Gourmettempel: Falstaff ehrt in diesem Jahr das Lebenswerk von Margarethe und Heinz Reitbauer, die mit ihrem Steirereck einen sagenhaften Erfolg landeten. Gemüsesuppe und Germknödel um 14 und 16 Schilling – damit hat im Jahr 1970 alles begonnen. Nachdem der steirische Kegelbahnbesitzer Heinz Reibauer und seine Frau Margarethe ein damals völlig unbedeutendes Ecklokal im 3. Bezirk übernahmen und Steirereck nannten, gab es zunächst nur diese zwei Gerichte auf der Karte. Dennoch: Die Rechnung ging auf und der Laden brummte. Daraus entstand die berühmteste Gourmetadresse des Landes. 1996 eröffneten die Reitbauers das Wirtshaus Steirereck am Pogusch. Und wieder gelang ihnen ein großer Wurf: In kürzester Zeit wurde es zum bekanntesten Landgasthaus Österreichs und die Gastronomen stellen eindrucksvoll unter Beweis, dass man auch an völlig entlegenen Orten mit Qualität und Bezug zur Region einen Erfolg landen kann.

Konstantin Filippou ist Neueinsteiger des Jahres

Wohl kaum eine Neueröffnung hat 2013 so eingeschlagen wie jene von Konstantin Filippou. Statt Respekt für seinen Mut – immerhin kommt es in Wien nicht allzu häufig vor, dass sich ein Spitzenkoch mit eigenem Lokal selbstständig macht – schlug ihm aus der Branche Skepsis entgegen. Ein modernes Fine-Dining-Restaurant nur mit Menüs würde nicht funktionieren, hieß es. Weit gefehlt. Die Küche ist mittlerweile auch außerhalb Wiens bekannt, es geht um den Geschmack und das Zusammenspiel der Aromen, nicht um die Fülle. Konstantin Filippou ist für die Wiener Gastronomie mehr als nur eine Bereicherung und für Falstaff der Neueinsteiger des Jahres.

Die Preise für die Gastronomen des Landes überreichen neben dem Falstaff-Herausgeber Wolfgang Rosam sowie dem Partner der Vöslauer-Falstaff-Awards Dr. Alfred Hudler, Vorstandsvorsitzender der Vöslauer Mineralwasser AG, die Schauspieler Kristina Sprenger, Peter Simonischek und Helmuth Lohner.

Der Falstaff Restaurantguide 2014:

Ab 21. März ist der Falstaff Restaurantguide im Buch- und Zeitschriftenhandel, in allen Trafiken, bei Wein & Co sowie an Tankstellen zum Preis von 9,90 Euro erhältlich. Auf 578 Seiten werden rund 1.500 österreichische Restaurants beschrieben und bewertet.