Wein
10. November 2016

Gerhard Eichelmann Eichelmann Deutschlands Weine 2017

Gerhard Eichelmann: Deutschlands Weine 2017, © Mondo Verlag Heidelberg

Der Eichelmann 2017 ist da, und er ist dieses Jahr noch umfangreicher geworden. In der neuesten Ausgabe werden 935 deutsche Weingüter und 11.000 Weine vorgestellt.

Der Eichelmann 2017 widmet jedem Weingut eine eigene Seite, ein Etikett ist abgebildet, die Spitzenwinzer werden auf jeweils zwei Seiten auch im Bild vorgestellt. Die Inhalte sind alternativ auch als App verfügbar. Die Buch-Ausgabe ist bebildert mit Fotos zum Thema "Keller", fotografiert von Andreas Durst.

In seinem Vorwort kritisiert Gerhard Eichelmann, dass zu viel verändert und "geschraubt" wird, dass Winzer glauben, jede neue kellertechnische Mode, die gerade gehypt wird, ausprobieren zu müssen. Über all das "kellertechnische Gemurkse", wie er schreibt, sei er zu einer neuen Erkenntnis gelangt, was Terroir ist: Terroir heißt Gelassenheit.

Wie jedes Jahr zeichnen der Autor und sein Team die Weingüter aus, die ihnen besonders aufgefallen sind. Bei der Buchpräsentation im Restaurant Sandhof in Heidesheim präsentiert Gerhard Eichelmann die Winzer des Jahres. Bei der Auswahl der prämierten Weingüter liegt das Augenmerk des Autors auf der gesamten Kollektion der Weingüter, nicht auf einzelnen Spitzenweinen.

Gerhard Eichelmann: Deutschlands Weine 2017, © Mondo Verlag Heidelberg

Für die beste Weißweinkollektion des Jahres wird das Weingut Max Müller I aus Volkach in Franken ausgezeichnet. Schon in der ersten Ausgabe des dieses Jahr zum 17. Mal erscheinenden Weinführers wurde Rainer Müller als aufstrebender Winzer in Franken gelobt. Zusammen mit Ehefrau Monika führte er das Weingut in die fränkische Spitze. In den letzten Jahren haben sie zusammen mit Sohn Christian das Sortiment klar strukturiert und differenziert, vor allem ihre Silvaner zeigen Vielfalt und Klasse, die Lagenunterschiede werden fein herausgearbeitet, erklärt Eichelmann in seiner Laudatio.

Die beste Rotweinkollektion des Jahres hat für Gerhard Eichelmann mit Martin Waßmer erstmals ein Winzer aus dem badischen Markgräflerland. "Eine beeindruckende, stimmige rote Kollektion ist Martin Waßmer im Jahrgang 2014 gelungen, die in vier hervorragenden Spätburgundern kulminiert, die alle sehr präzise sind und sich sehr klar und deutlich voneinander unterscheiden", begründet Gerhard Eichelmann seine Wahl.

Die Auszeichnung für die beste süße und edelsüße Kollektion des Jahres geht in diesem Jahr an Nik Weis in Leiwen an der Mosel. "Nik Weis hat 2015 auch ganz "dicke" Sachen zu bieten, Beerenauslese, Trockenbeerenauslesen, Weine für die Ewigkeit. Jetzt schon spannend aber sind die Kabinettweine, die Spätlesen, auch die Auslesen, alle faszinieren mit Komplexität und Frische, Rasse und Eleganz. Und bei Nik Weis lassen sich wunderschön Mosel und Saar gegenüberstellen, Goldtröpfchen und Bockstein, Saarfeilser und Laurentiuslay", so Gerhard Eichelmann bei der Überreichung der Auszeichnung.

Aufsteiger des Jahres ist Carl Ehrhard aus Rüdesheim im Rheingau. Seit der ersten Ausgabe werden Carl Ehrhard aus Rüdesheim und seine Weine im Eichelmann empfohlen. "Fast zwanzig Jahre führt er nun sein Weingut - und seine Weine werden immer besser. "Ob es an der Gelassenheit liegt, die Carl Ehrhard mittlerweile gewonnen hat, daran, dass er das Terroir sprechen lässt? Die Phalanx seiner Rieslinge aus dem Rüdesheimer Berg ist beeindruckend", erklärt Eichelmann bei der Buchpräsentation.

Neben den vier Weingütern des Jahres präsentiert Gerhard Eichelmann einen Weinklassiker, der damit in die "Mondo-Klassiker-Bibliothek" aufgenommen wird, in der die großen Weine Deutschlands versammelt sind, jedes Jahr kommt ein Wein aus einer großen Weinlage hinzu. Der Weinklassiker ist für Eichelmann ein Wein, der zum einen hohe Qualität bietet, zum anderen aber auch Jahr für Jahr ein klares Profil zeigt und als Klassiker, als Prototyp seiner Rebsorte und seiner Region gelten kann. Als deutsche Grand Crus bezeichnet er diese Weine. Dieses Jahr fiel die Wahl auf die Lage Halenberg in Monzingen an der Nahe mit dem Riesling Großes Gewächs des Weinguts Emrich-Schönleber: "Ein immer faszinierender Riesling von erstaunlicher Langlebigkeit", lobt Gerhard Eichelmann.

Den Ehrenpreis für das Lebenswerk hat die Redaktion in diesem Jahr an Werner Knipser aus Laumersheim in der Pfalz vergeben. 1983 hat Werner Knipser mit dem Ausbau im Barrique begonnen, den Rotweinanteil erhöht, sich rückbesonnen auf die klassischen deutschen Rebsorten, aber auch mit internationalen Rebsorten experimentiert. Durch ihn wurde Laumersheim bekannt, die Pfalz auch als Rotweinregion etabliert, worüber oft vergessen wird, dass sein Bruder Volker und er auch beim Weißwein das Weingut an die deutsche Spitze führten", so die Begründung der Redaktion des Eichelmann 2017.

Der Aufbau des Buches

Die Bestandsaufnahme der besten deutschen Weinerzeuger und ihrer Weine ist alphabetisch geordnet und bietet eine Vielzahl an Informationen: Adressen inklusive E-Mail und Homepage, Inhaber, Rebfläche, Besuchszeiten, eventuell Gutsausschank, dazu ein Kurzporträt der Erzeuger und ihres Programms. Die Weine werden nach dem international üblichen 100-Punkte-System bewertet, das der Autor 1997 in Deutschland eingeführt hat. Zu jedem Wein ist der Preis angegeben, Weine mit besonders gutem Preis-Leistungs-Verhältnis sind hervorgehoben. Jedes Weingut wird für seine Gesamtleistung mit 1 bis 5 Sternen eingestuft. Wichtig für den Verbraucher ist, dass dabei nicht nur Spitzenerzeugnisse vorgestellt und zur Betriebsbewertung herangezogen werden, sondern alle Weine, auch die Einstiegsqualitäten.

Gerhard Eichelmann hat in Göttingen, Paris und Würzburg studiert. Der Diplom-Volkswirt und Diplom-Kaufmann gründete 1997 den Verlag Mondo Heidelberg und die unabhängige Weinzeitschrift Mondo, die Weingüter und Weine aus aller Welt vorstellt. Mondo führte als erste deutsche Weinzeitschrift das international übliche 100 Punkte-System für Weinbewertungen ein. Drei Jahre später veröffentlichte er die erste Ausgabe eines Buches über deutsche Weine, das sich als Standardwerk zum deutschen Wein etabliert hat.

"Eichelmann Deutschlands Weine", oder kurz "Der Eichelmann", erscheint jedes Jahr neu. Aber nicht nur über deutschen Wein hat er Bücher veröffentlicht, international bekannt ist Gerhard Eichelmann vor allem als Champagne-Kenner, eines seiner inzwischen 6 Champagne-Bücher (das siebte folgt Anfang 2017: "Champagne. Edition 2017") wurde gar ins Französische übersetzt und ist bei Larousse erschienen.

Eichelmann 2017 - Deutschlands Weine
Mondo Verlag Heidelberg
1.216 Seiten, Hardcover,
durchgängig farbig bebildert
Format 17,6 x 25 cm, Preis 29,95 Euro
ISBN: 9783938839263