02. April 2011

Jochen Dreissigacker vom Weingut Dreissigacker

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Kulinarisches Interview von Jens Darsow mit Winzer Jochen Dreissigacker vom Weingut Dreissigacker

1. Was charakterisiert in Ihren Augen einen Genießer? Einen Menschen der bewusst wahrnimmt was er aufnimmt. Ich finde es sehr spannend, bewusst darüber nachdenken, was sich ein Koch oder Winzer bei dem Produkt gedacht hat.

2. Warum sind Sie Winzer bzw. wie sind Sie zum Wein gekommen? Ich bin ja in einem Weingut aufgewachsen, da war dann schon immer der Wille da, das auch weiter zu führen. Allerdings hat sich das über die Jahre entwickelt - ich habe erst eine Ausbildung zum Steuerfachgehilfen gemacht und bin dann erst Winzer geworden. Ich wollte aber das Weingut anders führen, als es meine Eltern gemacht haben - es war mir wichtig meine eigenen Ideen und Überzeugungen zu verwirklichen.

3. Mit wem würden Sie gern mal über das Thema Wein reden? Am liebsten mit Günther Jauch, um zu erfahren wie es ihm die ersten Monate im eigenen Weingut ergangen ist.

4. Mit wem würden Sie am liebsten mal eine Wein-Degustationsprobe machen und wo? Uli Hoeneß

5. Ihr Hauptcharakterzug? Zielstrebigkeit und selbstkritisch

6. Welche ausländischen Weine schätzen Sie besonders und warum? Gereifte weiße Burgunder - hier hole ich mir immer wieder Ideen für die eigenen Weine um wieder was anderes neues spannendes zu machen.

7. Wie wichtig sind Ihnen internationale Bewertungen und wie wirken sich diese auf das Kaufverhalten aus? Wir haben einige Bewertungen - ich freue mich darüber, aber es ist nicht entscheidend für mich und meine Arbeit.

8. Ihr Lieblingsgericht? Ich weiß immer ein gutes Stück Fleisch zu schätzen.

9. Was essen Sie überhaupt nicht? Kutteln

10. Was wollten Sie als Kind partout nicht essen? Krabben

11. Was haben Sie als Kind am liebsten gegessen? Pfannenschnitzel von Mama

12. Welche regionale Persönlichkeit bewundern Sie am meisten? Klaus Keller - er hat mir die Grundphilosophie vom Wein gelehrt und diese auch an viele andere junge Winzer weiter gegeben.

13. Welche regionale Spezialität mögen Sie am liebsten? Spundekäs

14. Ihr Lieblingsrestaurant in der Region? Es gibt mehrere wo ich gerne hingehe - aber eine nette Weinwirtschaft ist immer super!

15. Ihr Lieblingsrestaurant außerhalb der Region? Da kann ich mich gar nicht für eins entscheiden, weil es einfach zu viele gute gibt. Aber es gibt einen Grund warum ich so oft in Berlin bin - wegen der guten Restaurants!

16. Wo haben Sie die wichtigsten Erfahrungen mit der Leitung eines Weingutes gemacht? Daheim!

17. Wo sehen Sie persönlich den Schwerpunkt Ihrer Arbeit - im Weinberg, im Keller oder im Verkauf? Ich mache alles - immer und überall

18. Welchen Winzer bewundern Sie am meisten? Markus Schneider - ich ziehe den Hut vor dem was er aus dem Nichts aufgebaut hat

19. Wie wichtig sehen Sie die Rolle der ambitionierten Sommeliers und des Weinfachhandel? Wertvoll und entscheidend! Keiner ist so nah am Gast um die Philosophie des Weines näher zu bringen.

20. Wie wird sich Ihr Weingut perspektivisch aufstellen? Die Grundprämisse lautet: Nachhaltig gute Qualität! Das Weingut soll für rheinhessische Top-Qualität stehen.

21. Ihr größter Fehler? Ungeduld

22. Welches Land würden Sie gern mal 4 Wochen bereisen und die jeweiligen Spezialitäten, die Küche und die Leute kennen lernen? China

23. Ihr Lieblingsurlaubsland? Thailand

24. Ihr Lieblingsgetränk? Riesling

25. Champagner genieße ich am liebsten: Ich kann Champagner immer und überall trinken!

26. Ihre heimliche Leidenschaft? Architektur und Raumdesign

27. Ihre Lieblingsbeschäftigung? Deutsche Weinelf - ich spiele Fußball in der Nationalmannschaft der Spitzenwinzer

28. Welches Buch haben Sie als letztes gelesen? Limit von Frank Schätzing

29. Welches ist Ihre Lieblings-Rebsorte und welche Rebsorte würden Sie gern mal anbauen? Riesling - eigentlich würde ich lieber die Vielfalt der Rebsorte auf verschiedenen Böden testen.

30. Welches ist Ihr Lieblingsfilm? Ein gutes Jahr von Ridley Scott

31. Was schätzen Sie an Ihren Freunden am meisten? Dass sie immer da sind wenn ich sie brauche und sie meine Leidenschaft teilen

32. Wie definieren Sie ökologischen Weinbau und wie setzen Sie diesen um? Vielschichtigkeit, Nachhaltigkeit und absolute Top-Qualität. Mit einer Rebe durch gute Pflege das perfekte Ergebnis zu erzielen. Weg von der Monokultur zur Vielfalt.

33. Was ist Ihrer Meinung nach die schlimmste Fehlentwicklung im internationalen Weinbau? Die gleiche Geschmackstypus und die Rebflächenausweitung auf einfachen Lagen.

34. Mit wem würden Sie gern mal eine Nacht im Weinberg verbringen? Mit meiner Frau und einer Doppelmagnum 96er Krug

Interview mit Michael Moosbrugger von Gobelsburg

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