07. Juni 2014

Knigge-Alarm Austern

Austern © pitopia

Babette Gott über die Formen des Umgangs mit der Auster

Austern sind das ganze Jahr über verfügbar, da die durchgehende Kühlung beim Transport heute kein Problem mehr darstellt. Sie werden in Aquakulturen gezüchtet. Der weltweit größte Produzent ist China mit über 80 Prozent Weltmarktanteil. Für den europäischen Markt ist Frankreich der wichtigste Produzent. Fast alle zum Verzehr angebotenen Austern sind pazifische Felsenaustern, auch wenn die Namensgebung das nicht immer verdeutlicht.

Es gibt die verschiedensten Zubereitungsarten. Besonders beliebt sind die Austern jedoch roh, da sie so ihr volles Aroma als "kleiner Schluck Urlaub" am besten entfalten können.

Um sie zu öffnen, benötigt man zwei Spezialbestecke: das Austernmesser (auch Austernbrecher genannt) und die Austerngabel. Das Austernmesser bleibt in der Küche, denn es wird nur verwendet um die Auster zu öffnen, bevor man sie auf Eis oder auf einem Spezialteller mit entsprechenden Vertiefungen serviert.

Die Austerngabel ist das adäquate Werkzeug für den Gourmet. Er hält die geöffnete Auster in der linken Hand und löst damit am sogenannten Austernpunkt das Muschelfleisch von der Schale ab. Nun kann die Auster entweder ausgeschlürft werden oder das Fleisch wird mit der Gabel gegessen und das Wasser anschließend ausgeschlürft.

Schlürfen ist nach den Regeln der Etikette zwar erlaubt, das geräuscharme Einsaugen aber dennoch vorzuziehen, wenn man nicht die bösen Blicke der "Ignoranten" auf sich ziehen möchte. Die leere Schale legt man zurück auf den Teller.

Zu rohen Austern wird Zitrone und eventuell schwarzer Pfeffer gereicht. Da es sich um Fingerfood handelt, sollte eine Fingerschale mit lauwarmem Wasser und Zitronenscheibe sowie eine extra Serviette bereitstehen.

Warme Austerngerichte, meist sind sie überbacken, werden ganz normal mit Messer und Gabel verzehrt. Dabei bleiben zwar die Finger sauber, aber von dem Urlaubsgefühl geht ein bisschen verloren ...

Babette Gott, Dipl. Betriebswirtin
Trainerin für Business-Etikette (IHK)
Vorstandsmitglied der
Deutschen Knigge-Gesellschaft
www.kniggealarm.de