27. Juni 2014

Knigge-Alarm Weinbergschnecken

Foto: pitopia

Babette Gott über die Formen des Umgangs mit Weinbergschnecken

Die Franzosen nennen sie "escargots", die Biologen sprechen von "Helix pomatia" oder "Helix aspersa" – die Weinbergschnecken, eine Delikatesse, die in den 70er Jahren auch in der eher bürgerlichen Gastronomie ihren Einzug hielt.

Ihre Popularität nahm dann in Deutschland jedoch etwas ab. Sie galt und gilt auch heute noch als gefährdete Tierart, die durch das Washingtoner Artenschutzgesetz geschützt wird. Die heute bei uns angebotenen Schnecken kommen ausschließlich aus Zuchtbetrieben, hauptsächlich aus Frankreich, Süddeutschland und der Schweiz.

Vielleicht ist das der Grund, warum sich die Weinbergschnecke auf der Speisekarte wieder zunehmender Beliebtheit erfreut. Wie aber wird sie denn nun gegessen?

Werden Weinbergschnecken ohne Haus serviert, so werden sie meistens in Schneckenpfännchen gereicht, jede Schnecke mit Kräuterbutter in einer kleinen Vertiefung. Als Gabel gibt es die zweizinkige Schneckengabel oder auch eine normale Gabel. Hiermit wird die Schnecke aufgespießt und zum Mund geführt. Die Buttersoße wird mit Baguettebröckchen aufgenommen.

Für den Verzehr von Weinbergschnecken im Gehäuse sind die Schneckengabel und die Schneckenzange sowie ein Suppenlöffel nötig. Mit der Schneckenzange in der linken Hand greift man das Schneckenhaus und zieht mit der Schneckengabel die Schnecke heraus. Sie wird auf den bereitliegenden Suppenlöffel gelegt (zumeist auf einem Extrateller). Nun wird auch die Kräuterbutter auf den Löffel gegossen. Das leere Schneckenhaus wird abgelegt und der Löffel mit der rechten Hand zum Mund geführt. Mit Baguette kann Kräuterbutter aus dem Pfännchen oder vom Teller aufgenommen werden.

Weinbergschnecken sind kein Fingerfood, da sie immer sehr heiß serviert werden. Als Gastgeber sollte man sie daher nur dann im Schneckenhaus anbieten, wenn man auch über genügend Schneckengabeln und -zangen verfügt, ansonsten bleibt die Variante der "ausgezogenen" Schnecke: genauso delikat, aber ohne die kleine Herausforderung ...

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Babette Gott, Dipl. Betriebswirtin
Trainerin für Business-Etikette (IHK)
Vorstandsmitglied der
Deutschen Knigge-Gesellschaft
www.kniggealarm.de