WEIN
30. Dezember 2013

Kollektionen des Jahres II

Die Lieblings-Kollektionen der Gourmetwelten aus 2013, Teil 2: Unsere 10 Klassiker

Künstler

Einmal durch die Hölle und zurück – so lautete das treffende Motto einer Verkostung der Weine von Gunter Künstler im Berliner Waldorf Astoria. Es gab einen sensationellen Flight aus 18 Rieslingen Hochheimer Hölle, einer eleganter als der andere. Besonders der mineralisch-expressive 2012 Hochheimer Hölle Riesling Großes Gewächs, mein Lieblingswein 2009 Hochheimer Hölle Riesling Erstes Gewächs, ein klassisch-eleganter 2004 Hochheimer Hölle Riesling Auslese trocken, ein herrlich burgundischer 2003 Hochheimer Hölle Auslese trocken und der große 1997 Hochheimer Hölle Auslese trocken bleiben mir in Erinnerung.

Zum Abendessen im Sternerestaurant Les Solistes by Pierre Gagnaire gab es aus der äußerst gelungenen 2012er Kollektion noch den Hochheimer Stielweg trocken, Hochheimer Kirchenstück und den Hochheimer Hölle Goldkapsel trocken.

Und wer vor lauter Hölle den Himmel nicht mehr sieht? Dem hilft Alexandra Himmel, Sommeliere im Les Solistes, gern auf die Sprünge: Sie ist die Stieftochter von Gunter Künstler.

Siener

Stoffige Rieslinge und ziemlich perfekte Spätburgunder und ein genialer Brut Rose. Das sollte reichen. Zusammen mit vier anderen aus der Südpfalz Connexion (s.u.) macht Peter Siener den Gräfenhauser - ein überaus zarter und filigraner Spätburgunder, den ich früher gering schätzte, heute aber liebe - times are changing

Leiner

Der zweite im Bunde, Sven Leiner, bringt neben einem wuchtigen Chardonnay Katzebosch extrem feine und elegante Rieslinge aus Kalmit und Setzer. Alles tanzende Weine - kein Wunder, sind sie doch biodynamisch, eben lebendig. Chapeau!

Kranz

Musketier Nummer 3 ist Boris Kranz. Wunderbare Rieslinge, ebenfalls aus dem Kalmit, klassisch und gehaltvoll. Außerdem herrliche Sylvaner und Spätburgunder vom Ton und Kalk. Die beiden weiteren Mitglieder der Südpfalz Connexion sind Klaus Scheu und Volker Gies, ihre Weine sind unter den Entdeckungen zu finden.

Kühling-Gillot

Von Kühling-Gillot kommen die Topweine des Roten Hangs: Pettenthal, Rothenberg, Ölberg und Orbel sind von faszinierender Mineralität und Würze, auch die einfacheren Ortsweine. Carolin und Oliver Spanier vergleichen die Weine mit Wachauer Smaragden. Sie bieten eine ungeheure Mineralienexplosion am Gaumen – sind sie zu stark, bist du zu schwach.

Schätzel

Kai Schätzel spielt mit seinen hell klingenden salzigen Weinen, die eine feinwürzige Kräutrigkeit aufweisen, den gelungenen Counterpart. Das Einmaischen der Trauben erfolgt mit den Füssen, dazu legt Schätzel Wert auf Spontangärung im deutschen Holzfass. In den letzten Jahren hat das Weingut auch eine Passion für alte Silvanerweinberge im Niersteiner Hipping und Nackenheimer Rothenberg entwickelt – sein Querkopf ist wegweisend oder sollte ich schreiben, sein Wein "Querkopf".

Rings

Habe ich schon zwei, drei Jahre auf dem Radar, aber die 2012er Kollektion ist umwerfend. Im Beef & Wine Club des Restaurants Filetstück hatte ich mit Andreas Rings die Gelegenheit, seine Rieslinge zu verkosten. Ausdrucksstark, kraftvoll, und eigenständig, seine Lagen wie der Gottesacker, der Weilberg, Saumagen oder Nussriegel sind ganz einfach herrliche Weine.

Kuntz

Auch wenn die höheren Qualitäten 2012 ganz schön dick und karamellig waren, werden die Weine von Sybille Kuntz immer mineralischer. Die einfachen Rieslinge trocken und Kabinett trocken von der Mosel sind mir die liebsten. Herrliche Speisenbegleiter – ich sehne mich nach den ersten Frühlingsstrahlen auf der Terrasse.

Korrell

Eine präzise Kollektion, die Lage "In den Felsen" und im "Schloßböckelheimer Königsfels" vom vulkanischem Porphyr bringen wunderbar mineralische Weine hervor, mein Liebling bleibt das Kreuznacher Paradies vom kalkreichen Mergel. Also ab durch die Hölle und dann ins Paradies!

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