27. Dezember 2014

Kolumne Minilandschaft für zuhause

Kolumne | Minilandschaft für zuhause

Der Gartentipp von Brigitte Goss aus der Bayerischen Gartenakademie: Dickblattgewächse

Draußen wird es kalt und drinnen umso wärmer und kuschliger. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie zeigen Ihnen, wie Sie sich mit wenig Geld und etwas Fantasie kleine Pflanzenwelten mit pflegeleichten Dickblattminis erschaffen.

Der Winter ist für Zimmerpflanzen der Härtetest des Jahres. Da heißt es trockene Luft, Zimmerwärme und Dunkelheit zu überstehen. Hartgesottene Pflanzen für solche Bedingungen sind Dickblattgewächse (Crassulacaeen) bzw. Sukkulenten. Die Pflanzenfamilie der Crassulaceen steht für äußerste Formenvielfalt aber auch für Trockenheitsverträglichkeit.

Dickblattgewächse werden mittlerweile als sehr kleine Exemplare angeboten und lassen sich wunderbar kombinieren und gestalten. Selbst kleine Gefäße oder Gefäße in ungewöhnlichen Formen können mit den Winzlingen bepflanzt werden.

Die kleinen Juwelen
Sie sehen aus wie Hauswurz, doch Frost mögen sie gar nicht: Echeveria und ihre Verwandten. Die Blattrosetten gibt es in blaugrün, saftgrün oder grünbraun. Etwas dickere Blätter besitzen Pachyphytum- Arten. Attraktiv ist auch die Kreuzung x Pachyveria. Deren blaugrüne Blätter sehen aus wie in rosa Puder getaucht. Crassula-, Sedum-  und einige Kalanchoe- Arten ergänzen die Vielfalt.

Aus anderen Pflanzenfamilien passen weitere Wüstenkinder, wie Aloe, Haworthia und Gasteria dazu. Lassen Sie sich von den vielen Arten nicht beirren und verwirren, selbst Gartenexperten können sie kaum auseinander halten. Entscheidend ist: sie haben die gleichen Ansprüche an Licht, Temperatur und Wasser.

So pflanzen Sie eine Wüstenlandschaft
Bei der Wahl der Gefäße für eine Sukkulentenlandschaft können ruhig Sie hemmungslos sein: Ob eine Konservendose, eine Sammeltasse der Großmutter oder eine alte Bratpfanne - schauen sie doch mal auf Ihren Speicher, Sie finden sicher ein geeignetes Behältnis. Besonders schöne Landschaften lassen sich in breiten flachen Schalen kreieren. Dabei brauchen die Gefäße nicht mal ein Abzugsloch, da eh sehr sparsam gegossen werden sollte. Die erste unterste Schicht ist in jedem Fall ein Drainage aus kleinen Steinen, feinen Schotter, Lava oder Ziegelsplitt. Als Substrat eignet sich Kakteenerde mit etwa 20-30% lehmig-sandig und mineralischen Zusätzen. Pflanzen Sie die kleinen Dickblattgewächse nicht tiefer als der Topfballen aber auch nicht höher.

Sie können die Pflänzchen ganz dicht setzen, weil sie sehr langsam wachsen und sich wenig behindern. Pflanzen Sie unterschiedliche Formen, Strukturen aber auch Farben nebeneinander. Das schafft Abwechslung. In einem flachen Gefäß können Sie auch Pflanzlücken lassen. Setzen Sie dort ein kleines trockenes Wurzelstück, einen schönen großen Stein ein oder streuen Sie Sand, der einen Weg oder einen ausgetrockneten Fluss symbolisiert.

Pflege
Ursprünglich kommen die Dickblattgewächse aus trockenen Regionen. Die Blätter sind so ausgestattet, dass sie starker Sonneneinstrahlung Stand halten. Entsprechen benötigen die Pflanzen so viel Sonne wie möglich - auch im Zimmer. Wobei sie so robust sind, dass sie sogar für kurze Zeit, also ein bis zwei Wochen an einem Licht armen Platz, wie einem Esstisch, überstehen können. Wechseln Sie am besten den Standort auch mal an ein helles Fenster.

Im Winter wären niedrige Temperaturen (5-10°C) und Trockenheit angesagt. Dies ist im Zimmer kaum möglich und auch nicht unbedingt nötig. Wenig Wasser ist in jedem Fall wichtig. Bei den dunklen Lichtverhältnissen halten sich durstige Pflanzen mit dem Wachstum zurück. Generell verzeihen sie viele Pflegefehler abgesehen von Dauerüberflutung und Staunässe. Einzige Spaßverderber können Wollläuse werden.

Zum Gartentipp Das Gartenjahr 2014 - Winter und Frühling

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie(at)lwg.bayern.de

Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

www.lwg.bayern.de/gartenakademie