Beer & Brau
13. Juni 2018

Oktoberfest in München Wiesn-Maß über 11 Euro

Plakat-Foto: muenchen.de

Der steigende Bierpreis auf der Wiesn ist alljährlich ein Politikum. Heuer müssen die Gäste besonders tief in die Tasche greifen, denn nicht zuletzt zahlen auch die Wirte mehr Gebühren an die Stadt. Immerhin: Wasser und Limo werden billiger.

Die Maß Bier auf dem Oktoberfest wird dieses Jahr in manchen Zelten erstmals mehr als 11 Euro kosten. Der Preis für die Maß liege zwischen 10,70 Euro und 11,50 Euro, teilte die Stadt München am Mittwoch mit. Das sind durchschnittlich 3,57 Prozent mehr als im Vorjahr. In der Spitze müssen die Gäste 55 Cent mehr hinblättern - in der Regel war der Maßpreis in den Vorjahren um etwa 25 bis 30 Cent gestiegen.

Hauptgrund für die vergleichsweise starke Anhebung ist die höhere Umsatzpacht, die die Wirte an die Stadt zahlen müssen. Sie steige im Vergleich zum Vorjahr sogar um 53 Prozent, sagte Wirtesprecher Peter Inselkammer. «Die Erhöhung ist dieses Jahr der Hauptkostenfaktor für uns alle.» Die Umsatzpacht war 2017 eingeführt worden, um die erhöhten Sicherheitskosten wegen der Terrorgefahr zu decken und bedeutet für die Wirte erhebliche Mehrkosten gegenüber der früheren Standgebühr.

Dennoch bleiben die Durchschnittspreise der alkoholfreien Getränke bei der Wiesn 2018 in etwa auf Vorjahresniveau - oder sinken sogar. Ein Liter Tafelwasser kostet im Durchschnitt 8,72 Euro (Vorjahr 8,73 Euro) und Limonade 9,27 Euro (9,55 Euro); Spezi wird mit 9,80 Euro (9,64 Euro) nur wenig teurer. Damit wollten die Wirte auch ein Zeichen für Familienfreundlichkeit setzen, erklärte Inselkammer.

Die Getränkepreise werden nicht von der Stadt festgelegt. Sie prüft als Veranstalterin nur, ob die von den Wirten geplanten Preise angemessen sind, und vergleicht sie dazu mit Gastronomiebetrieben im Stadtgebiet. Im vergangenen Jahr war der Wirtschaftsreferent und Wiesnchef Josef Schmid (CSU) im Stadtrat mit dem Vorstoß abgeblitzt, den Preis für die Maß für drei Jahre bei 10,70 Euro zu deckeln.

Das Oktoberfestbier wird speziell für die Wiesn gebraut. Es hat mehr Stammwürze und einen höheren Alkoholgehalt als andere helle Biere. dpa

Unter- oder obergärig: Das sind die Unterschiede bei Bier

Zu den obergärigen gehören beispielsweise Kölsch, Alt und Weißbier. Obergärige Hefen benötigen für die Umwandlung von Zucker zu Alkohol eine Temperatur zwischen 15 und 20 Grad. Dabei steigt die Hefe an die Oberfläche und kann später abgeschöpft werden, erläutert die Verbraucherzentrale Bayern.

Untergäriges Bier wurde traditionell in Regionen mit strengen Wintern wie Bayern oder Baden-Württemberg gebraut. Untergärige Hefen brauchen Temperaturen zwischen 4 und 9 Grad. Nach der Gärung sinkt die Hefe auf den Boden des Gärkessels. Heute sind etwa 85 Prozent aller Biere untergärig. Dazu zählen Helles, Märzen oder Pils.