Honza Klein unterwegs
17. November 2018

Robinson Club Nobilis in Belek Traumurlaub in der Türkei

Robinson Club Nobilis in Belek | Traumurlaub in der Türkei, Fotos: Honza Klein

"Traumclub – leider im falschen Land", so einer der Kommentare bei Facebook unter einem Fotoalbum mit Bildern des Robinson Clubs Nobilis im türkischen Belek. Was soll das, fragt man sich da.

Immer wieder war in den letzten Jahren derartiges zu lesen, wenn Urlaubsbilder aus der Türkei auftauchten. In der Tat ging der Tourismus zurück. Vor allem jedoch zum Leidwesen der normalen Menschen. Hotelangestellte, Busfahrer, Souvenirhändler, Restaurantmitarbeiter und viele andere mehr, die vom Tourismus leben litten unter den sinkenden Besucherzahlen. "Was können wir für die Politik", klagt ein Souvenirhändler in Side. "Wir freuen uns über die Touristen und wollen, dass sie sich bei uns wohl fühlen."

Genau diesen Eindruck hat man auch bei einem Besuch im bereits erwähnten Robinson Club Nobilis. Vielleicht der schönste der vier in der Türkei beheimateten Clubs, die seit nunmehr einem halben Jahrhundert für ein besonderes Urlaubsgefühl sorgen. Es ist eine Welt vieler Möglichkeiten. In Belek ist dies vor allem Golf. Zum Club gehört der eigene Golfclub. Natürlich mit hervorragend gepflegten Grüns, einem schönen Clubhaus und vor allem vielen Gleichgesinnten. Da kann man auch als alleinreisender Freund des kleinen weißen Balls schnell Mitspieler finden.

Schon bei der Anreise fühlt man sich als wäre man an einem wohlbekannten Ort. Irgendwie familiär. Alles ist unkompliziert, die Zimmer und vor allem die Bäder groß und auch wenn der Club schon ein paar Tage auf dem Buckel hat, findet man kaum Gebrauchsspuren. Robinson bietet ein All-Inclusive-Konzept. Das ist zwar unter Touristikern hin und wieder umstritten, sorgt es doch dafür, dass kaum jemand außerhalb essen geht und damit auch nicht die einheimische Wirtschaft stärkt. Schließlich fließt der Gewinn im Falle Robinson nach Deutschland.

Doch andererseits sind im Club dutzende Mitarbeiter aus der Umgebung angestellt. Für sie ist der Club und sind die Touristen Lebensgrundlage. Vielleicht sollte daran oben genannter Kommentarschreiber auch mal denken. "Wir sind sehr froh, hier arbeiten zu können, und freuen uns, dass wieder mehr Touristen in unser Land kommen", meint einer der Barmänner. Fast alle sprechen deutsch. Doch über Politik mag eigentlich niemand sprechen.

Bei einem Ausflug ins 45 Kilometer entfernte Side, mit seiner hübschen Einkaufsmeile und seinen römischen Ruinen, meint der Fahrer auf Erdogan angesprochen: "Diktator". Und immerhin sagt er noch, dass die derzeitige Politik nicht gut für Tourismus ist. Doch dann bricht er das Gespräch ab. "Ich möchte lieber nichts mehr sagen, sonst komme ich ins Gefängnis", sagt er freundlich. Schließlich kennt er seine Fahrgäste nicht. Die meisten Touristen indes machen sich wohl kaum Gedanken oder gar Sorgen um die Politik der Türkei.

"Es ist einfach ein schönes Land mit freundlichen Menschen", sagt eine Touristin aus Köln am späten Nachmittag an der Poolbar des Clubs. Dort genießt sie ein Glas des einheimischen Weins und schaut auf den Sonnenuntergang über dem Meer. Der Strand menschenleer. Übrigens fast den ganzen Tag, weil viele auf dem Golfplatz sind. Und jetzt außerhalb der Saison vielleicht noch ein wenig leerer und ruhiger. Links und rechts reicht der Strand kilometerweit, was zu Spaziergängen einlädt. Am clubeigenen Strand selbst gibt es reichlich Liegen und gemütliche Pavillons, die zum Chillen einladen. Übrigens mit Bereichen, die erst ab einem Alter von 16 zugelassen sind. Doch auch für Kinder gibt es reichlich angeboten. Etwa eine riesige Wasserrutsche und große Spielplätze. Beachvolleyball wird geboten, Wassersport, Tauchen. Und abends an der Poolbar ist Partystimmung mit Livemusik oder auch Diskothek.

Auf die Frage, ob sie denn wiederkommen würde meinte die Berliner Managerin Astrid: "Na klar! Ich habe mich gut erholt, den Wein genossen, das tolle Büffet, welches wirklich mehr als überreichlich ist. Und was würde es nützen, wenn wir jetzt alle die Türkei boykottieren würden. Die leidtagenden wären nur die einfachen Menschen."

Dies scheinen sich nun wieder zunehmend mehr Touristen zu sagen. Bei den Bilanzpressekonferenzen der großen Reiseveranstalter, ob nun TUI, alltours oder auch Thomas Cook, zeigten die Zahlen wieder eine Zunahme. Und das wird auch für die kommende Saison erwartet. Nicht zuletzt, weil das Land zwischen Bosporus, Ägais und Mittelmehrküste ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Und das bei ganzjährig angenehmen Temperaturen, gut ausgestatteten Hotels und Ferienanlagen und - ganz wichtig - freundlichem Personal. So wie bei Robinson in Belek oder anderswo. www.Robinson.com, www.tui.de

Bin dann mal wieder unterwegs