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18. August 2018

Schlosshotel Hohenhaus Farm to Table

Hohenhaus Fotos: Volker Renner

Hohenhaus Fotos: Volker Renner

Im Relais & Châteaux Schlosshotel Hohenhaus im hessischen Holzhausen wird von Patron Peter Niemann nachhaltig lokal gekocht, gelebt und gewirtschaftet.

Der Weg ins hessische Holzhausen führt Reisende über Berg und Tal, vorbei an Feldern, Wäldern, der Kasseler Wissens- und Erlebnislandschaft Grimmwelt oder dem Geo-Naturpark Frau-Holle-Land. Und während die Gedanken bei der Aussicht auf so viel Natur bereits schweifen, lassen die Namen "Grimmwelt" und "Frau-Holle-Land" schon erahnen, dass es hier im Werra-Meißner-Kreis märchenhaft zugeht. Märchenhaft ist es dann auch tatsächlich, was Gäste bei der Auffahrt zum historischen Schlosshotel Hohenhaus, Mitglied der internationalen Hotelkooperation Relais & Châteaux, erwartet.

Das herrschaftliche Ensemble, das im 16. Jahrhundert ursprünglich als Rittergut angelegt wurde und damals lediglich aus einem Herrenhaus im Fachwerkstil bestand, liegt hinter einem großen schmiedeeisernen Tor inmitten eines gigantisch angelegten Parks zwischen prächtigen Blutbuchen, Linden und Tulpenbäumen. Der erste Blick fällt zunächst auf das Schloss, das 1901 nach Plänen des renommierten Architekten Bodo Ebhardt im Stil der Neorenaissance erbaut wurde. Mit seinem steilen Walmdach, dem kuppelbekrönten Treppenturm und einem Zwerchhaus mit Volutengiebel und Rundfenstern ist der Empfang beeindruckend schön. Nur wenige Meter südöstlich des Schlosses befindet sich der 1890 erbaute ehemalige Pferdestall mit seiner Kutschenremise. 1990 entstand daraus unter Leitung des Frankfurter Architekten Jochem Jourdan ein komfortables Landhotel, dessen historische Fassade auf einer Seite voll erhalten blieb. Außerdem gehört noch der Gutshof mit Schaf-, Hühner- , Schweine- und Pferdestall zum Ensemble, das von einem rund 1600 Hektar großen hauseigenen Wald- und Wiesengebiet umgeben ist.

Schlosshotel Hohenhaus | Farm to Table

Hier fühlen sich Bienen und Wildkatzen, Schwarzstörche, Waschbären, Wildschweine, Füchse und Greifvögel ebenso zuhause wie allerlei Waldkräuter, Pilze, Obstbäume und Beerensträucher. Kein Wunder, handelt es sich doch um ein ausgewiesenes Natur-, Vogel- und Wasserschutzgebiet, von dem auch die Gäste des Hotel Schloss Hohenhaus profitieren. Ein Großteil der im Hotel verarbeiteten Produkte hat seinen Ursprung nämlich in den umliegenden Wäldern. Ob wilde Artischocken von der eigenen Kräuterwiese, Morcheln, Kräuter wie Myrrhe, wilde Bachkresse, wilder Salbei und Sauerklee, vier Sorten selbst hergestellter Honig und frisch gepresster Apfelsaft oder eigens geschlachtetes Kotelett vom freilaufenden Wollschwein. Hotel und Gut arbeiten Hand in Hand, produzieren so viel wie möglich selbst.

Schlosshotel Hohenhaus | Farm to Table

Wer nun denkt, hier im hessischen Märchenland mit seiner unberührten Natur sei die Zeit stehen geblieben, der irrt. Denn die Menschen hinter den Kulissen könnten nicht zeitgemäßer handeln. Was in Großstädten wie Berlin, London und New York als "Farm to Table Konzept" angepriesen und mit relativ viel Aufwand betrieben wird, ist in Hohenhaus Teil des Selbstverständnisses und vermeintlich simpel. Denn in Hohenhaus befindet sich ein Großteil der Produkte direkt vor der Tür. Hier wird weitestgehend ökologisch gekocht, gelebt und gewirtschaftet. Nachhaltig lokaler geht es fast nicht. Und auch soziales Engagement und eine große Verantwortung für die Mitarbeiter kommem hier nicht zu kurz - das zeigen Auszeichnungen wie der Sonderpreis der Hessisch Niedersächsischen Allgemeinen Zeitung für die vorbildliche Azubi-Arbeit und das soziale Engagement während der Ausbildung sowie der Sozialpreis 2018 des Werra-Meissner-Kreises für das besondere Engagement in Sachen Familienfreundlichkeit.

Verantwortlich dafür ist nicht nur die Hamburger Verlegerfamilie Ganske, in dessen Besitz das Haus seit 1934 ist und die Schloss Hohenhaus 1990 zu einem Hotel umbauen lassen hat, sondern auch Gastgeber und Küchenchef Peter Niemann. Der gelernte Koch ist seit September 2017 vor Ort und kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. "Während ich früher fast meine gesamte Ware anliefern lassen musste, gehe ich heute mit meinem Team vor die Tür und sammele die Zutaten für unsere Gerichte einfach selbst. Unsere Frühstückseier kommen vom Nachbarn und vom Gut ebenso wie ein Teil unseres Schweine- und Rindfleischs. Seit Neuestem bieten wir nach Jagderfolg sogar Krähe aus dem eigenen Forst an. Aber auch sonst hat die Natur uns mehr als genug zu bieten: Von saisonal frischem Obst über ein unfassbar großes Repertoire an Kräutern, Pilzen und natürlich Wild - wir genießen hier den Wechsel der Jahreszeiten und das damit einhergehende Angebot unverfälschter und unbehandelter Produkte in vollen Zügen", so der 42-jährige.

Kulinarisch verwöhnen lassen können sich die Gäste in einem der beiden Restaurants. Im "Hohenhaus Grill" servieren Niemann und sein Team Frühstück, Mittag- und Abendessen. Auf der Karte stehen traditionelle Gerichte, die zeitgemäß interpretiert werden und zum Großteil mit Produkten aus der unmittelbaren Umgebung zubereitet werden. Ob Hohenhäuser Wildessenz mit Hirschschinken und Schmand, Kotelette vom Freilandkalb am Knochen gereift mit Kartoffelgratin, gebratener Artischocke, Lauch und Parmesanschaum, Rücken vom braunen Bergschaf aus eigener Herde mit Senfkruste und zweierlei Sellerie oder geeistes Ringgau mit Markershausener Haselnuss, Hohenhäuser Himbeere und Datterroder Kaffeeeis - das Menü wechselt je nach Verfügbarkeit der Produkte täglich und wird im Sommer auch gerne auf der herrlichen Sonnenterrasse mit Blick in das Tal serviert.

Im intimen Gourmetrestaurant "La Vallée Verte - Das grüne Tal" mit insgesamt 15 Plätzen serviert Niemann eine besonders Aromen intensive Küche, bei der er Produkte aus der Region mit Produkten aus der Bretagne gekonnt miteinander verbindet. Diese vermeintlich ungewöhnliche Verbindung hat Charakter, denn beide Küchen sind ausnahmslos ehrlich.

Wer nach so viel Genuss eine kleine Verschnaufpause braucht, der besucht den hauseigenen Ruhebereich mit Schwimmbad (25 Meter Bahn), Sauna und Solarium, erkundet die Region, setzt sich in den wunderschönen Park und lauscht den Bienen und Hummeln oder zieht sich in eines der 28 Zimmer zurück. Diese sind mit handverlesenen Antiquitäten, feinen Stoffen und Marmorbädern ausgestattet und bieten freien Blick auf das Rotbuchental oder in den Lindenhof. Im Schloss gibt es weitere acht Zimmer, die in den kommenden Monaten zu modernen Themensuiten umgebaut werden. Im gesamten Haus sind außerdem original Artefakte aus verschiedenen Epochen ausgestellt. Auf den Fluren können Gäste beispielsweise die Arbeiten des österreichischen Expressionisten Oskar Kokoschka bestaunen, im Gourmetrestaurant La Vallée Verte hängt eine handgefertigte Tapisserie der renommierten "Manufacture nationale des Gobelins" aus dem 17. Jahrhundert; in der Bibliothek warten Werke renommierter Schriftsteller wie Max Tau, Utta Danella, Irene Korschunow, Agatha Christie, Manfred Biehler, Ulrich Wickert und Sigfried Lenz. Lenz war zu Lebzeiten ein bekennender Hohenhaus-Enthusiast - im Schlosshotel entstanden Werke wie "Schweigeminute", "Der Überläufer" und " Die Nacht im Hotel". Hohenhaus hat daher nicht ohne Grund Lenz Lieblingszimmer mit einer kompletten Lenz-Sammlung eingerichtet.

Schlosshotel Hohenhaus | Farm to Table

Für all jene, die einen Besuch im Schlosshotel Hohenhaus mit einem besonderen Erlebnis verbinden wollen, bieten Peter Niemann und sein Team auch einen prall gefüllten Eventkalender an. Ulrich Wickert und Alexander Oetker sind beispielweise regelmäßig zu Gast, um aus einem ihrer Werke zu lesen. Aber auch andere Autoren halten gerne Lesungen in diesem märchenhaften Haus - und nutzen ihren Aufenthalt, um ganz in Ruhe zu schreiben. Jazzkonzerte mit Nils Landgren und Viktoria Tolstoy, Raritätenweinproben, Kaviarverkostungen und Kochkurse sowie der inzwischen schon legendäre Weihnachtsmarkt am zweiten Adventswochenende ziehen außerdem Gäste aus ganz Europa an, um sich "auf Hohenhaus" zu erholen, neue Impulse zu bekommen, zu genießen und in der Natur zu schwelgen. Natürlich kann man die einzigartige Kulisse aber auch nutzen, um auf Hohenhaus mit bis zu 200 Personen zu tagen oder zu feiern. Wer einmal unter den Linden mit Blick auf das Schloss saß, kann sich keinen besseren Ort für eine Hochzeit, Taufe oder andere Festivität vorstellen. Verliebte wird besonders freuen, dass Schloss Hohenhaus sogar über eine eigene kleine Kirche im Dorf verfügt.

Bleibt noch die Region um Holzhausen selbst, die bei einem Aufenthalt unbedingt erkundet werden will. Ausflüge in die historische Altstadt von Erfurt oder Weimar, zur fast schon benachbarten Wartburg nach Eisenach - einem UNESCO-Welterbe - oder zu einem der umliegenden Schlösser Friedenstein, Wilhelmsburg oder Wilhelmshöhe sind nur einige Vorschläge des Hohenhaus-Teams.

Das Schlosshotel Hohenhaus befindet sich in 37293 Holzhausen bei Herleshausen, www.hohenhaus.de

Buchungen nimmt das Haus unter Telefonnummer +49 5654 9870 sowie per Email an info(at)hohenhaus.de entgegen.