27. Dezember 2010

Sektkonsum 2010 in Deutschland

Sektproduzenten stoßen zufrieden auf 2010 an

Die deutschen Sektproduzenten stoßen zufrieden auf das zurückliegende Jahr an. «Es sieht auf jeden Fall wieder nach einer schwarzen Zahl aus», sagt Ralf Peter Müller vom Verband Deutscher Sektkellereien in Wiesbaden. Schon 2009 seien 5,3 Prozent mehr Flaschen verkauft worden als im Vorjahr.

Von der Wirtschaftskrise hat die Branche also wenig gespürt - auch wenn sich ein Teil des Konsums von der Gastronomie ins Private verlagert hat, wie Müller erklärt. Besonders zum Jahresende hat Sekt Konjunktur: Etwa jede dritte Flasche mit dem prickelnden Getränk wird um die Weihnachtszeit und zu Silvester gekauft.

Der Gesamtabsatz summierte sich 2009 in Deutschland auf 423 Millionen Flaschen, darunter 370 Millionen aus deutscher Produktion. Das Kräfteverhältnis zwischen heimischen Kellereien und der Konkurrenz aus dem Ausland habe sich seit langem bei etwa 80 zu 20 Prozent eingependelt, sagt Müller. Dieses Fünftel vom Kuchen teilen sich vor allem Spanien, Frankreich und Italien.

Der Pro-Kopf-Verbrauch lag 2009 laut Statistik hierzulande bei 3,87 Liter. Der deutsche Sektmarkt wird von den großen Kellereien dominiert - etwa Rotkäppchen-Mumm (Geldermann, MM extra), Schloss Wachenheim (Faber, Feist) oder Henkell. Nur rund ein bis zwei Prozent entfallen auf den Winzersekt, der für viele Weingüter inzwischen eine unverzichtbare Ergänzung der Weinkarte ist. dpa

Hintergrund: Sektproduktion

Erstmals wurden Schaumweine vermutlich gegen Ende des 17. Jahrhunderts in der französischen Champagne erzeugt. Die Bezeichnung Sekt dürfen Qualitätsschaumweine tragen, die in Deutschland oder Österreich erzeugt wurden. Um Sekt herzustellen, wird eine zweite Gärung eingeleitet, für die den sogenannten Grundweinen gelöster Zucker sowie Hefe zugegeben wird. Die Hefe spaltet den Zucker in Alkohol und Kohlensäure.

Das klassische Verfahren der Sektherstellung ist die Flaschengärung, in der industriellen Produktion hat sich heute jedoch die Vergärung in großen Stahltanks durchgesetzt. Um dem Sekt den gewünschten Süßegrad zu verleihen, wird nach der Gärung eine Dosage aus Saccharose (Zucker) oder Most hinzugefügt.